Ausgabe Nr. 31 - 02.08.2014
Kardinal Franz König - Erinnerungsbilder


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„Edle Einfachheit und Schönheit”
Vom 12. bis 15. März 2011 präsentierte das Liturgie-Referat der Erzdiözese Wien eine Kasel und zwei Stolen auf einer internationalen Fachausstellung in Italien.

© Privat
Die sogenannte „Lebensbaum-Kasel” (Mitte), Teil des Leih-Ornats im Liturgie-Referat, auf der Ausstellung in Vicenza.

„Das Ziel der  internationalen Fachausstellung ,Die Kasel’ in Vicenza, Italien, war es, die exemplarisch modernen Kaseln gemäß dem Zweiten Vatikanischen Konzil zu zeigen”, sagt Diakon Martin Sindelar, Leiter des Liturgie-Referats der ED Wien, im Gespräch mit dem „Sonntag”.

Zeitgleich gab es vom 12. bis 15. März die „Fachmesse koiné 2011” für Hersteller für Wiederverkäufer. Die Teilnehmer der Fachausstellung kamen vor allem aus dem südländischen Raum, quer aus ganz Europa bis hin nach Großbritannien und den Niederlanden.

Das Liturgie-Referat der Erzdiözese Wien präsentierte auf der Fachausstellung ein violettes Messgewand, – die Lebensbaum-Kasel –, die bei der 2. Diözesanversammlung von Kardinal Schönborn getragen worden war und die Teil des Leih-Ornats im Liturgie-Referat ist, und zwei Stolen: eine handgewebte und eine in Seide, die Teil des weißen Diözesan-Ornats ist.

Drei Kriterien

„Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil gibt es ein paar Kriterien für liturgische Gewänder”, sagt Sindelar: „Das erste ist die Farbe, also die klar hervortretende Farbe der jeweiligen liturgischen Zeit. Ein liturgisches Gewand muss nicht nur aus einem Farbton sein, sondern kann durchwegs differenzierte farbliche Nuancen aufweisen. Das Rot des Palmsonntags ist beispielsweise ein anderes Rot als das Rot von Pfingsten.”

© kathbild.at/Rupprecht
Mag. Martin Sindelar ist Leiter des Liturgie-Referates der Erzdiözese Wien.

Das  zweite Kriterium ist „die Form” und ein drittes Kriterium ist „Material und Dekoration”.

Sindelar: „Diese Kriterien werden nicht durch figurale Darstellungen oder der beliebigen Aneinanderreihung von Ornamenten und Symbolen auf effektheischenden Kunstfaserstoffen erreicht. Edle Schönheit entsteht in der Kombination echter Materialien, deren handwerklicher Verarbeitung und in der Aufmerksamkeit für den natürlichen Fall der Stoffe beim Tragen. Dabei geht es nicht um den bloßen Aufwand – wie die Konzilsväter sagen. Ein  theologisches Aussagekonzept für ein Gewand kann mit Hilfe von Zahlensymboliken, Farben, Materialkombinationen und Linienführungen umgesetzt werden.”

Das entspreche „genau der vom Konzil angesprochenen edlen Einfachheit und Schönheit”.

Ein einfaches Beispiel, so Sindelar: „Wenn etwas wie Gold aussieht, dann ist es Gold oder es ist besser nicht drauf. Es muss ja kein Gold drauf sein. Nicht alles, was glänzt, ist schon edel oder würdig – wie im Leben.”

Paramenten-Atelier

Sindelar auf die Frage, ob die verwendeten liturgischen Gewänder in der Erzdiözese Wien diesen hohen Ansprüchen genügen: „Nicht immer, sonst würde ich nicht darum kämpfen, dass es ein kleines, feines Paramenten-Atelier mit Paramentik-Fachreferentin Sr. Imelda Ruf im Liturgie-Referat gibt. Aber der Kampf lohnt sich. Künftige Primizianten bis hin zu ganzen Pfarrgemeinden suchen die Beratung von Sr. Imelda Ruf.  Das ist genau das, was wir anbieten möchten.”

Bilder und Informationen dazu unter: www.pastoralamt.at/paramente.

(red)

24.03.2011