Bestärkung für den Mai © kathbild.at/Rupprecht

Pastoralamtsleiter Michael Scharf über die vielschichtigen Erwartungen an die 2. Diözesanversammlung – vom 11. bis 13. März.

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„Apostelgeschichte 2010”: Bei den Themen aus den Arbeitsgruppen wird es „eine organische Weiterarbeit geben...”

Wie ist die diözesane Stimmung jetzt kurz vor der 2. Diözesanversammlung?
Wie sind die  Erwartungen?


Scharf: Die Stimmung ist durchaus vielschichtig. Einerseits hören wir von großer Vorfreude, gerade von jenen, die bei der 1. Diözesanversammlung dabei waren und die sich aufgrund der Atmosphäre, aufgrund dessen, was sie erlebt haben, freuen.

Andererseits sind natürlich Fragen da. Wie wird es mit den eingebrachten Themen weitergehen, die bei der 1. Diözesanversammlung im Oktober angesprochen worden sind?

Wie wird mit diesen  „Gruppen-Ergebnissen” umgegangen, welche Rolle spielen sie bei der 2. Diözesanversammlung?


Scharf: Regina Polak vom „Institut für Praktische Theologie” hat die Gruppenergebnisse aufgearbeitet. Das wird der Einstieg in den ersten Teil der 2. Diözesanversammlung sein, wo wir einen Rückblick auf die 1. Diözesanversammlung geben werden und wo es zu den sieben Themenbereichen eine Zusammenfassung von Regina Polak geben wird, jeweils zu dem betreffenden Thema.

Wir haben versucht, Menschen zu finden, die zu den Themenbereichen Interessantes zeugnishaft sagen können. Die Themen werden hier und in der Gruppenphase präsent sein, es wird wieder zu den sieben Themen Gruppen geben. Ich gehe davon aus, dass es eine organische Weiterarbeit geben wird.

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Mag. Michael Scharf ist Leiter des Pastoralamtes.

Worum geht es – einfach gesagt – bei der 2. Diözesanversammlung?

Scharf: Das Grundthema, das wir uns im Blick auf die Vorbereitung der Missionswoche im Mai vorgenommen haben, ist die Frage nach der Haltung in der Mission. Wie gehe ich  in ein Gespräch, bei dem ich von der Hoffnung Zeugnis geben möchte, die mich erfüllt?

Dazu gibt es Arbeitsgruppen, ausgeweitete Zeiten des „offenen Mikrophons”, es wird Raum da sein, auch noch andere Themen einzubringen. Wir werden eine sehr bunte Palette an Themen haben. Die Grundfrage ist: Wie gehe ich in ein missionarisches Gespräch, sodass es freundlich, sympathisch, werbend, beim Anderen ankommen kann?

Wenn die Delegierten am 13. März den Dom verlassen, was sollen sie erfahren haben und was sollen sie mitnehmen?


Scharf: Ich hoffe, dass sie Bestärkung mitnehmen. Sie werden eine Diözesanleitung erlebt haben, die präsent war und zugehört hat. Dazu kommt hoffentlich eine große Freude für die Vorbereitung der Missionswoche im Mai.

Wer sind die Adressaten unseres missionarischen Tuns?


Scharf: Alle Menschen, denen wir begegnen. Mission ist eine Lebensaufgabe, in der Nachfolge zu wachsen, Jesus Christus immer tiefer kennenzulernen und ihn als Lebenswirklichkeit in meinem Leben zu erfahren. Mission ist schlicht das Erzählen  von  der Hoffnung, die uns erfüllt. Jenen Menschen gegenüber, die an die Kirche noch nicht so den Anschluss gefunden haben, bis hin zu jenen, die ungetauft sind, die vom Christentum noch nie etwas gehört haben.

Kardinal Schönborn spricht im Zusammenhang mit Mission vom „Vorhof der Heiden”. Sind wir imstande, einen solchen „Vorhof” offen zu halten und zu gestalten?

Scharf: Ich denke, dass es notwendig ist. Wobei viele Pfarren  das, was der Kardinal meint, auch mit anderen Bildern zu beschreiben versuchen, wenn man etwa von offenen, unscharfen Grenzen spricht. Es ist sehr schwierig zu sagen: Wo ist die Grenze  von Kirche, wo von Gemeinde? Nach welchen Kriterien lege ich das fest?

Sind das jene, die ehrenamtlich mitarbeiten? Oder jene, die sonntags in die Kirche gehen, oder jene, die den Kirchenbeitrag zahlen? Die Bandbreite ist sehr groß. Wir haben als Kirche die Aufgabe und die Pflicht, viele Andockmöglichkeiten für Menschen zu finden, sie einzuladen, mit uns in Berührung zu kommen.

Ob das Heiden im klassischen Sinn sind, also Menschen, die nicht getauft sind, oder Menschen, die noch nicht so mit uns partizipieren, wie wir es gerne hätten, will ich einmal offen lassen.

Wobei es schwierig ist, von uns aus festzulegen, wer dazugehört. Da bin ich vorsichtig. Als Kirche brauchen wir diese Andockstellen: Der ganze Prozess Apg2010 dient letztlich dazu, den Menschen zu ermöglichen, in solche Vorhöfe, Höfe, in Kirche hineinzukommen.

(red)

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