„Imame-Fortbildung” über Kirche und Kultur © Privat

Beim landeskundlichen Lehrgang stand Ende Februar für 14 Imame aus der Türkei u.a. ein Besuch im Caritas-Haus „Miriam” und eine Führung durch den Stephansdom auf dem Programm.

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Die Imame aus der Türkei wurden durch den nächtlichen Stephansdom geführt.

14 türkische Imame, die in den nächsten Jahren in Österreich als Seelsorger arbeiten werden, konnten sich vergangene Woche in Wien in einem einwöchigen Lehrgang mit der österreichischen Kultur- und unserem Rechtssystem vertraut machen.

Die Kirchen sind maßgeblich in diesen Lehrgang, der vom Außenministerium in Zusammenarbeit mit dem türkischen staatlichen Religionsamt veranstaltet wird, eingebunden.

Der Lehrgang im kirchlichen Afro-Asiatischen Institut enthielt auch Module über das politische System in Österreich, die hier ansässigen Religionen, über Kultur, Menschenrechte, Demokratie und Religionsfreiheit.

Zu den Vortragenden zählten u. a. die katholische Sozialethikerin Ingeborg Gabriel, die evangelische Theologin Susanne Heine, der islamische Religionspädagoge Ednan Aslan und der Islambeauftragte der Erzdiözese Wien, Dechant Martin Rupprecht.

„Die neuen Imame werden durch den Lehrgang nicht nur theoretisch mit Österreich vertraut gemacht, sondern können auch gleich eine Reihe von nützlichen persönlichen Kontakten knüpfen”, so Rupprecht

Zuflucht vor Gewalt im Caritas-Haus „Miriam”

Am Montagvormittag stand ein Besuch im Wiener Caritas Haus „Miriam” auf dem Programm, in dem auch muslimische Frauen, die von häuslicher Gewalt oder Zwangsheirat bedroht sind, Zuflucht finden. Die Imame würden so mit einem brennenden Problem konfrontiert und könnten in einem nächsten Schritt ihre Aufgabe und Verantwortung als Prediger in den Moscheen reflektieren, unterstrich Rupprecht.

Dieser Lehrgang, der bereits zum zweiten Mal durchgeführt wird, sei letztlich auch eine Frucht des Besuchs von Kardinal Christoph Schönborn im Jahr 2008 in der Türkei. Damals war eine intensivere Zusammenarbeit vereinbart worden war. Inzwischen sei bereits sehr viel an Vertrauen gewachsen, so Rupprecht.

Den Imame-Lehrgang werde es künftig jedes Jahr geben. Außerdem werde das Wiener Institut für islamische Religionspädagogik ab kommendem Herbst einen zweijährigen landeskundlichen Lehrgang für Imame und muslimische Religionslehrer anbietet, in dem diese ihre Kenntnisse vertiefen können.

Der Lehrgang beinhaltet auch Praktika bei der Caritas oder in Wiener Pfarren, ergänzt Dechant Rupprecht. Insgesamt gebe es in Österreich derzeit etwa 200 Moschee-Gemeinden türkischer Prägung.

(red)

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