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Das Bank Austria Kunstforum in Wien zeigt bis 5. Dezember die erste umfassende Frida-Kahlo-Ausstellung in Österreich. Der Mythos um die mexikanische Künstlerin ist groß. Kahlos ikonenhafte Selbstporträts machten sie weltberühmt.
Ihr Werk gilt in Mexiko als nationales Kulturgut und Frida als Identifikationsfigur, die mittlerweile vermarktet wird wie Mozart und Sissi in Österreich.
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Frida Kahlos (1907-1954) Leben und Werk ist von ihren großen körperlichen und seelischen Schmerzen geprägt.
Frida, Kind eines deutschstämmigen Fotografen und einer Mexikanerin, wurde mit einem offenen Rücken („Spina bifida”) geboren, was lange verkannt blieb. 1925 erlitt sie bei einem Busunfall schwerste Verletzungen: Eine Stahlstange hatte ihren Unterleib durchbohrt. Sie litt ihr Leben lang an den Folgeschäden.
Während der langwierigen Rekonvaleszenz begann Frida im Bett liegend zu malen. Ihr erstes Bild, das den Blick aus dem Krankenhausfenster zeigt („Stadtlandschaft”, 1925), ist in der Ausstellung zu sehen. Die Schau „Frida Kahlo” umfasst 50 Gemälde und 90 Arbeiten auf Papier. Hinzu kommt eine Auswahl von Fotografien, die von Cristina Kahlo, Fridas Großnichte, zusammengestellt wurde.
Im Hauptraum der Ausstellung ist man als Besucher von Kahlos großformatigen Selbstporträts umgeben, die ihr körperliches und psychisches Leid zum Ausdruck bringen, gleichzeitig ihren ungeheuren Lebenswillen vermitteln.
Frida Kahlo sammelte Votivbilder und ließ sich von diesen bei der Komposition ihrer Werke inspirieren. „Ihre Selbstporträts sind von einer katholischen Bildsprache geprägt”, sagt Kurator Florian Steininger im Gespräch mit dem „Sonntag”.
Zu sehen ist das etwa im „Selbstbildnis mit Dornenhalsband” von 1940 oder in „Die zerbrochene Säule” (1944), das die Künstlerin mit zertrümmerter Wirbelsäule und von zahlreichen Nägeln durchbohrt zeigt. Letztere gelten als Symbol für die Untreue ihres Ehemannes, des Malers Diego Rivera.
Frida Kahlos Mutter war tief katholisch. Die Künstlerin selbst setzte sich intensiv mit indischer Mythologie auseinander. Kahlo und ihr Mann waren Mitglieder der Kommunistischen Partei.
„Frida Kahlo stellte in ihren Werken nicht so sehr ihre Leiden dar als vielmehr ihre Stärke und ihren Humor. Dass sie trotz ihrer großen Leiden all diese Bilder gemalt hat, ist phänomenal”, sagt Helga Prignitz-Poda, Kahlo-Biografin und Ausstellungskuratorin aus Berlin, dem „Sonntag”: „Ihre Bilder zeigen ihren Lebenswillen und ihre Schaffenskraft – das macht sie für viele Menschen heute so anziehend. Frida Kahlo hatte den Mut, das Widersinnige zu überwinden.”
Ähnlich Votivbildern, die einen Dank oder eine Bitte für ein besonderes Ereignis ausdrücken, bringe Kahlo in ihren Bildern eine übersinnliche, über die Wirklichkeit hinausgehende Dimension zum Ausdruck.
Zur Eröffnung ihrer ersten Einzelausstellung 1953 in Mexico City erschien Frida Kahlo auf einer Bahre liegend. Ihr rechter Unterschenkel musste aufgrund einer Infektion amputiert werden. In ihren letzten Jahren war sie ans Bett gefesselt – ein Umstand, der sie vom Malen nicht abhielt.
(red)