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Am vergangenen Sonntag ist das diesjährige dreitägige Treffen des Schülerkreises des ehemaligen Professors Joseph Ratzinger in Castel Gandolfo zu Ende gegangen.
Der Schülerkreis existiert seit den Professorentagen Ratzingers in Regensburg: „Wir bilden eine Mischung aus einem Veteranenclub und einem Akademikerclub”, so der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke, der seit seiner Promotion 1974 dazugehört: „Wir alle werden älter. Wir kennen uns seit vielen Jahren.” Der Schülerkreis lud ursprünglich Professor Ratzinger ein, „seit er Papst ist, hat der Heilige Vater das Heft in die Hand genommen und er lädt uns zu sich ein”, so Bischof Jaschke.
Thema war diesmal das Zweite Vatikanische Konzil, die Interpretation seiner Texte und die Liturgiereform. Hauptreferent war Erzbischof Kurt Koch, der neue Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.
Bei seiner Predigt bei der gemeinsamen Sonntagsmesse der Teilnehmer unterstrich Kardinal Christoph Schönborn die Bedeutung der Demut in der Kirche.
In Anspielung an den Streit der Apostel, wer von ihnen der Größte sei, meinte Schönborn, bis heute gebe es „offen oder subtil” den Streit um die Ehrenplätze. Dennoch habe Christus, der als Dienender gekommen sei, im Abendmahlsaal den Aposteln das Reich Gottes anvertraut.
Damit aber niemand durch die Größe der Berufung überheblich wird, seien die Apostel – und besonders ihr erster – zugleich „auf den letzten Platz gestellt”, zitierte der Wiener Erzbischof das Paulus-Wort aus dem 1. Korintherbrief (4,9), wo der Apostel auch schreibt: „Wir stehen da als Toren um Christi willen, wir werden beschimpft und segnen, wir werden verfolgt und halten stand, wir werden geschmäht und trösten.”
Diese Worte mögen dem Heiligen Vater Trost sein, so der Kardinal, „wenn selbst von Mitgläubigen, Mitchristen Beschimpfungen kommen”.
(red)