 Beim Abend der interreligiösen Musik.
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„Wir sind als Fremde gekommen und gehen als Freunde”, sagt „Sonntag”-Redakteur Wolfgang Linhart, Bereichsleiter des „Dorfes der Religionen”, das im internationalen Pfadfinderlager „urSPRUNG 2010” im Schlosspark Laxenburg aufgebaut worden war.
7.600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 28 Ländern waren vom 2. bis 12. August zum Jubiläumslager „100 Jahre Pfadfinder in Österreich” nach Laxenburg gekommen. Die Stimmung im „Dorf”, das von mehr als der Hälfte der Teilnehmer besucht wurde, sei ausgezeichnet gewesen, Berührungsängste zwischen den Kindern oder den einzelnen Religionen – Katholiken, Protestanten, Orthodoxe, Juden, Muslime und Buddhisten – hätte es keine gegeben, so die Bilanz des Bereichsleiters.
Unter den vielen prominenten Besuchern – u. a. Wiens Bischofsvikar Prälat Karl Rühringer, Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister, Caritas-Direktor Michael Landau, Diakonie-Direktor Michael Chalupka und Carla Amina Baghajati – war auch Weihbischof Stephan Turnovszky.
 Weihbischof Turnovszky bei einem Gespräch im „Dorf der Religionen”.
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Er selbst sei zwar nie Pfadfinder gewesen, allerdings viele seiner Freunde, sagte Turnovszky. Der „Jugendbischof” zeigte sich von der Dimension des Lagers und den vielen fröhlichen, lachenden Kindern „überwältigt” und überbrachte Grüße von Kardinal Christoph Schönborn.
Der Weihbischof unternahm auch einen Rundgang durch das „Dorf der Religionen”: Er sei begeistert vom Engagement, mit dem im „Dorf” Kinder für Religionen sensibilisiert würden, so Turnovszky. Es sei wichtig, Kinder so zu begeistern, dass sie den Weg zur Religion finden.
Auch Weihbischof Franz Scharl hatte sich bei einem Rundgang positiv überrascht gezeigt vom „friedlichen, herzlichen interreligiösen Dialog”: „Es wäre schön, wenn es immer so wäre”, sagte Scharl.
 Die orthodoxe Kirche stellte sich mit einem eigenen Zelt vor.
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Die sechs für Österreich relevanten große Kirchen und Glaubensgemeinschaften präsentierten dabei ihr Glaubensleben, Hauptfeste und Rituale ihrer Religionen auf „Augenhöhe” der Kinder in einzelnen Zelten.
So gab es im Zelt der Muslime Tee, „Henna-Tattoos” und die Möglichkeit, Lesezeichen zu basteln. Ikonenmalerei und Kirchenmusik standen u.a. bei den orthodoxen Vertretern am Programm, und wer schon immer wissen wollte, was genau ein Rabbiner oder eine Bar Mizwa ist, erfuhr dies sowie weiteres Wissenswertes am „jüdischen” Zelt.
Eine Buddha-Statue, Räucherstäbchen und Klangschalen erwartete die „Pfadis” im Zelt der Buddhisten, während die evangelische Kirche Bibeln in verschiedenen Sprachen präsentierte und bei einem Workshop Kerzen verziert wurden.
Im Zelt der Katholischen Kirche konnten die Jugendlichen Rosenkränze basteln, bei einem Ministranten-Workshop Altar-Glocken läuten oder auf Orgelpfeifen eine Melodie spielen.
Vielen „Pfadis” sei bei ihrem Besuch im „Dorf der Religionen” „eine besondere Stimmung des Friedens” aufgefallen, betonte Bereichsleiter Linhart.
(red)
19.08.2010 |