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Es ist noch längst nicht alles gesichtet, geordnet und katalogisiert. Viel zu umfangreich ist das Material, das Kardinal Franz König (1905–2004) hinterlassen hat: Akten und Protokolle, auch zum ökumenischen Dialog (Stiftung Pro Oriente), Korrespondenzen und römische Agenden, stapelweise Unterlagen zum Zweiten Vatikanischen Konzil und Aufzeichnungen von Reisen (vor allem in Länder des Ostblocks) füllen rund 2.100 Archivschachteln.
Diese genormten Archiv-Einheiten machen auch Vergleiche möglich und verdeutlichen die regelrechte Explosion der Information in den vergangenen Jahrzehnten: Der Vorgänger Königs, Kardinal Innitzer († 1955), hinterließ aus seiner 24-jährigen Amtszeit nur 50 solcher „Schachteln”.
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Für die Forschung ist der 24. Juni ein erfreuliches Datum: Mit der Eröffnung des Kardinal-König-Archivs im Erzbischöflichen Palais sind nun Anfragen an eine offizielle Stelle möglich, und die Arbeit an den Quellen wird Zeithistorikern somit leichter gemacht.
„Die Amtszeit Königs als Erzbischof von Wien von 1956 bis 1985 ist relativ gut geordnet”, sagt Diözesanarchivarin Annemarie Fenzl, die anmerkt, dass eine genaue Katalogisierung noch viele Jahre dauern wird.
Fenzl leitete von 1985 bis zum Tod des Kardinals dessen Sekretariat und wird das neue Archiv verwalten, das eine Sonderabteilung des Diözesanarchivs bildet. Auch eine Verlinkung mit der Website www.kardinalkoenig.at stellt Fenzl in Aussicht.
Ob auch über den persönlichen Glaubensweg Kardinal Königs Neues zutage treten wird, kann Fenzl nicht sagen. Es werde aber keine Überraschungen geben, meint sie: „Der Glaubensweg Kardinal Königs war sehr klar nachvollziehbar. Er hat gesagt, dass seine Beschäftigung mit anderen Religionen ihn immer mehr zu Jesus Christus geführt hat”, sagt Fenzl.
„Er hat immer auch das Wahre in den anderen Religionen gesehen, war aber zutiefst überzeugt, dass Christus die authentische Antwort auf die Gottesfrage ist.”
Die Räumlichkeiten, die Kardinal Christoph Schönborn zur Verfügung gestellt hat, werden nicht nur Zeugnisse der Vergangenheit und persönliche Gegenstände des Kardinals beherbergen, sondern auch dem Dialog der Zukunft dienen: als Ort des Gesprächs, wo man die „Mitte” findet, die König immer wichtig war.
(red)