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2010 werden 3,8 Milliarden Euro für Pflege aufgewendet – in zehn Jahren werden es aufgrund der demografischen Entwicklung um 50 Prozent mehr sein.
Auf die offenen Fragen der Finanzierung und der Qualitätssicherung bei der Pflege machte Caritas-Präsident Franz Küberl in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Wiener Caritasdirektor Michael Landau aufmerksam: Die Probleme seien bekannt, aber „noch zu wenig diskutiert und bei weitem nicht gelöst”, kritisiert Küberl anlässlich des Starts der Caritas-Pflegekampagne 2010. „Vieles ist offen, nix ist fix, könnte man auf gut österreichisch sagen.”
Eckpunkt der Caritas-Vorschläge ist die solidarische Absicherung des Pflegerisikos durch einen Pflegefonds. Statt des derzeitigen Kompetenz-Wirrwarrs bei der Finanzierung von Pflegeleistungen müssten Bund, Länder, Gemeinden und auch die Sozialversicherungsträger bei der Umsetzung des Pflegefonds an einem Strang ziehen – „und zwar jetzt und nicht irgendwann”, wie Caritasdirektor Landau betonte.
Mit Küberl ist er sich darin einig, woraus dieser Fonds zu speisen wäre: Die Caritas plädiert für Mittel aus einer noch zu schaffenden Vermögenszuwachssteuer oder einer reformierten, zweckgebundenen Erbschaftssteuer. Dazu müssten in den Fonds jene Mittel einfließen, die derzeit schon für Pflege zur Verfügung stehen.
Zusätzlich brauche es bessere Strukturen, um die „massive Zersplitterung” der derzeitigen Pflegefinanzierung zu beseitigen.
Angehörige leisteten immer noch den Löwenanteil an Pflege, der Gegenwert dieser Betreuung im Familienverbund werde auf 2 bis 3 Milliarden Euro jährlich geschätzt, so Landau. Pflege sei „nicht einfach Privatsache”, hier würden Leistungen für die gesamte Gesellschaft erbracht.
Landau fordert eine „Entlastungsoffensive” für pflegende Angehörige durch ein ganzes Maßnahmenpaket: die flächendeckende Schaffung von Unterstützungsangeboten (stundenweise Pflege, Kurzzeitpflege, Tageszentren), Pflegeberatung und -anleitung durch diplomierte Pflegepersonen vor Ort, psychosoziale Beratungsangebote und bessere Vereinbarkeit von Beruf und der Pflege von Angehörigen (flexible Arbeitszeitmodelle).
Mit der Kampagne „Caritas & Ich” werden (im Rahmen der geplanten Aktion „Österreich liest vor”) Freiwillige gesucht, die alten und kranken Mitbürgern, die selbst nicht mehr lesen können, vorlesen.
(red)