Kühle Reaktionen im Heiligen Land © EPA

Neue Nahostgespräche, Auftakt am 2. September: Beide Seiten – Israelis und Palästinenser – müssten für Einigung Kompromisse eingehen.

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Wird bei den Verhandlungen „gemauert”, oder ist Bewegung möglich? Sperrwall in Ostjerusalem.

Mit skeptischer Zurückhaltung sehen die Palästinenser der Wiederaufnahme der Nahost-Friedensverhandlungen entgegen. Diese Einschätzung äußerte der Franziskanerkustos im Heiligen Land, P. Pierbattista Pizzaballa in Radio Vatikan.

„Das Gerücht, dass die direkten Gespräche wieder aufgenommen werden sollen, kursierte schon länger. Aber wie immer im Heiligen Land herrscht zu Beginn eine gewisse Zurückhaltung, denn es ist nicht das erste Mal, dass man sich an einen Tisch setzt und am Ende kommt nichts dabei heraus. Ehrlich gesagt ist die Reaktion ziemlich kühl.”

Am 2. September wird US-Außenministerin Hillary Clinton den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Washington treffen.

Es ist das erste Mal seit zwei Jahren, dass es zu direkten Gesprächen kommt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte, die Chance für einen Frieden in Nahost zu nutzen. Die Menschen vor Ort seien aber skeptisch.

Vier große Probleme

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Pierbattista Pizzaballa ist Franziskanerkustos im Heiligen Land.

Die Probleme seien altbekannt, so Pizzaballa: die Flüchtlinge, die illegalen israelischen Siedlungen auf Palästinensergebiet, die genauen Grenzziehungen und der Status von Jerusalem.

Schnelle Lösungen erwarte niemand. Die erste Runde werde wichtig sein, um die Stimmung zu ermitteln und „zu sondieren, ob Kompromisse möglich sind. Denn Kompromisse sind für eine Einigung unvermeidlich”, sagt der Franziskanerkustos.

Die kleine Minderheit der Christen im Heiligen Land (etwas mehr als 1 Prozent) habe keinen großen Einfluss. „Wir können aber, gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft und den Kirchen weltweit, dazu beitragen, für eine Stimmung zu sorgen, die förderlich ist für die Gespräche.”

(red)

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