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„Meistens bitten uns unsere KlientInnen um Hilfe bei Konflikten in Partnerschaft oder Familie”, erzählt Fachbereichsleiterin Helga Maurer vom Alltag in den 19 Beratungsstellen, „aber auch Kindererziehung, Schwangerschaft und Geburt, Mehrfachbelastung und vieles mehr ist Thema.” Der Rat der Expertin – egal welcher Art das Problem ist, das beschäftigt: „Nicht zu lange warten, nicht alles in sich ,hineinfressen’. Wer frühzeitig kommt, dem können Beratungsgespräche meist besser helfen.”
Die vorrangige Arbeit der Beraterinnen und Berater besteht darin, im Beratungsprozess die persönliche Kompetenz zu fördern und die Eigenverantwortlichkeit zu stärken. Den Klienten und Klientinnen soll bewusst werden, dass sie trotz aller Probleme die Möglichkeit haben, sich und damit ihre Situation zu ändern.
„Wir versuchen den Blick auf das Positive im Leben zu lenken und die KlientInnen anzuleiten, ihre Situation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Außerdem versuchen wir heraus zu arbeiten, was gut funktioniert bzw. was schon einmal gut funktioniert hat, und ob man das nicht auf die jetzige Situationen umlegen kann. Das nimmt Druck von den Betroffenen; macht ihnen im besten Fall klar, es gibt für viele Probleme eine Lösung. Das ist zu bewältigen.”
Die Berater und Beraterinnen kommen aus den verschiedensten Berufsfeldern – Sozialarbeit, Pädagogik, Psychologie, Psychotherapie – und haben zumeist eine siebensemestrige, berufsbegleitende Ausbildung zur Ehe-, Familien- und LebensberaterIn absolviert, auch Juristinnen und Juristen, Ärztinnen und Ärzte verstärken die Teams.
Meist suchen Einzelpersonen das Gespräch mit den Beraterinnen und Beratern, manchmal kommen Partner oder Kinder mit. „Wir empfehlen den KlientInnen, telefonisch einen Termin zu vereinbaren”, sagt Helga Maurer. „So geben sie uns die Möglichkeit, ihnen ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken und Wartezeiten weitgehend zu vermeiden.”
Manche nutzen auch das Beratungsangebot in Form von webbasierter E-Mail-Beratung. Die Klienten können hier selbst Benutzername und Kennwort wählen, was maximale Sicherheit und Anonymität garantiert. Erstanfragen werden – ausgenommen Wochenenden und Feiertage – innerhalb von 48 Stunden beantwortet.
Auch bei Gericht ist das Wissen der Beraterinnen und Berater der Ehe-, Familien- und Lebensberatung gefragt. „In diesen Beratungsstellen, zu denen man ohne Voranmeldung kommen kann, arbeiten meist Juristinnen und Juristen und psychosoziale Beraterinnen und Berater gemeinsam. Das hat sich sehr bewährt”, sagt Gabriele Buresch, Assistentin der Fachbereichsleitung und selbst als Juristin tätig.
„Die Familienberatung bei Gericht ist eine Anlaufstelle für Menschen, die gezielt Informationen in Trennungs- und Scheidungssituationen suchen oder sich in Konflikte verstrickt sehen. Wer sie aufsucht, hat meistens Fragen zum Ablauf des Verfahrens bzw. möchte wissen, wie denn Vergleich oder Urteil das weitere Leben beeinflussen wird.”
Die Beraterinnen und Berater erklären auch juristische Begriffe oder hören den Menschen einfach zu, wenn sie von ihren Sorgen und Ängsten erzählen. Meist sind es kurze Begegnungen. „Aber wenn wir den Eindruck haben, dass die Betroffenen gerne länger mit uns sprechen würden, machen wir sie darauf aufmerksam, dass sie in unseren Beratungsstellen ohne Zeitdruck beraten werden können”, so Gabriele Buresch.
Die Beratung ist anonym und prinzipiell kostenlos. Allerdings ist man für jeden Kostenbeitrag nach den jeweiligen Möglichkeiten der Klientinnen und Klienten dankbar: „Das ist wichtig, damit wir Beratungen auch in dem Ausmaß anbieten können, in dem sie nachgefragt werden. Unsere Personalkosten werden vom Bundesministerium für Wirtschaft, Jugend und Familie getragen, die laufenden Betriebskosten von der Erzdiözese Wien.”
(red)