Ausgabe Nr. 17 - 27.04.2014
Kardinal Franz König - Erinnerungsbilder


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Aufbruch im hohen Alter
Zum „Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen”: Aktives Altern am Beispiel von Gestalten der Bibel: Abraham, Sarai und Mose.

© BilderBox
Abrahams und Moses Vertrauen: Gott führt auf einen guten Weg.

Wenn Sie Ihren 75. Geburtstag feiern, denken Sie sicher an das, was Sie noch erreichen möchten.

Denken Sie aber auch daran, dass ein Ereignis Ihre Pläne verändern könnte oder dass Gott „noch in diesem Alter” etwas mit Ihnen vorhat?

Auftrag mit 75 Jahren

Genau dies ist Abraham geschehen. Zu einem Zeitpunkt, an dem sich Menschen zurückziehen, erhält er eine Verheißung, die auf Zukunft gerichtet ist: „Geh in das Land, das ich dir zeigen werde, ich will mit dir gehen, und du sollst ein Segen sein.”

Ist es von Gott nicht unerhört, in die Lebensplanung eines Seniors und einer Seniorin – Abrahams Frau Sarai war ja im gleichen Alter – so einzugreifen? Er mutet ihnen zu, alles, was gerade im Alter mehr und mehr Bedeutung erhält, zurück zu lassen – Heimat, Verwandtschaft, Sicherheit, Geborgenheit ... und gegen eine vage Zukunft einzutauschen.

Diese ist noch dazu mit einer Aufgabe verbunden: Segen zu sein. Was Gott damit meint, bleibt offen, sicher ist aber: Gott traut Abraham und Sarai mehr zu, als sie sich selber.

Doch sie verlassen sich ganz auf Gott, und deshalb ist Gott mit ihnen. Die Menschen um sie herum spüren: Wo Abraham und Sarai sind, ist Gott, und wo Gott ist, geht es mehr als um Dinge, die man für sich gerne hätte. Da geht es um Segen.

Ein Mensch, der ein Segen ist, ist davon überzeugt, dass Gott mit ihm geht, dass er ihn einen guten Weg führt, dass es Gott um das Wohl des Menschen geht. Solche Menschen strahlen einen Lebensoptimismus aus, der sich auf andere auswirkt.

Es sind die Menschen, von denen jüngere sagen: „Wenn ich einmal alt bin, möchte ich auch so sein wie…”

Auftrag mit 80 Jahren

© kathbild.at/Rupprecht
Mag. Hanns Sauter, Fachbereich Seniorenpastoral, Kategoriale Seelsorge der Erzdiözese Wien.

Der Lebensweg des Mose ist alles andere als gradlinig. Als Säugling überlebt er den ersten Genozid an Israel in einem Körbchen, das ausgerechnet eine Pharaonentochter aus dem Nil fischt.

Er wächst als ägyptischer Prinz auf, bleibt dennoch seinem Volk verbunden. Als es von den Ägyptern unterdrückt wird, erschlägt er im Zorn einen Aufseher und muss fliehen.

Nun findet er sich statt im Pharaonenpalast an der Seite unterdrückter Menschen; ihm wächst die Aufgabe zu, sich für diese einzusetzen und sie im Glauben zu stärken.

Im Alter von 80 Jahren erhält er von Gott den Auftrag, Israel aus der Sklaverei zu führen. Im Jahrzehnte langen Wüstenzug erfährt er Rückschläge und Grenzen, muss er sich mit Widerstand und Meuterei aus den eigenen Reihen herumschlagen, wird er aber auch zum Mystiker, der in einer Unmittelbarkeit zu Gott steht, die andere – auch gläubige – Israeliten nicht nachvollziehen können.

Trotzdem war es ihm nicht vergönnt, sein Ziel zu erreichen. Vom Berg Nebo blickt er in das Land, in das er Israel führen soll, dann stirbt er: „Mose war hundertzwanzig Jahre alt, als er starb. Seine Augen waren nicht matt geworden und seine Frische nicht gewichen” (Deuteronomium 34,9).

Ein bitteres Ende für jemanden, der so vielen Anfeindungen, Wegen und Irrwegen ausgesetzt war, dem offensichtlich die negativen Seiten des Alters erspart geblieben sind und der in einer so engen Beziehung zu Gott steht!

Mose – in einem Alter, an dem Menschen eher ans Sterben denken, hat er seine aktivste Phase, aus der er unvermittelt gerissen wird. Sein Tipp, aktiv zu altern, heißt: das Leben gestalten im Vertrauen darauf, dass eine schützende Hand darübersteht, die leitet, hält, weiterhilft und nicht Vollendetes weiterführt!

(Hanns Sauter)

22.03.2012

Kurz notiert

Britin leitet päpstliche Sozialakademie

Die britische Soziologin Margaret Archer ist vom Papst zur neuen Präsidentin der päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften berufen worden. Die 1994 von Johannes Paul II. gegründete Akademie soll die katholischen Soziallehre weiterentwickeln. Rund 40 Sozial- und Geisteswissenschaftler und Juristen gehören ihr an.