Ausgabe Nr. 06 - 12.02.2012
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Aus der Kraft der Anbetung
In Folge 10 unserer Movimenti-Serie präsentieren wir diesmal die St.-Johannes-Gemeinschaft. Sie verbindet kontemplatives Leben mit aktiver Verkündigung.

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Actio und Contemplatio in der Johannes-Gemeinschaft.

Es war vor genau 30 Jahren: Im Sommer 1975 baten einige Studenten in Fribourg (Schweiz) ihren Lehrer, den Dominikanerpater Marie-Dominique Philippe, er solle sich nicht nur um ihre philosophische Ausbildung kümmern, sondern sie auch geistlich begleiten. Auf Rat der Mystikerin Marthe Robin, von der entscheidende Impulse zur Erneuerung der Kirche in Frankreich ausgingen, nahm sich P. Philippe der Studenten an. Die Zisterzienser von Lerins (Südfrankreich), mit denen Philippe Verbindung hatte, boten sich an, die Gruppe zunächst ihrem Orden als Oblaten anzugliedern. Der 8. Dezember 1975 markiert die eigentliche Gründung der St. Johannes-Gemeinschaft: Sieben Brüder weihten sich damals zusammen mit P. Philippe der Gottesmutter.

1981 übergab der Bischof von Frejus-Toulon der Gemeinschaft das Wallfahrtszentrum Notre-Dame-des-Graces in Cotignac. Es wurde das erste Priorat der Johannes-Brüder. Im darauf folgenden Jahr wurde der kontemplative Zweig der Johannes-Schwestern gegründet, 1986 erhielt die Gemeinschaft als Kongregation diözesanen Rechts ihren eigenen kirchenrechtlichen Status. Marchegg (NÖ) ist die erste Gründung im deutschsprachigen Raum.

Stürmisches Wachstum
Die St. Johannes-Gemeinschaft ist ein neuer Zweig am Baum der dominikanischen Ordensgemeinschaften und zählt heute bereits mehr als 500 Ordensbrüder in 18 Ländern; auch der weibliche Ordenszweig verzeichnet ein stürmisches Wachstum. Dennoch versteht sich die Gemeinschaft als ”Ordensfamilie“, in der es auch eine Laiengemeinschaft gibt. Nicht nur enge Kontakte mit den Erneuerungsbewegungen in der Kirche, sondern auch der Stil des Apostolats und die Spiritualität verbinden die St. Johannes-Gemeinschaft mit ihnen.

Dass Papst Paul VI. am Tag der Gründung der Gemeinschaft, am 8. Dezember 1975, sein Apostolisches Schreiben ”Evangelii nuntiandi“ veröffentlichte, war für die Brüder wie eine Bestätigung ihres Auftrags: Das päpstliche Schreiben über die Evangelisierung der Welt von heute stimmte zutiefst mit dem überein, was sie zu leben beabsichtigten.

Die Gemeinschaft lebt ihr Apostolat vor allem aus der Kraft der Eucharistie – das aktive Wirken der Brüder wurzelt in Anbetung und Kontemplation. Der ”geistliche Vater“ der Gemeinschaft ist der Apostel und Evangelist Johannes, der als erster unter dem Kreuz Maria als Mutter empfangen durfte.

Lehr- und Predigttätigkeit ragen unter den Tätigkeiten hervor, ein weiterer Schwerpunkt ist die Jugendarbeit. Großer Wert wird auf die Wahrheitssuche durch intensives philosophisches und theologisches Studium gesetzt.

Kontakt und Info

Priorat Maria Königin
Hauptplatz 24; 2293 Marchegg
Tel: 02285/73 60-0
Fax: 02285/62 74

E-Mail: stjohgem@utanet.at
Internet: www.stjean.com

24.06.2005