Ausgabe Nr. 37 - 12.09.2010
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„Bamkraxler” und Asyldebatte
Die Fastenzeit steht in der Pfarre Hernals ganz im Zeichen der Asyldebatte, einer Vortragsreihe über die spirituelle Dimension des Krankseins und natürlich des Kalvarienbergmarktes.

© kathbild.at/Rupprecht
Der berühmte Kreuzweg in Hernals ist in der Fastenzeit ein beliebtes Ziel.

Im Hinblick auf die Wiener Gemeinderatswahl im Herbst will sich die Pfarre Hernals heuer besonders mit dem Thema Fremdenfeindlichkeit auseinandersetzen, kündigte Pfarrer Karl Engelmann am Aschermittwoch bei der Eröffnung des traditionellen seit 370 Jahren stattfindenden Hernalser Fastenmarktes an.

Die Kirche dürfe sich mit „zum Teil bewusst geschürtem” Fremdenhass nicht abfinden, betonte Engelmann: „Fremdenfeindlichkeit und Fremdenhass stehen dem jesuanischen Prinzip der umfassenden Nächstenliebe diametral entgegen. Wenn Fremdenfeindlichkeit um sich greift, wird im Letzten auch den Christen die Heimat entzogen.”

Bereits am 25. Februar lädt die Pfarre um 19.30 Uhr zu einer Diskussion unter dem Titel „Fremdenrecht: Bleiben oder gehen?” mit dem Sänger Willi Resetarits, dem Geschäftsführer des Flüchtlingsdienstes der evangelischen Diakonie, Christoph Riedl, sowie Christian Fackler und Katrin Hulla von der Caritas Flüchtlingsberatung in die Kalvarienbergkirche ein.

Zweiter Fastenzeit-Schwerpunkt ist eine Vortragsreihe über die spirituelle Bedeutung des Krankseins. Der Mediziner und Moraltheologe Prof. Matthias Beck referiert an drei Abenden (4., 11. und 18. März, jew. um 19.30 Uhr) über das Thema „Kranksein im Christentum” und die Zusammenhänge von Medizin und Spiritualität.

Jeweils an den Samstagen um 16 Uhr lädt die Pfarre unter dem Motto „Samstag um 4” zu einem speziell gestalteten einstündigen Wort- und Musikprogramm in die Kalvarienbergkirche ein. Während der Fastenzeit wird in der Kirche wieder ein Holzkreuz aufgestellt, an das die Menschen Zettel mit ihren Sorgen und Nöten, Hoffnungen und Freuden heften können.

Kalvarienberg täglich geöffnet

Täglich geöffnet ist bis Ostersonntag der Kalvarienberg mit seinem besonderen „Kreuzweg”, der statt der üblichen 14 Stationen die Erlösung des Menschen und die damit verbundene Wandlung der sieben Hauptsünden in Tugenden thematisiert.

Das barocke Ensemble ist seit Jahrhunderten Anziehungspunkt nicht nur für Wiener Gläubige. In der Fastenzeit werden auch spezielle Kalvarienberg-Führungen angeboten.

Infos: 01/406 89 450, www.kalvarienbergkirche.at.

(red)

25.02.2010

Kurz notiert

Konzile im Netz

Die Konzilsdokumente aller Kirchen und Jahrhunderte sollen in einer digitalen Bibliothek zusammengeführt werden.

An dem Vorhaben beteiligt sich ein Netzwerk von Institutionen in historischen Konzils- und Synodenorten wie Istanbul, Rom, Jerusalem und Moskau, aber auch Aachen, Konstanz, München, Genf und Wien.

Geplant ist, bis 2012 konfessionsübergreifend die Beschlüsse sämtlicher Kirchenversammlungen über eine Internetplattform zugänglich zu machen.