Ausgabe Nr. 35 - 31.08.2014
Kardinal Franz König - Erinnerungsbilder


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Christliche Soziallehre ist Quelle der Erneuerung
Nach Ansicht des Münchner Kardinals Reinhard Marx wäre bei Beachtung der christlichen Soziallehre die Finanzkrise vermeidbar gewesen.

© KNA
Kardinal Reinhard Marx ist Erzbischof von München und Freising.

Das christliche Erbe Europas ist nach Überzeugung des Münchner Erzbischofs Kardinal Reinhard Marx auch in Zukunft unverzichtbar.

So wäre die Finanzkrise bei Beachtung der christlichen Soziallehre vermeidbar gewesen, sagte der Erzbischof von München und Freising Ende Jänner in der Bayerischen Vertretung in Berlin zum Thema „Warum unsere Gesellschaft das Zeugnis der Christen braucht”.

Der „Casino-Kapitalismus”, der nur um die Kapitalrendite kreise, habe sich als nicht zukunftsweisend erwiesen. Die Soziallehre der Kirchen könne mit ihrer Hochschätzung der menschlichen Arbeit deshalb eine „Quelle der Erneuerung” sein, betonte der frühere Professor für Christliche Gesellschaftslehre.     

Marx warnte auch davor, im Dialog mit den Muslimen „die christliche Prägung Europas verächtlich beiseite zu schieben”. So sei es nicht erforderlich, ein Kreuz aus einem Kindergarten zu entfernen, weil dort auch muslimische Kinder betreut würden.

Zugleich rief er zum Dialog mit dem Islam auf. Dies könne „die Muslime kräftigen, die sich unserer Kultur und unseren Werten anpassen wollen”. Zwar gehöre der Islam nicht in dem Maße zur Geschichte Europas wie das Christentum. „Aber die Menschen, die daran glauben, gehören jetzt zu uns”, so Marx: „Wir müssen ihnen helfen, hier eine Heimat zu finden”.

Den Kirchen empfahl er, ihre Positionen verstärkt auch politisch und juristisch zu untermauern. So sollten sie beim besonderen Schutz der Familie hervorheben, dass es dabei im Unterschied zu anderen Formen der Partnerschaft um die Weitergabe des Lebens gehe.

Beim Zeugnis der Christen in der Gesellschaft sei die Forderung des Papstes nach einer „Entweltlichung” der Kirche ein wichtiger Impuls, so Marx. Es sei eine Mahnung, „sich nicht von der Botschaft des Glaubens zu entfernen und deren Ziele im Auge zu behalten”.

(lin)

02.02.2012