Ausgabe Nr. 05 - 05.02.2012
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Ein neuer Weg für die „pilgernde Kirche”
Mit einem Festgottesdienst wird am Ostermontag nach umfangreicher Vorbereitung der „Jakobsweg Weinviertel” feierlich eröffnet.

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Bischofsvikar Matthias Roch und Mag. Edmund Freibauer, die „Väter” des Jakobsweges Weinviertel, mit Bürgermeistern.

Seit Jahrhunderten pilgern die Menschen ins Heilige Land, nach Rom oder nach Santiago de Compostela in Spanien. Der Besuch der Apostelgräber gilt als besondere Gnade.

Der Weg nach Santiago zum Grab des Apostels Jakobus war seit Jahrhunderten unter dem Namen „Jakobsweg” einer der beliebtesten Pilgerwege in Europa. Ein Netz an Jakobswegen zog sich durch ganz Europa.

Angeregt durch Papst Johannes Paul II. entdeckten viele Menschen diesen Weg in den Neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts neu. So entstand eine große europäische Pilgerbewegung – auch als wichtiges Zeichen des europäischen Zusammenhalts.

Alte Karten zeigen, dass von Krakau und Lemberg her der Weg durch das Weinviertel bis zur Donau führte. Dies nahm ein Team rund um Bischofsvikar Matthias Roch und Landtagspräsident a.D. Edmund Freibauer vor knapp zwei Jahren zum Anlass, mit dem Projekt „Jakobsweg Weinviertel” diesen Weg wieder neu aufleben zu lassen.

Gemeinsam mit dem Weinviertel Tourismus und den an den Weg angrenzenden Gemeinden wurde die Idee mit Unterstützung des Landes Niederösterreich und der EU umgesetzt.

Von Nikolsburg nach Krems

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Der Weg führt oft, wie hier in Absberg, durch idyllische Kellergassen.

Der „Jakobsweg Weinviertel” führt vom Hl. Berg in Nikolsburg (Mikulov) über Drasenhofen, vorbei an der Jakobskirche in Falkenstein, durch die Städte Poysdorf und Mistelbach, den Buschberg, zur Wallfahrtskirche Maria Oberleis bei Ernstbrunn.

Über Großrußbach, die Wallfahrtskirche Karnabrunn, den Michelberg, den Waschberg, vorbei an der Jakobuskirche in Leitzersdorf gelangen die Pilger nach Stockerau. Entlang des Wagrams führt der Pilgerweg weiter über Hausleiten, Stetteldorf zur Wallfahrtskirche Maria Trost in Kirchberg am Wagram.

Von dort geht es nach Fels, Feuersbrunn, zur Jakobskirche Etsdorf am Kamp und weiter über die Jakobskirche Brunn im Felde und Gedersdorf nach Rohrendorf und dann nach Krems.

Die Bürgerspitalkirche „Zum Hl. Jakobus und Philippus” in Krems ist das Etappenziel des „Jakobswegs Weinviertel”.

Die Strecke hat eine Gesamtlänge von 160 km und ist in 6 bis 7 Tagesetappen sehr gut zu bewältigen. In Mautern finden die Pilger Anschluss an den österreichischen Jakobsweg entlang der Donau und kommen so dem großen Ziel Santiago de Compostela wieder ein Stück näher.

Es gibt Pilger, die in rund drei Monaten die gesamte mehr als  3.000 km lange Strecke gehen. Viele nehmen sich dieses Programm für mehrere Jahre vor und teilen je nach ihren Möglichkeiten die Etappen ein. Andere wiederum gehen nur ein Teilstück wie eben den „Jakobsweg Weinviertel”.

Landschaftliche Vielfalt und Schönheit

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Quer durch das Weinviertel wurde die historische Route wiederentdeckt.

Das Besondere des Jakobsweges durch das Weinviertel ist die große Vielfalt und Schönheit der Weinviertler Landschaft. Felder, Weingärten, Waldungen, Kellergassen, kleine Orte und Städte wechseln einander ab. 

Das Weinviertel bietet zu jeder Jahreszeit ein anderes buntes Bild mit Wegkreuzen und Kirchen entlang des Weges. Dem Wunsch des Kardinals und der Pilger entsprechend sind im Weinviertel die Kirchen tagsüber für die Menschen geöffnet.

„Es ist einfach schön, einige Minuten in der Jakobuskirche in Falkenstein oder Leitzersdorf, in den Wallfahrtskirchen Maria Bründl, Maria Rast, Maria Oberleis oder Maria Trost oder auch in der kleinen St. Josefskirche von Engelmannsbrunn Ruhe und Geborgenheit zu finden”, erzählte Ingrid Kraus nach der Erstbegehung.

(red)

25.03.2010
Nähere Informationen

Aktuelle Infos und zahlreiche Unterlagen gibt es im Internet unter
www.jakobsweg-weinviertel.at.

Karten und Informationsmaterial über den „Jakobsweg Weinviertel” erhält man auch beim Weinviertel Tourismus in Poysdorf unter 02552/ 3515, bzw. unter info@weinviertel.at.

Dort wird man auch an ausgebildete Pilgerbegleiter vermittelt.