Ausgabe Nr. 06 - 12.02.2012
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Sprung in die gottgeschenkte Freiheit
Beichten heißt auch: Loslassen von verkrampften Versuchen, das Leben selbst in den Griff zu bekommen, und Einlassen auf den, der Leben in Fülle schenkt.

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Beichte als Erfahrung neuer Freiheit.

Braucht es die Beichte heute überhaupt noch? Oft hört man: Wer geht denn heute noch beichten? Man stellt sich einen verstaubten, kalten, dunklen, mit anderen Worten ausgedrückt, unsympathischen Ort vor, an dem man irgendeinem unbekannten Priester von irgendwelchen Fehlern in seinem Leben erzählt. Und das soll gut sein? Soll helfen? Wozu?

Diese Fragen sind berechtigt, denn in unserer heutigen Zeit wollen die Menschen verstehen, warum sie etwas tun. Ein ”Weil man das halt macht“, oder ”so bin ich eben groß geworden“ reicht schon lange nicht mehr aus, um heranwachsende Generationen für etwas zu begeistern. Sie müssen es verstehen, um sich dann selbst entscheiden zu können. Das ist gut so, denn es eröffnet neue Wege und Möglichkeiten über Dinge zu reden und den Glauben auf neue Art und Weise zur Sprache zu bringen.

Sich einlassen auf den, der Leben schenkt
Beichten bedeutet in erster Linie los- und sich einlassen. Loslassen von eigenen verkrampften Versuchen, sein Leben in den Griff zu bekommen, und sich einlassen auf den, der Leben schenkt in Fülle. Der Dreieinige Gott ist ein liebender Gott, der will, dass wir einander wohlwollend begegnen und respektieren. Die Sünde, die den Menschen mit Gott und Mitmenschen entzweit, ihn schwer (er)tragen lässt, er selbst zu sein, und als Folge ihn dazu drängt, sein eigenes Leben egoistisch zu gestalten, wird in der Beichte durch die Liebe Gottes aufgelöst.

Durch diese Liebe wird der Mensch erst wirklich Mensch – so wie er von Gott geschaffen wurde: Ein großartiges und perfektes Werk seiner Liebe. Blaise Pascal sagte dazu: ”Es ist nicht auszudenken, was Gott aus den Scherben unseres Lebens machen kann, wenn wir sie ihm ganz überlassen!“

Der Neuanfang ist ein Prozess
Die Beichte ist eine Einladung Gottes an uns, ihm diese Scherben gänzlich zu übergeben, ganz neu anzufangen. Doch Beichte ist nicht nur ein punktueller, einmaliger Moment der Umkehr und der Versöhnung mit Gott sowie ein Moment des Neuanfangs, sie stellt einen Prozess dar. Beichte ist Umkehr und Neubeginn – immer wieder. Doch wer sich auf diesen Weg einlässt und den eigenen losgelassen hat, wird es sicher nicht bereuen. Es ist ein Weg des Heils mit dem Ziel, ganz der Mensch zu werden, der man in Gottes Augen ist.

Einladung Gottes

Es ist sicher nicht leicht, sich auf diesen Weg einzulassen und den ersten Schritt zu wagen. Schlechte Erinnerungen, negative Erzählungen von anderen, ein oftmals negatives Bild der Medien, eine Distanz zur Kirche, machen es oft schwer, dem Ganzen noch eine Chance zu geben. Wir können die Fehler in der Vergangenheit und schlechte Erfahrungen nicht ändern, wir können auch das Geheimnis dieses Sakramentes nie gänzlich erklären, aber wir können versuchen, eine Einladung anzunehmen, die auf unserer persönlichen (positiven) Erfahrung beruht. Jeder, jede hat einmal angefangen und sich auf den Weg begeben.
    Justyna Okolowicz

Theologiestudierende schreiben für Leserinnen und Leser des Sonntag“: Die Serie über das Sakrament der Umkehr und Versöhnung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Institut für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien.
»www.univie.ac.at/ktf«








Diesen Bericht lesen Sie auf Seite 9 der aktuellen Ausgabe von "Der Sonntag" Nr. 14 vom 5. 4. 2009 (erhältlich in Ihrer Kirche).

03.04.2009

Kurz notiert

Putin als Baby getauft

Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin ist als Baby gegen den Willen seines Vaters heimlich getauft worden.

Seine Mutter habe ihn im Alter von eineinhalb Monaten in der Christ-Verklärungs-Kirche in Sankt Petersburg taufen lassen, in deren Nähe sie wohnten, sagte Putin nach dem Besuch des dortigen Weihnachtsgottesdienstes nach Angaben der Regierung.