Ausgabe Nr. 20 - 20.05.2012
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Bunt wie ein Mosaik
In Folge 3 unserer Movimenti-Serie möchten wir aufzeigen, dass die neuen Geistlichen Gemeinschaften sehr unterschiedlich sind: ein Überblick.

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Die „Mona Lisa von Galiläa“: Mosaik (5. Jh.) aus der Synagoge in Zippori, dem biblischen Sepphoris.

Wie kann man einen Überblick über die vielen „Movimenti“ gewinnen, die in ihrer Unterschiedlichkeit etwas vom bunten Leben der Kirche widerspiegeln? Was ist ihnen gemeinsam? Die Wiener Pastoraltheologin Maria Widl ging diesen Fragen nach und widmete sich in einem zweijährigen Forschungsprojekt den neuen kirchlichen Movimenti. Auf der Basis eines Kriterienkatalogs entstand eine Diplomarbeit, in der die Theologin Beate Zimmermann

55 Bewegungen in der Erzdiözese Wien nach Herkunft, Größe, Organisation und inhaltlicher Ausrichtung beschreibt. Zimmermann fasst dabei überblicksmäßig mehrere Punkte zusammen:

Entstehungszeit: Ungefähr die Hälfte der Gruppierungen entstanden nach dem Konzil, wenngleich sich nicht alle direkt dem Konzil verdanken. Von den vorkonziliaren Gemeinschaften sind nur fünf vor 1900 gegründet – alle im Umfeld oder Geist von Ordensgemeinschaften.

Spiritualität: Mehr als die Hälfte haben eine genuin eigene Spiritualität, etwa 20 Prozent orientieren sich an der spirituellen Tradition eines Ordens, etwa 20 Prozent sind betont charismatisch ausgerichtet.

Gründer/in: Je knapp ein Drittel wurde durch Laien (mehr Frauen als Männer), durch Ordensangehörige (nur eine Frau, mehrmals Jesuiten) und durch teils gemischte Personengruppen gegründet; der Rest durch Priester, meist Pfarrer.

Ursprung in Europa

Entstehungsort: Über die Hälfte stammt aus europäischen Ländern (vor allem aus Italien und Frankreich), über ein Viertel wurde in Österreich selbst gegründet.

Organisationsstruktur: Die große Mehrheit (ca. 80 Prozent) hat ein kirchlich anerkanntes oder zumindest diözesan gut angenommenes Statut ausgearbeitet, weniger als 10 Prozent konnten keine kirchliche Anerkennung finden, die restlichen haben kein Statut. Bemerkenswert ist, dass fast jede sechste Gruppe in ihrem Zentrum eine Ordensgemeinschaft ausgebildet hat (z.B. Gemeinschaft der Seligpreisungen, Comunione e Liberazione, Schönstatt).

„Stadtmission“ boomt

Wirkungsraum: Fast die Hälfte der in der Erzdiözese Wien erfassten Movimenti ist auf das Stadtgebiet konzentriert, nur jede siebente schwerpunktmäßig auf dem Land, jede dritte in Stadt und Land.

Mitgliederzahl: Je ein Viertel der Gemeinschaften zählt weniger als 15 Mitglieder, zwischen 16 und 50 Mitglieder und zwischen 50 und 200 Mitglieder innerhalb der Diözese; jede sechste Bewegung umfasst zwischen 200 und 1000 Personen und ca. 10 Prozent erreichen über 1000 Personen. Größere Gemeinschaft sind in kleine, überschaubare Untergruppen geteilt. Manche zählen nur wenige Mitglieder, erreichen aber mit ihrem Apostolat zeitweilig größere Personengruppen, die ihnen oft lose verbunden bleiben oder sich primär in Pfarren engagieren

08.05.2005