A. Zeilinger über die "Rolle des Schöpfers" © Herzenberger

Bei der Brucknerfest-Eröffnung in Linz sprach der Wiener Quantenphysiker Anton Zeilinger darüber, „wie das Neue in die Welt kommt“. Der ”Sonntag“ zitiert daraus.

© Herzenberger
Der Quantenphysiker Anton Zeilinger, der auch Cello und Kontrabass spielt, bei der Eröffnungsrede des Linzer Brucknerfestes am vergangenen Sonntag.

Die Frage, wie das Neue in die Welt kommt, sei von besonderer Bedeutung auch in der Biologie. In der jetzt wieder entflammten Diskussion um die theologische Sicht der Evolution gehe es genau um diese fundamentale Frage, sagte Anton Zeilinger in seiner Festrede. Er betrachte es ”als großes Missverständnis, darin den Kern einer neuen Auseinandersetzung zwischen Kirche und Naturwissenschaften zu sehen“.

Der sich aufdrängende Eindruck eines wunderbar ausgedachten, komplexen Systems, in dem alles zusammenpasse, sei nach der Evolutionstheorie jedoch nicht die Konsequenz eines Bauplanes, nicht die Konsequenz eines ,intelligent design‘, sondern das Ergebnis unzähliger zufälliger Veränderungen.

”Wo bleibt in einem solchen System die Rolle für einen Schöpfer, für Gott?“, fragte der Quantenphysiker: ”Zum Ersten natürlich in Grundfragen, auf die die Naturwissenschaft von ihrer Natur her keine Antwort geben kann:

Fragen wie ,Was ist die Voraussetzung des Seins?
Woher kommt dieses Sein-Können?‘,
Woher kommen die Naturgesetze?‘,
Woher kommen schließlich die Gesetze, die die Evolution ermöglichen?‘“

”Wenn also die Evolutionsbiologie deklariert, dass die einzelne Mutation rein zufällig ist, dann kann der Theologie nichts besseres passieren.
Hier ist wieder Raum für die elementaren Schöpfungsakte“, meint Zeilinger.



Den gesamten Artikel von Gabriele Neuwirth lesen Sie auf der Seite 2 der aktuellen Ausgabe von "Der Sonntag" Nr. 38 vom 18.9.

Der „Sonntag“ bringt mit freundlicher Genehmigung des Brucknerhauses den Wortlaut. Zeilinger Festrede 2005

Dazu auch: www.brucknerhaus.linz.at

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