Ausgabe Nr. 20 - 20.05.2012
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PGR und Interreligiöser Dialog 9: Dialog führen, aber wie?
Interreligiöse Begegnungen auf Pfarrebene sollten – je nach Umfeld der Gemeinde – ein Anliegen besonders auch des Pfarrgemeinderats sein: Was beim Dialog beachtet werden sollte.

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um den richtigen Ton im Dialog zu treffen, gilt es zunächst dem anderen aufmerksam zuzuhören:

Jesus schöpfte aus allgemein menschlicher, wohl auch aus ganz persönlicher Erfahrung, wenn er das Gleichnis von den ungleichen Söhnen anführt (Mt 21,28-32): Der erste Sohn schien Feuer und Flamme für den Auftrag seines Vaters, steckte aber mehr und mehr zurück, bis er schließlich aufgab. Der zweite sagte zunächst: „Ich mag nicht!“ Wahrscheinlich im aufschiebenden Sinn, möglicher Weise aber mit dem Einwand, den alle Gesandten Gottes vorbrachten: „Ich bin nicht fähig und würdig, such dir besser jemand anderen!“ Doch ging er schließlich auf den Auftrag ein und erfüllte ihn.

"Zuerst mit Gott reden“
Für das Dialogprogramm braucht es vermutlich diejenigen, die sich zunächst selbst auf die Erfahrung mit Gott eingelassen haben. „Bevor zu den Menschen über Gott reden, mit Gott über die Menschen reden!“, gab Augustinus zu bedenken. Dann mag es sein, dass „ein Herz zum Herzen findet“. Es müsste ein Bedürfnis werden, den Dialog zu wagen. Dazu sollte man als Christ die Heilsgeschichte Israels so bedacht haben, dass die „Fülle der Zeiten“ im Hier und Jetzt auch in anderen Heilswegen Gottes offenbar wird. Der Dialog muss so geführt werden, dass die Resonanz der Heilspläne Gottes für alle Menschen mitschwingt. Er soll deshalb jedenfalls in der Normalität des Alltags mit seinen Begegnungen und Gelegenheiten beheimatet sein.

o Je weniger Getue, desto haltbarer! Dialog meint nicht vorlaut und schlagfertig zu sein; alles schon besser zu wissen – vielmehr muss man gut hören können und das meint oft: Schweigen.

o Man soll sich nicht scheuen, Fragen an Angehörige anderer Religionen zu stellen, also lernwillig sein.

o Vor allem aber gilt es, Auskünfte über den eigenen Glauben einzuholen – man denke an Maria, die manches Unbegreifliche in ihrem Herzen bewahrte und erwog!

Wenn die Liebe Christi ihre einzelnen Gläubigen zu drängen beginnt, dann werden diese erfinderisch, was Rahmen und Inhalte der Religionsgespräche betrifft: Gerade der Alltag bringt reichlich Gleichnisse, um Glaubensbeziehungen aufzubauen und zu vertiefen. Es müssen nicht immer und vornehmlich abstrakte Glaubenssätze sein, um die Gespräche kreisen. Der Dialog des Lebens, wie ihn der heilige Franz Xaver richtig nennt, bleibt die Basis.

Gelegenheiten nützen
Gleichwohl ist darauf zu achten, dass sich auch feste gemeindliche Traditionen bilden können. Die Einführung eines neuen Pfarrers oder Kaplans könnte zum Beispiel willkommener Anlass für eine Einladung an Vertreter anderer Glaubensgemeinschaften im Bezirk bzw. in der Region sein. Tage der offenen Tür sollten angeboten und genutzt werden. Dabei darf es auch Abwechslung der Programme geben! Gesprächsrunden unter Bekannten und Freunden profitieren von gemeinsam abgestimmten Themenreihen. Gemeinde- oder auch Familienfeste bieten sich zum Austausch von Aufmerksamkeiten an. Dasselbe gilt für Krankheits- und Notfälle. Manchmal kann eine gezielte Reise, vielleicht ein gelegentlicher Ausflug, Kontakte vertiefen.

Vor Gesprächen dieser Art mit ausgesprochenen Sekten ist freilich zu warnen. Dafür gibt es Beratung bei den Österreich weiten Referaten für Sekten- und Weltanschauungsfragen.


Diesen Bericht von Rektor Msgr. Petrus Bsteh lesen Sie auf Seite 12 der aktuellen Ausgabe des "Sonntag" Nr. 11 vom 18. März (erhältlich u.a. in Ihrer Pfarre).

”Religionen unterwegs“

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”Religionen unterwegs“,
Zeitschrift der ”Kontaktstelle“: interreligiöse Themen,
Grundwissen, Veranstaltungen;
36 Seiten,
erscheint viermal jährlich:
Jahresabo: Euro 16,-;
Einzelheft: Euro 5,-

Kontaktstelle für Weltreligionen

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(eine Dienststelle der Österreichischen Bischofskonferenz), die Rektor Msgr. Petrus Bsteh leitet:
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16.03.2007