Ausgabe Nr. 16 - 20.04.2014
Kardinal Franz König - Erinnerungsbilder


Schriftstellen zum Herunterladen als PDF-Datei


Lieblings-Gebet von ...


Leserreise nach Lourdes und Barcelona


Leserreise zur Heiligsprechung von Johannes XXIII und Johannes Paul II.


Busreise nach Polen, Deutschland und Tschechien


Leserreise nach Sizilien


|
Maskenspiel am Canal Grande
Der Karneval in Venedig lockt jedes Jahr tausende Touristen in die Lagunenstadt.

© KNA
Die geheimnisvollen Maskenträger verstärken den mystischen Charakter der von Wasser und Kirchengebäuden geprägten Lagunenstadt.

Eröffnet wird der Karneval von Venedig (beginnend zehn Tage vor dem Aschermittwoch) alljährlich mit dem traditionellen „Volo dell'angelo”, dem Engelsflug. Dabei schwebt eine junge Schöne um Punkt 12 Uhr vom Campanile, dem Glockenturm, an einem Stahlseil gesichert herab über den Markusplatz.

Zu Tausenden applaudieren dann die begeisterten Kostümfans und das Faschingstreiben in der Lagunenstadt nimmt seinen Anfang.

Seit Gründung der „Serenissima”, wie die Venezianer ihre Stadt gerne nennen, haben sich die Einwohner Venedigs zum Ende des Winters verkleidet. Anfangs trugen sie einfache Säcke und Zweige und spielten närrische Spielchen, später wurden aus den halbherzigen Verkleidungen aufwendige Kostüme der Commedia dell'Arte.

Seine Glanzzeit erlebte der Karneval im 17. und 18. Jahrhundert, als die Maskenzeit von Oktober bis Himmelfahrt dauerte und nur die christlichen Feiertage ausgespart blieben. Die Stadt verlor an finanziellem Reichtum, doch das närrische Treiben brachte buntes Leben nach Venedig.

Verkleidet in Samt und Seide

Menschen aller Schichten verbargen ihre Identität hinter der „maschera nobile”, der höfischen Maskerade.

Beliebteste Kostümierung war die so genannte Bautta, eine schwarze Kapuze aus Samt oder Seide, bei der nur das Gesicht frei blieb, dazu ein Dreispitz und ein schwarzer Umhang. Die passende schlichte Maske war weiß oder schwarz. Eine Kostümierung, hinter der jeder, ob Knecht oder Edelmann, unerkannt bleiben konnte.

Ein jähes Ende bereitete Napoleon dem fröhlichen Treiben der Venezianer, als er im Jahre 1797 die Lagunenstadt eroberte und die Maskerade strengstens verbot. Die Zeit der unbeschwerten Vergnügungen war mit einem Schlag vorbei, der Karneval für fast 200 Jahre ausgestorben.

Erst 1979 erweckten ihn Studenten und Künstler zu neuem Leben – ein Fest vor allem für die Tourismusindustrie. Seither blüht der Karneval alljährlich in den zehn Tagen vor der Fastenzeit wieder auf und findet von Jahr zu Jahr mehr Zuspruch.

Kaufmann, Harlekin, Pestdoktor

© KNA
Gondeln, Meer und Prachtgebäude: Dafür ist Venedig berühmt.

Menschen verschiedenster Nationalitäten schlüpfen in die tollsten Kostüme, tragen aufwändig verzierte Masken, die nach wie vor in Handarbeit aus Pappmaché gefertigt werden.

Die traditionellen Kostüme wie die Bautta oder der Pestdoktor, der Harlekin oder der Pantalone, ein Kaufmann in Bundhosen, rotem Wams und schwarzem Rock tauchen unter den zahlreichen Verkleidungen immer wieder auf.

Feen und Kobolde

Doch haben auch andere Figuren Einzug gehalten. Wassernymphen, Feen, Kobolde, Clowns und mittelalterliche Edelleute durchstreifen die engen Gassen, posieren auf den Brücken zwischen den Kanälen oder auf den kleinen Plätzen vor den Eingängen der alten Palazzi.

Zuschauer und Fotografen drängen sich vor den schönsten Kostümen, vor den besten Darstellern. Jeder möchte gern ein Bild mitnehmen von den
hinreißenden Verkleidungen.

Zentrum der Verkleidungskunst ist der Markusplatz. Hier wird um die Wette flaniert, posiert und gestikuliert. Touristen, die selbst keine Maske tragen, können sich am Rande des Platzes von Künstlern schminken lassen, eine für einen Tag preiswertere Variante als die teure Verkleidung mit Maske und Kostüm.

Mithalten mit der aufwendigen Bekleidung der Darsteller kann ohnehin niemand, der seinen Auftritt nicht von langer Hand geplant hat. Generell steht es aber jedermann frei, selbst zum Objekt des Staunens zu werden.

(B. Beyer/ag)

26.01.2012

Kurz notiert

Papst will keine laschen Priester

In der Kirche sei kein Platz für Mittelmäßigkeit, die nur dazu führe, das heilige Volk Gottes zum eigenen Vorteil zu benutzen. Das sagte Franziskus am 14. April vor italienischen Priesteramtskandidaten im Vatikan. Wer nicht dazu bereit sei, „Stimme Christi“ zu werden und unermüdlich für die Gläubigen einzutreten, solle den Mut haben, einen anderen Weg zu wählen, forderte der Papst.