Ausgabe Nr. 06 - 12.02.2012
© Kamillianer


© Privat


|
Die ich rief, die Geister ...
Das „Katastrophenjahr 2010” ist Thema des Schöpfungstages am 1. September und der „Zeit der Schöpfung” bis 4. Oktober.

© EPA
Schlägt die Natur zurück? Die Schöpfung Gottes ist Lebensgrundlage, mit der umsichtig und nachhaltig umgegangen werden soll.

„Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los!”, heißt es im „Zauberlehrling” von Johann Wolfgang von Goethe. Dass die totale Beherrschbarkeit der Naturkräfte durch den Menschen eine Illusion ist, zeigte heuer in beklemmender Weise die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Und diese scheint nun auf die Fischerei und dadurch auf den Menschen selbst zurückzuschlagen – ganz nach dem Ausruf des Protagonisten in Goethes Ballade.

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) hat das Goethe-Zitat als Motto des Gottesdienstes zur Schöpfungszeit am 17. September gewählt (siehe Kasten). Zur Vorbereitung arbeiten katholische, evangelische und orthodoxe Christen zusammen. Predigen wird der altkatholische Bischof Johannes Okoro.

Es gehe darum, das Bewusstsein für einen dankbaren und verantwortungsvollen Umgang mit Gottes Schöpfung neu zu wecken, betont Markus Gerhartinger, Umweltreferent der Erzdiözese Wien. Und dieses Anliegen sei ein zutiefst ökumenisches.

„Wir wissen heute besser als früher, dass die Natur letztlich nicht beherrschbar ist”, so Gerhartinger – eine Einsicht, die das bisherige „Katastrophenjahr 2010” mit Ölpest, Waldbränden in Russland und Überschwemmungen in Europa und Pakistan schmerzhaft in Erinnerung gerufen hat.

Besonders soll dazu eingeladen werden, die eigene Lebensweise kritisch zu prüfen. Am Schluss des Gottesdienstes wird es eine orthodoxe Brotsegnung und eine Agape geben.

Am und rund um den „Schöpfungstag” am 1. September wird es in allen Diözesen Initiativen und Veranstaltungen zur Bewahrung der Schöpfung geben. An den „Schöpfungstag” schließt bis zum Gedenktag des heiligen Franziskus, 4. Oktober, eine 34-tägige „Zeit der Schöpfung” an.

Bienen auf dem Stephansplatz

Die ARGE Schöpfungsverantwortung wird am 1. September im Sinne des UNO-Jahres der Biodiversität auf die Gefährdung der Artenvielfalt hinweisen. „Was uns leben lässt”, soll am Beispiel der Bienen von 11 bis 17 Uhr am Wiener Stephansplatz mit fachkundiger Information durch den Imker Christoph Zahlingen aufgezeigt werden.

Eine „Schöpfungsvesper” um 17.30 Uhr in der Franziskanerkirche (Wien 1., Franziskanerplatz 4) mit dem Abt des Prämonstratenserstiftes Geras, Michael Karl Prohazka, setzt einen liturgischen Akzent.

Der „Schöpfungstag” wird unterdessen ökumenisch in weiten Teilen der Welt begangen. Die Initiative ging 1989 vom damaligen Patriarchen Dimitrios I. von Konstantinopel aus. Sein Nachfolger Bartholomaios I. hat die sie weiterverfolgt: Von Medien wird er wegen seines Umweltengagements gerne als „Grüner Patriarch” bezeichnet.

(red)

26.08.2010
„Zeit der Schöpfung”

Ökumenischer Gottesdienst zur „Zeit der Schöpfung”:

17. September 2010, 19 Uhr,
Pfarre Kahlenbergerdorf
Zwillinggasse 2, 1190 Wien.

Österreichweite Veranstaltungen: www.schoepfung.at