Ausgabe Nr. 06 - 12.02.2012
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Über Gott reden, nicht über Strukturen
Was Frauen, Männer und junge Menschen in den Pfarrgemeinderäten fürchten und was sie (trotzdem) motiviert: Die „PGR-Studie 2009”.

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200 Interessierte kamen zur Präsentation der Studie ins Wiener Kardinal-König-Haus.

Die Pfarrgemeinderatsmitglieder sind stark motiviert und zugleich in Sorge um die Zukunft: Auf diesen Nenner lässt sich das Ergebnis einer Studie des Wiener Pastoraltheologen Paul M. Zulehner bringen, die unter insgesamt rund 35.000 Pfarrgemeinderatsmitgliedern in ganz Österreich durchgeführt worden ist.

Bei einem Rücklauf von rund 7.329 Fragebögen betrug die Beteiligung an der Umfrage mehr als 20 Prozent. Am 19. Februar stellte Zulehner die Studie im „Kardinal König Haus” 200 Frauen, Männern und (auch) jungen Menschen vor.

Ausgehend von der Geschichte „Gott zu Gast bei Abraham” (Genesis 18) stellte Zulehner anhand der „Abraham- und Sara-Gestalt der altgewordenen Kirche” fünf „Besorgnisse” der Pfarrgemeinderatsmitglieder fest: Gottesdienst/Eucharistie („Wird es morgen noch (genug) Menschen geben, die den Gottesdienst mitfeiern?”), Priestermangel („Werden wir eine eigene Pfarre mit einem eigenen Pfarrer bleiben?”), Umstrukturierung („Wie können wir in einem Verbund mit anderen Pfarren unser Profil einbringen und erhalten?”), Kinder und Jugendliche („Wie werden wir Kinder und junge Menschen gewinnen können?”) und „Wird es gelingen, auch weiterhin genügend Menschen zu motivieren, sich ehrenamtlich zu engagieren?”.

„Die Kirche erneuert sich weder von rechts noch von links, sondern aus der Tiefe, indem sie sich Gott stellt”, unterstrich Zulehner: „Entscheidend wird sein, wie wir über Gott reden, nicht über die Strukturen.”

Sie wollen „gestalten”

Im Hinblick auf die „verheißene Isaak-Gestalt der Kirche” (Genesis 18) ortet Zulehner anhand der PGR-Studie eine starke Doppelmotivation bei den Befragten. Die Pfarrgemeinderatsmitglieder wünschen eine „Vision” (Ziel-Motivation) und „professionelle Arbeitskultur” (Weg-Motivation).

Während 19 Prozent für Gott/Glaube im PGR mitarbeiten und 14 Prozent für die Pfarre, wollen 21 Prozent der Befragten „gestalten und entscheiden”, für 14 Prozent sind „Gemeinschaft, Team” eine starke Motivation. Für Zulehner zeigt dies, dass die Charismen im PGR gefördert und entfaltet gehören. Besonders jüngere PGR-Mitglieder wollen eine „Gestaltungskompetenz”.

In Fragen des Sozialen seien die befragten PGR-Mitglieder „sehr verlässlich”. Es zeige sich, so Zulehner, „dass der Raum der Kirche ein guter Raum ist, um solidarisch zu sein”. Kirche müsse „raumgerecht” bleiben, also „lokal und regional” verankert.

Bei den „Lösungen” für den „Priestermangel” schlugen 33 Prozent der Pfarrgemeinderatsmitglieder „viri probati” vor, 16 Prozent votierten für hauptamtliche Laien, 15 Prozent für die Frauenordination. Insgesamt wollen 53 Prozent den Pool ausweiten, aus dem die Pfarrer genommen werden sollen.

Der Hintergrund der PGR-Studie: Seit fast 40 Jahren gibt es Pfarrgemeinderäte in Österreich. Zum ersten Mal sind die Mitglieder befragt worden. Im Mai findet in Mariazell ein großer PGR-Kongress statt.

Buchtipp

Zulehner, Paul M./Hennersperger, Anna:
„Damit die Kirche nicht rat-los wird. Pfarrgemeinderäte für zukunftsfähige Gemeinden”,
Schwabenverlag, Ostfildern 2010. € 14,30.

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(red)

25.02.2010

Kurz notiert

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