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Von vier Kindergärten sollten zwei geschlossen, fünf Pfarren zu einer einzigen fusioniert werden. So sah das „Sparkonzept” der Erzdiözese Köln für jene Region in Bad Godesberg/Bonn aus, die später von Pfarrer Wolfgang Picken den Namen „Kirche im Rheinviertel” erhalten sollte.
Picken wollte sich damit nicht abfinden, berichtete er bei einem der „Workshops” am 12. März, und schritt zur Tat.
Ordensgemeinschaften wurden angesiedelt, die in die nunmehr leeren Pfarrhöfe einzogen. Ein Teil der Ordensleute widmete sich der christlichen Altenpflege und der integrierten Hospizarbeit in den Altenheimen.
Picken und ein Kaplan, der auch noch in der Schule unterrichtete, feierten fünf Sonntagsgottesdienste, aufgrund der vollen Kirchen bald einen sechsten ...
„Kirche braucht in Zeiten wie diesen Hilfe und ist auf die Menschen angewiesen”, sagt Picken: „Wir müssen die Probleme vor Ort lösen – mit Liebe”. Am Anfang stand die Analyse: „Was ist nötig? Welche Ressourcen sind da, welche Begabungen?”
„Bonn-Camillo”, wie er in den Medien genannt wird, professionalisierte das Ehrenamt in seiner Groß-Pfarre und schuf mit einer „Bürgerstiftung Rheinviertel” die Basis für ein zweites finanzielles Standbein der Pfarre. So wurden aus den vorhandenen vier Kindergärten nunmehr sechs.
Die pastorale Arbeit setzt bei den Kindern und Jugendlichen an. Die Firmkandidaten kommen mit 16 Jahren jeden Mittwoch und jeden Sonntag (zum Gottesdienst) – neun Monate lang. „Die Anbindung von Jugendlichen wächst”, freut sich Picken.
Da viele Neugeborene nicht mehr getauft werden, hat die Pfarre einen Neugeborenen-Besuchsdienst eingerichtet und lädt einmal im Quartal zur Neugeborenen-Segnung. Die Eltern der Neugeborenen werden von Eltern von Kindergartenkindern besucht. Pastorale Konsequenz: „Die Taufzahl wurde um ein Drittel gesteigert”, so Picken.
Damit die fast unzähligen Ehrenamtlichen nicht überfordert werden, werden „für jede neue Aufgabe neue Personen” gesucht. Picken sieht zwei große, entscheidende Handlungsfelder für die Kirche: „Das soziale Miteinander und die geistliche Dimension.”
Mehr über das erfolgreiche Modell der „Kirche im Rheinviertel”.
(red)