 Die „Aktion Leben” wird in dem Ratgeber verschwiegen.
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Anlass der herben Kritik an Stadträtin Sandra Frauenberger durch die „Aktion Leben” ist die Präsentation des neuen Handbuchs „Wien für Wienerinnen, Infos und Tipps von A-Z”, das, wie im Vorwort von Frauenberger betont wird, „alle Einrichtungen und Adressen, wo Frauen in verschiedensten Alters- und Lebensphasen Unterstützung erhalten”, in übersichtlich geordneter Weise aufliste.
Die Schwangerenberatungsstelle von „Aktion Leben”, in der Frauen nicht nur non-direktive Beratung, sondern auch materielle und finanzielle Unterstützung für ein menschenwürdiges Leben mit Kind erhalten, komme in dieser Broschüre nicht vor, stellt Generalsekretärin Martina Kronthaler fest: „Und das, obwohl die Stadt Wien sogar an ‚Aktion Leben’ verdient: durch die Miete für das Spendenlager mit kostenloser Babyausstattung für mittellose Frauen in einem Wiener Gemeindebau.”
Kronthaler erinnert Frauenberger an einen Kommentar für „dieStandard” vom September 2009, in dem die Frauenstadträtin schrieb, dass es Aufgabe der Politik sei, werdenden Müttern eine hoffnungsfrohe Perspektive für die Zukunft aufzuzeigen.
Kronthaler: „Wie sollen wir diesen Satz verstehen, wenn unterstützende und Perspektiven bietende Organisationen verschwiegen werden? Wenn die Stichwörter ‚Schwangerenberatung’ und ‚Schwangerschaftskonflikt’ gänzlich fehlen?”
Das Selbstbestimmungsrecht von Frauen sei eines der am meisten benutzen Argumente der SPÖ, wenn es um Frauenpolitik geht, schreibt die „Aktion Leben”-Generalsekretärin weiter: „Wie dürfen wir Selbstbestimmung verstehen, wenn Frauen die notwendigen Informationen als Basis für eine eigene und selbst bestimmte Entscheidung erst gar nicht bekommen?”
Die Beratungsstelle von „Aktion Leben” nicht zu nennen, sei eine Bevormundung von Frauen. Die „Aktion Leben” fordere seit Jahren kontinuierliche Bewerbung von Schwangerenberatung durch die öffentliche Hand, auch um den flankierenden Maßnahmen zur Fristenregelung zu entsprechen.
Schwangere Frauen hätten das Recht, in einer schwierigen Situation alle Informationen und Unterstützung zu erhalten, die sie für ihre Entscheidung brauchen, so Kronthaler. Dieses Recht sollte ihnen auch nicht von der Wiener Frauenstadträtin durch fehlende Information genommen werden.
(red)
18.02.2010 |