Wissen um Menschenrechte liegt in Österreich im Argen © Privat

Scharfe Kritik an neuer Studie über Menschenrechte in Österreich: Das Thema Religionsfreiheit wurde nicht einbezogen, moniert Sozialethikerin Prof. Ingeborg Gabriel.

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Wenige wissen es: Das Recht auf Asyl bei Verfolgung ist in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert.

Die Religionsfreiheit bildet eine der zentralsten Errungenschaften der Menschenrechte – und dennoch wird gerade dieses Recht bei der aktuellen Studie der „Initiative Menschenrechte.jetzt” zur Situation der Menschenrechte in Österreich übergangen.

Mit dieser scharfen Kritik an der Methodik der jüngst vorgelegten Studie hat sich die Wiener Sozialethikerin und Direktorin der Kommission „Iustitia et Pax”, Univ.-Prof. Ingeborg Gabriel, zu Wort gemeldet.

Zwar sei die Studienintention – auf wunde Punkte der Menschenrechtsbildung in Österreich hinzuweisen – sehr löblich, umso erstaunlicher sei es aber, „dass das zentrale Recht auf Religions- und Kultfreiheit, das eines der Wurzeln der Menschenrechte ist, von den Verfassern der Studie nicht abgefragt wird”, so Gabriel.

Nur ein Drittel kennt Recht auf Asyl

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Dr. Ingeborg Gabriel ist Universitätsprofessorin für Sozialethik und Vorsitzende der Kommission „Iustitia et Pax”.

Die repräsentative Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Österreicher zwar mehrheitlich die Menschenrechte schätzen und ein verstärktes Engagement für die Einhaltung der Menschenrechte fordern (73 Prozent); zugleich jedoch zeigt die Studie, dass überhaupt nur ein Drittel der Befragten das Recht auf Asyl als Menschenrecht kennt, den Schutz von Flüchtlingen kennt nur ein Viertel.

Die meisten wisssen laut Studie über die Meinungs- und Pressefreiheit Bescheid (69 Prozent), das Recht auf Gleichbehandlung kennen 67 Prozent und das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit 65 Prozent.

Erschreckend: Die Rechte auf Schutz von Minderheiten kennen nur 32 Prozent. Am wenigsten schutzberechtigt erachteten die Befragten homosexuelle Menschen, Angehörige religiöser und ethnischer Minderheiten sowie Asylanten.

Gabriel: Es sei eines der „beunruhigenden” Ergebnisse der Studie, dass das Wissen um die Menschenrechte gerade bei jüngeren Probanden geringer ist. Dies decke sich allerdings auch mit ihrer eigenen Erfahrung mit Studierenden, die oftmals kaum etwas über das Thema Menschenrechte wissen, sagt Gabriel.

Auch wenn es erfreulich sei, dass zumindest der Bekanntheitsgrad der sozialen Rechte relativ hoch sei, bestehe dennoch „ein hoher gesamtgesellschaftlicher Aufklärungs- und Bildungsbedarf über die Grundwerte unseres Zusammenlebens”.

Für die repräsentative Studie wurden 1.000 Personen über 14 Jahre in Österreich befragt. Die  „Initiative menschenrechte.jetzt” – sie gab den Auftrag zur Studie – vereint mehr als 270 NGO’s , die sich mit der Umsetzung von Menschenrechten in Österreich befassen.

(red)

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