Zeugnis geben für die Welt © kathbild.at/Rupprecht

Über den „Weltauftrag” der Laien sprach der „Sonntag” mit dem – für drei Jahre wiedergewählten – Präsidenten der „Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände”, Josef Zemanek.

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Laien brauchen eine intensive gesellschaftliche Vernetzung.

Was ist der Auftrag der Laien für die Welt von heute?

Dr. Josef Zemanek:
Diesen Auftrag kann man nach wie vor zusammenfassen als Sendung, die Ordnung der inzwischen international zu verstehenden Gesellschaft so mit dem Geist des Evangeliums zu durchdringen, dass die in der Schöpfung grundgelegte Ordnung Gottes immer mehr zum Durchbruch kommt. 

Nur diese Ordnung lässt erwarten, dass möglichst alle Menschen die Voraussetzungen für ein physisch gesichertes, vor allem aber sinnerfülltes und eigenverantwortliches Leben führen können.

Dieser letzte Sinn des Menschenlebens ist nicht im Genuss materieller Güter zu finden, sondern ausschließlich in personalen Beziehungen, zwischen Menschen ebenso wie zu Gott. Nachvollziehbare ethische Entscheidungen sind der Weg dazu.

Dementsprechend muss die gesellschaftliche Ordnung alle Menschenrechte garantieren und deshalb auch ethische Grundstrukturen umfassen.  

Welche Voraussetzungen sollten zur Erfüllung des „Weltauftrages” der Laien gesichert sein?


Zemanek:
Aufgabenspezifisches Fachwissen und dem persönlichen Bildungsstand entsprechende theologische Kompetenz sind fachliche Voraussetzungen.

Soziale Voraussetzungen sind ausgeprägtes zwischenmenschliches Verständnis und Kommunikationsfähigkeit.

Eine biblisch geprägte spirituelle Grundlage und eine überzeugte kirchliche Gesinnung schließlich sind die Basis.

Humor und eine gewisse Hartnäckigkeit gegenüber Enttäuschungen sind nützliche Ergänzungen. 

Die notwendigen intensiven gesellschaftlichen Vernetzungen bedingen eine tragfähige Organisation, die von der kirchlichen Verwaltung zumindest mitbetreut werden muss, sowie regelmäßige Abstimmung der Meinungen.

Fachliche Begleitung und erkennbare Einbindung in das Apostolat der Kirche müssen Erfolg und persönliche Sicherheit garantieren. Ausdrückliche Rückendeckung muss der Öffentlichkeit signalisieren, dass nicht bloße Privatmeinungen durchgesetzt werden sollen. „Nun macht mal schön!”, ist zu wenig.

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DDr. Josef Zemanek ist als Präsident der Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände (siehe Kasten) wiedergewählt worden.

Sind die Laien zur Erfüllung dieses Weltauftrages effizient organisiert?  

Zemanek: Leider bei weitem nicht, weder innerdiözesan, noch national, und im europäischen und internationalen Bereich wurden noch kaum Basisstrukturen gefunden.

Die zahlreichen überkommenen, aber auch überholten Strukturmuster führen zu Versteinerung, und verzehren zu viel Energie, Leistungsbereitschaft und nicht zuletzt wirtschaftliche Mittel.

Wie stark ist die Identifikation der Laien mit der irdischen „Sozialstruktur” Kirche?

Zemanek:
Glücklicherweise steht wohl die Kirche als Heilsgemeinschaft bei kaum einem Laien zur Diskussion. Von der irdisch sichtbaren Sozialstruktur der Kirche hingegen gehen doch viele in größere Distanz, als zuträglich wäre.

Zwar lässt sich die Zeit der Begeisterung des Vatikanum II nicht beliebig verlängern. Die Begeisterung und das Interesse für die Kirche als die Sache Jesu – wenn auch in oft reichlich menschlichem Gewand – könnten dennoch oft erheblich größer sein.

Konstruktive Kritik und loyaler Verbesserungswille stehen dem keineswegs entgegen.

Deutlich mehr Zuversicht, Energie und Mut aller Verantwortungsträger würde diese Begeisterung aber auch wesentlich begünstigen.

(red)

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