 Viele sind auf der Suche nach Arbeit - zu viele.
|
|
Caritaspräsident Franz Küberl hat die politischen Verantwortungsträger in Österreich dazu aufgerufen, die Armut im Land wirkungsvoller zu bekämpfen.
Letztlich gehe das nur über Erwerbsarbeit für möglichst viele Menschen, so Küberl. In diesem Sinne wolle er auch die von der Caritas seit Jahren geforderte bedarfsorientierte Mindestsicherung sehen.
Der Bezug dieser Hilfe sei kein erstrebenswertes Lebensziel, sondern die Mindestsicherung sollte als Überbrückungshilfe dienen, bis es Menschen aus einer schwierigen Situation heraus wieder ins Berufsleben schaffen.
„Politische Hängematte”Debatten im Zusammenhang mit der Mindestsicherung über Sozialschmarotzertum und „soziale Hängematten” wies Küberl scharf zurück. Politiker sollten nicht aus ihrer eigenen „politischen Hängematte“ heraus über andere Hängematten schimpfen sondern in dieser Zeit vielmehr Arbeitsplätze schaffen.
Das von der EU ausgerufene „Europäische Jahr der Armutsbekämpfung” bezeichnete Küberl als durchaus sinnvolle Initiative. Die EU werde sich endlich auch ihrer sozialen Dimension bewusst; diese sei bisher vernachlässigt worden. Zwar seien in erster Linie die Nationalstaaten für die Bekämpfung der Armut im eigenen Land zuständig, es brauche aber viel mehr Zusammenarbeit in sozialen Fragen über die Grenzen hinweg.
Küberl: „Letztlich kann es mir nur dann gut gehen, wenn es auch meinem Nachbarn gut geht.”
Zur jüngsten Debatte um das geplante Erstaufnahmezentrum für Asylwerber im burgenländischen Eberau meinte der Caritaspräsident, dass hier der dritte Schritt vor dem ersten unternommen worden sei. Zuerst hätte es einen Konsens innerhalb der Bundesregierung gebraucht, bevor weitere Schritte in Angriff genommen würden.
Klar sei, dass Traiskirchen entlastet werden müsse, Erstaufnahmezentren für Asylwerber seien aber notwendig, um grundlegende Fragen abzuklären. Bei der Planung eines solchen Zentrums müssten aber auch die Sorgen der Bevölkerung ernst genommen werden. Klüger wäre es zudem, Erstaufnahmezentren eher in der Nähe von Ballungsräumen zu errichten, meinte Küberl.
(red)
25.02.2010 |