Ausgabe Nr. 06 - 12.02.2012
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Passt die Beichte noch in unsere Zeit?
”Der Sonntag“ bringt in der Fastenzeit eine Serie zum Bußsakrament, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Moraltheologie an der Uni Wien entstanden ist: Studierende schreiben für Leserinnen und Leser.

”Lasst euch mit Gott versöhnen!“ (1 Kor 5,20b)

Liebe Beichtende!
Liebe Beichtmuffel!

Zum Thema ”Beichten in einer sündenlosen Zeit?“ haben wir – eine Gruppe Theologiestudierender an der Universität Wien – versucht, Fragen und Antworten zu finden zu einem zeitgemäßen Umgang mit Buße, Beichte und Versöhnung.

Wir möchten Sie nun ganz herzlich einladen, uns bei unserer Annäherung an das Thema ”Beichten“ (”Vom Kennen und Erkennen zum Bekennen“ und ”Vom Vergeben und Verzeihen zum Versöhnen“) in den kommenden Wochen der Fastenzeit, der österlichen Bußzeit zu begleiten.

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Institut für Moraltheologie der Uni Wien:
Univ. Prof. Dr. Sigrid Müller und
Univ.-Ass. Mag. Slavomir Dlugoš (vorne Mitte)
mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Seminars.

Was soll ich denn beichten?

Was soll ich denn beichten? Gibt es überhaupt noch ein Bewusstsein von Sünde? Beeinflussen gesellschaftliche Strukturen und individuelle Lebensvorstellungen unser Verständnis von Schuld, Schuldgefühlen und Schuldverstrickung?

Derzeit erleben wir einerseits eine Zerrissenheit des Menschen zwischen Sinnsuche und Sinnleere und andererseits Widersprüche zeitgeistiger und kirchlicher Realität. Wir begegnen dabei sowohl dem Phänomen (halb-) leerer Kirchen und (halb-) leerer Beichtstühle als auch einem steigenden Interesse an Religiösem und Spirituellem im Allgemeinen und an christlicher Theologie und christlicher Literatur im Besonderen.

Der Begriff der Sünde und die Beichte werden heutzutage immer mehr tabuisiert und belächelt. Schuld wird häufig nicht erkannt, sondern eher geleugnet. Dies liegt wohl daran, dass die Freiheit und die Verantwortung des Menschen geleugnet werden und so die Wahrnehmung der eigenen, persönlichen Schuld und der Sünde vor Gott behindert wird. Selbstrechtfertigung und Fremdanklage sind demnach gängige Muster öffentlicher Kommunikation in Talk-Shows, wo private Dinge ausgebreitet werden, die eher einer vertraulichen Aussprache zuzuordnen wären.

Selbsterkenntnis ist Chance
Die Selbstbesinnung könnte zu einem Nachdenken über unser Tun und unser Unterlassen, unsere Verfehlungen und unsere Versäumnisse führen. Einen Schritt getan zu haben, den man ungeschehen machen möchte, ohne es zu können, gehört zu den bestürzenden und schmerzenden Erfahrungen des Lebens. In einer solchen Selbsterkenntnis liegt aber auch die Chance, unsere Verantwortung für uns selbst, für unsere Mitmenschen und vor Gott zu erkennen. Um mit Johannes Paul II. zu sprechen, ist ”die persönliche Umkehr der notwendige Weg zur Eintracht unter den Menschen“, denn ”Ausschluss Gottes, Bruch mit Gott, Ungehorsam gegen Gott: das war und ist die Sünde in der ganzen Menschheitsgeschichte“.

Im Gewissen hat der Mensch ein Bewusstsein und Mitwissen um sich selbst. Das Gewissen ruft uns zur Liebe (Gottes- und Nächstenliebe) und zum Tun des Guten und zur Unterlassung des Bösen an.

Somit ist die Beichte ein Gebet, in dem ich mein Gewissen erforsche und meine persönliche, einmalige und von mir zu verantwortende Schuld vor dem barmherzigen Gott bekenne.
Wer beichtet, sollte das Empfinden haben: Das bin jetzt wirklich ich.

Die Beichte, das Sakrament der Buße und Versöhnung, kann – im Sinne eines Alltags-Sakramentes – dann als Bereicherung in unser Leben hinein genommen werden, wenn unser Schuldbekenntnis zu einem Glaubensbekenntnis wird.
    Thomas Pfandler






Diesen Bericht lesen Sie auf Seite 7 der aktuellen Ausgabe von "Der Sonntag" Nr. 09 vom 1. 3. 2009 (erhältlich in Ihrer Kirche).

27.02.2009

Kurz notiert

„Stolz, Christ zu sein”

Für Popsänger Justin Bieber wäre die Welt ohne Jesus Christus „ein verlorener Ort”: „Ich bin stolz, Christ zu sein”, sagte der 17-Jährige der deutschen Zeitung „Bild am Sonntag”.

Er bete jeden Tag, so der Sänger, der neuerdings eine Tätowierung mit dem Antlitz Jesu nach einem Rubens-Gemälde auf der linken Wade trägt. Auch vor jedem seiner Auftritte spreche er Gebete auf Englisch und Hebräisch.

Das gebe ihm „die Kraft, die ich brauche, um jeden Tag alles geben zu können”. Zu Hause in Kanada gehe er, meist mit seinem Vater, regelmäßig in den Gottesdienst.