"Umkehr zum Herrn": Lobpreis und Lebenszeugnis ©

In Folge 24 unserer Movimenti-Serie präsentieren wir diesmal die Gemeinschaft ”Umkehr zum Herrn“. Sie ging aus einer Nacht des Wachens und Betens als lebendige Gemeinschaft hervor.

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UzH, ein tragfähiges Netz der Gemeinschaft. Oben: Aussendungsgebet, Hilfe für Flutopfer.

Es war in der Nacht vom 14. auf den 15. August 1977: Eine kleine Gruppe von Christen aus der Erzdiözese Wien hatte sich versammelt, um diese Nacht wachend und betend zu verbringen. Diakon Johannes Fichtenbauer, der damals dabei war: ”Ich habe die Nacht erlebt als eine der intensivsten Erfahrungen der Nähe Gottes in meinem Leben.“ Er spricht im Rückblick von einem ”Dornbuscherlebnis“. Die Versammelten nahmen die umwälzende Erfahrung als Aufruf Gottes zu einem lebensverändernden Schritt wahr. Es war die Geburtsstunde einer Gemeinschaft, die sich fortan ”Umkehr zum Herrn“ nannte.

Es bedurfte einer mehrjährigen Klärungsphase, um zu erkennen, welche konkreten Konsequenzen die Gotteserfahrung jener Nacht haben sollte: Das Leben der Gemeinschaft wurde schließlich nach bestimmten Kritieren geordnet, und auch die ökumenische Berufung wurde erst nach und nach deutlich. Heute ist ”Umkehr zum Herrn“ (UzH) eine der wenigen ökumenischen Gemeinschaften in Europa, deren Mitglieder ganz bewusst in Treue zu ihrer jeweiligen Kirche bzw. kirchlichen Gemeinschaft stehen. Das Anliegen ist ähnlich jenem der Communauté von Taizé, erläutert Fichtenbauer, doch ist ihre Spiritualität von der Charismatischen Erneuerung geprägt, aus der UzH hervorgegangen ist: Es wird frei gebetet und liturgisch gefeiert, der frohe Lobpreis Gottes mit Liedern in mitreißenden Rhythmen steht im Mittelpunkt.

Ökumene mit Realitätssinn
Dass die volle sakramentale Gemeinschaft noch nicht möglich ist, macht den Mitgliedern von UzH die Kirchenspaltung schmerzlich bewusst, die sie aber nicht ”trickreich auflösen“ wollen. Umso mehr wird die Einheit aller Christen im Gebet herbeigesehnt.

Obwohl die Mitglieder der UzH ihre Berufe haben und auch nicht unter einem Dach wohnen, sind sie um ein reges, biblisch orientiertes Gemeinschaftsleben bemüht: Familien ziehen nach Möglichkeit in eine Gegend zusammen. Sie geben ihren ”Zehent“, also den zehnten Teil ihres Einkommens den Armen, engagieren sich in ihrer Freizeit für andere Menschen und die Gemeinschaft und pflegen eine christliche Alltagskultur: ”Der Rhythmus von Gebet, Arbeit, gemeinsamen Mahlzeiten und Zeit zur Entspannung sind sehr wichtig“, sagt Fichtenbauer. Dabei wird ein Schwerpunkt auf Familien, Kinder und Jugendliche gelegt: ”Eine alternative christliche Jugendszene ist ein Gebot der Stunde!“ In der UzH wird sie verwirklicht.

So ”radikal“ der Glaube im Alltag gelebt wird, so sehr lehnt die UzH jeden Extremismus ab: ”Es geht um eine Alternative, die in der Welt bleibt und sich nicht exilhaft ausklinkt.“ Kennzeichnend für die international vernetzte UzH sind auch das Bewusstsein für das jüdische Erbe des Christentums und die frohe Erwartung der Wiederkunft Christi – nicht als ”Endzeiterwartung“, sondern als Haltung der Wachsamkeit.

Info und Kontakt

Umkehr zum Herrn / Büro:
Firmiangasse 27/6
1130 Wien
Tel: 0699/10 51 47 49
Fax: 01/877 56 03 33

E-Mail: uzh@crossnet.at
Bürozeiten: Mo, Di, Do: 9 bis 13 Uhr

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