 um den richtigen Ton im Dialog zu treffen, gilt es zunächst dem anderen aufmerksam zuzuhören:
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Jesus schöpfte aus allgemein menschlicher, wohl auch aus ganz persönlicher
Erfahrung, wenn er das Gleichnis von den ungleichen Söhnen anführt (Mt
21,28-32): Der erste Sohn schien Feuer und Flamme für den Auftrag seines
Vaters, steckte aber mehr und mehr zurück, bis er schließlich aufgab. Der
zweite sagte zunächst: „Ich mag nicht!“ Wahrscheinlich im aufschiebenden
Sinn, möglicher Weise aber mit dem Einwand, den alle Gesandten Gottes
vorbrachten: „Ich bin nicht fähig und würdig, such dir besser jemand
anderen!“ Doch ging er schließlich auf den Auftrag ein und erfüllte ihn.
"Zuerst mit Gott reden“
Für das Dialogprogramm braucht es vermutlich diejenigen, die sich zunächst
selbst auf die Erfahrung mit Gott eingelassen haben. „Bevor zu den Menschen
über Gott reden, mit Gott über die Menschen reden!“, gab Augustinus zu
bedenken. Dann mag es sein, dass „ein Herz zum Herzen findet“. Es müsste ein
Bedürfnis werden, den Dialog zu wagen. Dazu sollte man als Christ die
Heilsgeschichte Israels so bedacht haben, dass die „Fülle der Zeiten“ im
Hier und Jetzt auch in anderen Heilswegen Gottes offenbar wird. Der Dialog
muss so geführt werden, dass die Resonanz der Heilspläne Gottes für alle
Menschen mitschwingt. Er soll deshalb jedenfalls in der Normalität des
Alltags mit seinen Begegnungen und Gelegenheiten beheimatet sein.
o Je weniger Getue, desto haltbarer! Dialog meint nicht vorlaut und
schlagfertig zu sein; alles schon besser zu wissen – vielmehr muss man gut
hören können und das meint oft: Schweigen.
o Man soll sich nicht scheuen, Fragen an Angehörige anderer
Religionen zu stellen, also lernwillig sein.
o Vor allem aber gilt es, Auskünfte über den eigenen Glauben
einzuholen – man denke an Maria, die manches Unbegreifliche in ihrem Herzen
bewahrte und erwog!
Wenn die Liebe Christi ihre einzelnen Gläubigen zu drängen beginnt, dann
werden diese erfinderisch, was Rahmen und Inhalte der Religionsgespräche
betrifft: Gerade der Alltag bringt reichlich Gleichnisse, um
Glaubensbeziehungen aufzubauen und zu vertiefen. Es müssen nicht immer und
vornehmlich abstrakte Glaubenssätze sein, um die Gespräche kreisen. Der
Dialog des Lebens, wie ihn der heilige Franz Xaver richtig nennt, bleibt die
Basis.
Gelegenheiten nützen
Gleichwohl ist darauf zu achten, dass sich auch feste gemeindliche
Traditionen bilden können. Die Einführung eines neuen Pfarrers oder Kaplans
könnte zum Beispiel willkommener Anlass für eine Einladung an Vertreter
anderer Glaubensgemeinschaften im Bezirk bzw. in der Region sein. Tage der
offenen Tür sollten angeboten und genutzt werden. Dabei darf es auch
Abwechslung der Programme geben! Gesprächsrunden unter Bekannten und
Freunden profitieren von gemeinsam abgestimmten Themenreihen. Gemeinde- oder
auch Familienfeste bieten sich zum Austausch von Aufmerksamkeiten an.
Dasselbe gilt für Krankheits- und Notfälle. Manchmal kann eine gezielte
Reise, vielleicht ein gelegentlicher Ausflug, Kontakte vertiefen.
Vor Gesprächen dieser Art mit ausgesprochenen Sekten ist freilich zu
warnen. Dafür gibt es Beratung bei den Österreich weiten Referaten für
Sekten- und Weltanschauungsfragen.
Diesen Bericht von Rektor Msgr. Petrus Bsteh lesen Sie auf Seite 12
der aktuellen Ausgabe des "Sonntag" Nr. 11 vom 18. März (erhältlich u.a. in
Ihrer Pfarre).
”Religionen unterwegs“
”Religionen unterwegs“,
Zeitschrift der ”Kontaktstelle“: interreligiöse Themen,
Grundwissen, Veranstaltungen;
36 Seiten,
erscheint viermal jährlich:
Jahresabo: Euro 16,-;
Einzelheft: Euro 5,-
Kontaktstelle für Weltreligionen
Kontaktstelle für Weltreligionen
(eine Dienststelle der Österreichischen Bischofskonferenz), die Rektor
Msgr. Petrus Bsteh leitet:
Türkenstraße 3/302; 1090 Wien;
Tel: 01/317 84 70, Fax: 317 84 70-4;
E-Mail: kontaktstelle@weltreligionen.at
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16.03.2007 |