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Die Medienkompetenz von Kindern müsste viel früher geschult werden, um Schreckensmeldungen über die schlimmen Folgen von Bildschirm-Gewaltspielen zu vermeiden. Davon ist der Medienfachmann und frühere Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar, Ewald Staltner, überzeugt: „Vor übertriebener Gewaltbereitschaft durch PC- und Internetspiele schützt am ehesten frühzeitige Kommunikation in Elternhaus und Schule.”
Viele Probleme würden erst entstehen, weil Kinder und Jugendliche die im virtuellen Raum erlebten Abenteuer nicht mehr in geeigneter Form nachbesprechen können, etwa weil ihre Eltern keine Zeit für sie haben und/ oder überfordert sind.
Auch dass der richtige Umgang mit Medien Kindern nicht schon früher in der Schule beigebracht wird, sieht Ewald Staltner als Problem. Heutzutage setze die Pädagogik rund um Neue Medien erst mit dem Schulfach Informatik ein – das sei „viel zu spät” und solle seiner Ansicht nach bereits in der Volksschulzeit beginnen, meint der an einer BHS in Steyr unterrichtende Lehrer, der derzeit als Mitglied einer Arbeitsgruppe des Bildungsministeriums ein Handbuch für Lehrer zum Thema Umgang mit Computer und Internet in der Schule erarbeitet.
Es sei meist ein Mix aus mehreren Komponenten, wenn Jugendliche durch Gewaltspiele negativ beeinflusst werden, betont Staltner. Buben reize oft die Macht und Kontrolle über eine Situation, in der virtuelle und gleichzeitig fotorealistische Gegner aus dem Weg geräumt werden müssen.
Für zusätzlichen „Kick” sorge oft der „Reiz des Verbotenen”, nämlich für das eigene Alter als ungeeignet eingestufte bzw. raubkopierte Gewaltspiele. Insofern seien zusätzliche gesetzliche Schranken wohl nur bedingt brauchbar, meint Staltner.
Besonders anfällig seien Jugendliche, die sich im Alltag als machtlos erlebten und über kein Umfeld verfügten, das sie bei ihrer Mediennutzung begleite und dieses im positiven Sinn beeinflusse.
Laut jüngsten Daten greifen 50 Prozent der zehnjährigen Deutschen gelegentlich zu Computerspielen, die erst ab 18 Jahren zugelassen sind. Insgesamt 15 Prozent der 15-Jährigen zeigten bereits erste Anzeichen für Suchtverhalten.
Laut einer östereichischen Untersuchung beschäftigen sich nur neun Prozent der 16-jährigen Mädchen mit brutalen Video- und Computerspielen, aber 60 Prozent der gleichaltrigen männlichen Jugendlichen.
Ewald Staltner hält die vor einigen Jahren in der Jungschar-Broschüre „Kinder und Internet” aufgelisteten Empfehlungen für immer noch aktuell: Eltern und Lehrer müssten sich für den PC-Spiele-Markt interessieren und auf die Empfehlungen von Fachleuten achten: In Österreich gebe es die „Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen” (BuPP, http://bupp.at), weiters das „PEGI-System”, das Altersempfehlungen für Unterhaltungsmedien gibt (www.pegi.info/de).
(red)