Ausgabe Nr. 20 - 20.05.2012
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Eine Kirche zum Staunen
In einer ruhigen Seitengasse der Wiener Kärtnerstraße unterbrechen der Turm und die schlichte Front der Anna-Kirche die Fassaden und Schaufenster der Häuserzeile.

© pfarre
Das Fresko aus der Glorie der Mutter Anna schuf Daniel Gran 1751,

Seit mehr als 100 Jahren wird in St. Anna täglich die Beichte als Dienst der Versöhnung angeboten und das Allerheiligste tagsüber in der Monstranz zur Anbetung ausgesetzt. Eine ungebrochene Tradition, die den Ruf der Annakirche als weithin geschätzte Beicht- und Anbetungskirche begründet.

”Im Buß-Sakrament sehen wir eine unserer Hauptaufgaben: den Umgang mit der Schuld. In der Beichte sollte Versöhnung erlebt und der Mensch zur selbständigen Entscheidung erzogen werden“, führt der Kirchenrektor von St. Anna, P. Dr. Maximilian Hofinger vom Orden der Oblaten des hl. Franz von Sales, aus. Die Möglichkeit zur Anbetung soll die Menschen für das persönliche Gebet sensibilisieren. ”Die Ermutigung zum Gebet ist bei uns auch durch die Ausgestaltung der Kirche gegeben“, erklärt P. Hofinger.  ”Eine Wurzel für das Beten ist das Staunen, und wenn wir unsere Fresken anschauen, so hat Daniel Gran den Himmel als Staunen dargestellt.“

”Anna Selbdritt“
Der berühmte österreichische Barockmaler schuf 1751 nach dem Kirchenbrand von 1747 die drei Deckenfresken, das Hochaltargemälde und die Fresken in der Annakapelle. In dieser befindet sich eine weitere Kostbarkeit: die bekannte Statue ”Anna Selbdritt“, die dem bedeutenden Nürnberger Künstler Veit Stoß zugeschrieben wird. Zum Zeitpunkt der Entstehung der Statue ”Anna Selbdritt“ um 1505 erlebte die aus der Ostkirche übernommene Verehrung der Mutter Anna eine Blütezeit. Seit dem Jahr 1743 besitzt die Annakirche auch eine kostbare Reliquie – eine gut erhaltene, ganz mit feinem, balsamgetränktem Leinen umwundene, mit Ringen und Steinen verzierte Hand – die nach dem einstimmigen Zeugnis der Tradition rechte Hand der hl. Anna – eine Gabe der Tochter Kaiser Leopolds I., Anna Maria, der  Königin von Portugal.

Die Annakirche wurde im Jahr 1896 dem Orden der Oblaten des hl. Franz von Sales per kaiserlicher Unterschrift übertragen.

P. Hofinger verweist auf die Spiritualität und den missionarischen Geist des hl. Franz von Sales, welche die tägliche Arbeit der Patres prägen. Seine bahnbrechende Idee war es, dass es allen Menschen auch mitten in der Welt möglich ist, ein intensives christliches Leben zu führen.

”MANNA“

Das ”Einzugsgebiet“ von St. Anna beschränkt sich nicht auf ein klar umrissenes Pfarrgebiet, oft kommen Besucher aus anderen Bezirken oder auch aus den Bundesländern. Als Rektoratskirche gehört St. Anna zur Pfarre St. Augustin. Viele Besucher schätzen das Angebot und die Seelsorge in St. Anna, die unter dem Namen MANNA angeboten werden: Seminare zu unterschiedlichen Themen, die sich über mehrere Abende erstrecken mit anschließender Agape, Meditationen in der Fastenzeit oder der Kurs ”Familienaufstellung“, angeboten von P. Georg Dinauer OSFS. Die dabei gepflegten Kontakte ermöglichen Begegnung, Gespräch und sind auch Ausdruck gelebter Gastfreundschaft. Eine zahlenmäßig große und sehr engagierte Gruppe, die in den Räumlichkeiten von St. Anna regelmäßig ihre Treffen abhält, sind die Pfadfinder.

”Junge Klänge“

Neben den darstellenden Künsten nimmt die Musik einen wichtigen Stellenwert ein. Der Verein ”Anna junge klaenge“ (www.annajungeklaenge. at) hat in der Annakirche einen Ort gefunden, wo junge Musiker ihr Können der Öffentlichkeit präsentieren können. Einmal monatlich gestaltet der Chor ”Curiositas“, geleitet von Peter Lang, sonntags die 18 Uhr- Messe, jeden Sonntag wird in der Messe um 11.15 Uhr von einer Schola Choral gesungen und bei den Meditationsgottesdiensten am Sonntag um 18 Uhr wird auf die musikalische Gestaltung großes Augenmerk gelegt. Das Zusammenwirken der verschiedenen Kräfte und Künste in dieser Kirche erschließt sich dem rasch Vorbeieilenden nicht auf den ersten Blick. Wer sich aber darauf einlässt, kann das Staunen wieder lernen – und daraus – so ist P. Hofinger überzeugt – entwickelt sich das Gebet.


Anna-Fest am 26. 7.

Annafest: Sonntag,  26. Juli, 18 Uhr:
Hochamt mit P. Konrad Haußner OSFS.
Nach dem Hochamt wird die Hand-Reliquie der hl. Anna zur persönlichen Verehrung gereicht. Musikalische Gestaltung: Mag. Peter Lang. Anschließend Agape im Innenhof.

Anbetung: Tägl. 9 bis 18 Uhr.

Beichtgelegenheit: Werktags von 9 bis 12 Uhr und 16 bis17 Uhr.
Beichtgelegenheit am Sonntag: 16 bis 17.30 Uhr.

Kirchenführungen: Jeden 1. Freitag im Monat , Beginn: 16 Uhr:
P. Maximilian Hofinger OSFS, P. Franz Aregger OSFS, P. Alois Bachinger OSFS, P. Georg Dinauer OSFS, Bruder Günter Maier OSFS.

Adresse:
Annagasse 3b
1010 Wien.
Tel. : 01/512 47 97,

Internet: www.annakirche.at
E-Mail: annakirche@gmail.at







Diesen Bericht von An­drea Mens­dorff-Pouil­ly lesen Sie auf Seite III der aktuellen Ausgabe von "Der Sonntag" Nr. 30 vom 26. 7. 2009 (erhältlich in Ihrer Kirche).

24.07.2009