Osterzeit: Chance des Neuanfangs © bbox, rg

Wie kann man sich auf die Beichte vorbereiten? Wie beichtet man? Über praktische Aspekte zum Bußsakrament und über die Chance, Fastenzeit und Ostern als Neuanfang zu begreifen.

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Nach entsprechender Vorbereitung in der Fastenzeit kann die österliche Tauferneuerung die Wasserscheide einer echten Umkehr bedeuten.

Vielleicht liegt die letzte Versöhnung im Bußsakrament schon einige Zeit zurück und wurde sogar als Pflicht, Last oder Demütigung erfahren. Doch Jesu Ende am Kreuz, das wir in der Zeit vor Ostern betrachten, führt uns in besonderer Weise vor Augen: Gott wirbt um unseren Neuanfang. Die gelebte Fastenzeit schafft Freiräume, die den Blick dafür offenhalten.

Die Beichte: Ort für einen Neuanfang
Um sich von der Kraft des Bußsakraments aufrichten zu lassen, ist der Gläubige nicht allein auf den  Ortspfarrer verwiesen. Viele Bußgottesdienste dieser Tage werden von auswärtigen Beichtvätern unterstützt. Wer zeitliche Flexibilität und Anonymität schätzt, findet im Stephansdom und andernorts zu verschiedenen Tagzeiten offene Beichtstühle. Manche sind als begehbare Räume eingerichtet, in denen sich der Priester auf Wunsch des Beichtenden mit diesem an einen Tisch setzen kann.

Wie  kann ich mich auf das Beichtgespräch vorbereiten?
Dem Beichtentschluss kommt zugute, wenn wir für den zukünftigen Beichtvater und für eine gute Hilfe durch ihn beten. Im Detail sollte man die Person des Priesters nicht zu hoch veranschlagen, da das Sündenbekenntnis an Gott gerichtet ist. Der Priester handelt hier nur stellvertretend in der Vollmacht Christi.

Bei der Vorbereitung, der Gewissenserforschung, können wir uns von einem der Beichtspiegel (z.B. aus dem Gotteslob) leiten lassen. Hierbei stellen wir eine Reihe von Fragen an uns und unser Leben. Unsere Lebensfelder vor der Güte Gottes zu betrachten und auf seine Barmherzigkeit zu vertrauen, öffnet uns für die Reue. Die Aufrichtigkeit bei der Reue ist besonders hervorzuheben, denn in der Liebe zu Gott sollten wir nicht an unserem Selbstbild halt machen.

Wie kann ein Beichtgespräch ablaufen?
Wir beginnen mit einem Kreuzzeichen. Dann versuchen wir unsere Lebenssituation zu beschreiben. Im Gespräch bekennen wir, was wir Böses getan haben, und auch, ob diese Handlungen einmalig waren oder zur Gewohnheit geworden sind. Aber auch das Gute, das wir unterlassen haben, wird zur Sprache gebracht. Reue und Umkehrwillen sollen am Ende nochmal Ausdruck finden, auch, ob wir schon mit dem Bemühen um Besserung begonnen haben. Der Beichtvater trägt eine Buße auf, um uns bei der Überwindung einer Fehlhaltung zu helfen. Sie kann verschieden ausfallen, etwa als Gebet, das uns die Güte Gottes vor Augen hält. Danach spricht er uns los von unseren Sünden.

In Umkehr und Buße bewusst wieder Christ werden“
Mit dem bevorstehenden Osterfest bereiten wir uns auf den Höhepunkt des Jahres vor. Das Angebot von Bundesschluss und Gottes Barmherzigkeit wird uns in den Lesungen der Liturgie immer wieder aufgezeigt. Dann, in der Osternacht, erfolgt die Tauffeier, in der wir uns an unsere Taufe erinnern: Wir sind darin unverdient mit dem ewigen Leben beschenkt worden und haben Teil an der Auferstehung Christi. Im österlichen Credo bekräftigen wir unsere Taufzustimmung. Nach entsprechender Vorbereitung in der Fastenzeit kann die österliche Tauferneuerung so die Wasserscheide einer echten Umkehr bedeuten.

Es ist die Zeit der Gnade, die Zeit, in der jeder Christ bewusst auf dem Grund seiner Hoffnung steht.
    Markus Finke

Studierende schreiben für den "Sonntag“

Theologiestudierende schreiben für Leserinnen und Leser des Sonntag“: Die Serie über das Sakrament der Umkehr und Versöhnung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Institut für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien.
»www.univie.ac.at/ktf«








Diesen Bericht lesen Sie auf Seite 7 der aktuellen Ausgabe von "Der Sonntag" Nr. 13 vom 29. 3. 2009 (erhältlich in Ihrer Kirche).

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