 Rund zwanzig in Kutten gekleidete Laienspielerinnen und -spieler führen die insgesamt 26 etwa einen Meter großen Holzfiguren.
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Eibesthal, das nur wenige Kilometer von Mistelbach entfernt im Herzen des Weinviertels liegt, kann auf eine lange Passionsspieltradition zurückblicken. Zwischen 1898 und 1911 wurde hier in großem Stil in einer eigens dafür erbauten Halle gespielt, und die Aufführungen waren weit über die Region hinaus bekannt.
Nach dem 1. Weltkrieg fehlten allerdings die Mittel, um die Spiele zu revitalisieren, aber die Erinnerung blieb wach.
Vor 15 Jahren regte der Mistelbacher Bürgermeister Christian Resch eine Verknüpfung der Eibesthaler Passionsspieltradition mit den internationalen Mistelbacher Puppentheatertagen an.
So kam es zur Entwicklung eines Passionsspieles mit Figuren. 1999 und 2000 fanden die beiden ersten Spielsaisonen statt. Das Echo war groß, und man beschloss, die Spiele künftig jedes fünfte Jahr in der Fastenzeit aufzuführen.
 Ein Spieler verleiht einer Figur nicht nur seine Stimme und führt sie, sonder er kann mit ihr auch selbst in Dialog treten.
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Der Altarraum der Eibesthaler Kirche wird dazu von den Dorfbewohnern zu einer Bühne umgebaut, in deren Mittelpunkt eine nachgebaute Weinpresse steht. Sie ist Ausdruck der Weinviertler Kultur und ein altes Symbol für den Leidensweg Christi.
Durch die ungewöhnliche Darstellung mit Figuren bekommen die ZuschauerInnen einen neuen Blick auf den altbekannten Stoff der Passion Christi. Zudem erlaubt diese Darstellung auch einen Dialog auf verschiedenen Ebenen.
Insgesamt werden 26 kolorierte Holzfiguren verwendet, die von zwanzig in Kutten gewandeten LaienspielerInnen aus Eibesthal geführt werden.
Der Eibesthaler Theologe Andreas Strobl schuf einen Text, der sich an das Evangelium nach Markus anlehnt, da dieser der Kirchenpatron von Eibesthal ist. Es ist somit kein textlicher Verschnitt aus allen vier Evangelien, wie es üblicherweise der Fall ist.
Zudem ist der Text dem Markus-Evangelium entsprechend sehr knapp gehalten und lässt damit den Figuren ihre Wirkung. So entsteht ein Passionsspiel, dass mit nur rund eineinhalb Stunden eine moderate Spiellänge hat und somit der Aufnahmefähigkeit des Publikums sehr entgegenkommt.
Für die Regie zeichnet Olaf Bernstengel, ein professioneller Puppentheaterspieler aus Deutschland, verantwortlich. Der Komponist Gerhart Banco aus Pöchlarn hat die Passionsmusik für Bläser und Orgel, die live von heimischen MusikerInnen gespielt wird, geschaffen. Musikalischer Leiter ist der Eibesthaler Franz Stättner.
(red)
25.02.2010 |