Ausgabe Nr. 05 - 05.02.2012
© Kamillianer


© kathbild.at/Rupprecht


© Privat


|
Was ich mir von der Diözesanversammlung erwarte ...
”Apostelgeschichte zweitausendzehn“ (Apg 2010): Was sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 1. Diözesanversammlung (22. bis 24. Oktober im Stephansdom) erwarten. Hoffnungen, Sorgen, Anliegen und Wünsche.

©
Es ergeht eine Einladung zu einem geistlichen Prozess.

"Der Herr Kardinal lädt die Diözese zu einem geistlichen Prozess ein, in dem es darum geht, uns über unsere Freundschaft zu Jesus Christus zu vergewissern, auf das zu schauen, wovon wir nicht schweigen können, aber auch auf das, was uns schweigen lässt.

Es ist wichtig, zusammenzukommen, es ist wichtig, sich ehrlich auszutauschen, damit wir anderen davon erzählen können, und es ist wichtig, sich dann auch in den Dienst senden zu lassen.”

Pastoralamtsleiter
Mag. Michael Scharf


© kathbild.at_rupprecht
Dr. Annemarie Fenzl

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht genau. Ich kann schon auf eine längere Zeitspanne der Geschichte unserer Kirche hier in Wien zurückschauen, und ich weiß, dass immer wieder das ”Volk Gottes“ zusammengerufen wurde, um miteinander eine Standortbestimmung zu versuchen.

Anlass und Form waren unterschiedlich, manchmal positiv, wie zum Beispiel die Diözesansynode von 1969, manchmal einfach, um zu retten, was noch zu retten war, wie der ”Dialog für Österreich“ von 1998.

Eines ist mir dabei aber immer aufgefallen: Es war unglaublich viel guter Wille da, gegenseitig aufeinander zu hören.

Ich glaube, wir sollten uns keine Illusionen machen über unsere Situation: In unserer katholischen Glaubensgemeinschaft gibt es gewissermaßen zwei doch ziemlich unterschiedliche Gruppen, die eigentlich nicht viel miteinander anfangen können.

Und daraus ergibt sich eine ähnliche Situation, wie sie am Anfang des Ökumenismus-Dekrets des Konzils für die Christenheit beschrieben wird: Eine in sich uneinige Glaubensgemeinschaft kann nicht so gut nach außen strahlen, wie sie gerne möchte.

Wenn es gelingt, hier Mauern abzutragen oder wenigstens niedriger zu machen, indem wir versuchen, die Beweggründe des jeweils anderen wirklich (!) zu verstehen, dann sind die drei Tage sicher nicht umsonst.

 Dann werden wir die uns aufgetragene Aufgabe der Weitergabe unseres Glaubens gut und erfolgreich erfüllen können.

Dr. Annemarie Fenzl ist Diözesanarchivarin.


© privat
Dr. Markus Beranek

Von der Diözesanversammlung erwarte ich mir einen ehrlichen und wohlwollenden Austausch, der den eigenen Blick weiter macht und der auch dazu ermutigt, als Diözese gezielte Schwerpunkte in Richtung einer zukunftsfähigen und missionarischen Kirche zu setzen.

Ich denke hier etwa an den Bereich der Pfarrseelsorge (wissend, dass das nicht der einzige Lebensort von Kirche ist und sein darf).

Wie kann es gelingen Kirche am Ort und in den vielen kleinen Orten lebendig zu halten?
Wie können Pfarren und Pfarrverbände zu Orten werden, wo Menschen in neuer Weise Glauben lernen und im Glauben wachsen können?
Wie können Einzelpfarren und das Miteinander mehrerer Pfarren in einem Pfarrverband neu gedacht werden, damit es für die Menschen am Ort und für die Hauptamtlichen auch gut lebbar ist und damit Entwicklungsschritte in die Zukunft möglich sind?
Wo aus dem Glauben an Gott Zukunft spürbar ist, wird Kirche auch für Jugendliche spannend sein.

Dr. Markus Beranek ist Jugendseelsorger für Weinviertel und Marchfeld.


© kathbild.at_rupprecht
Mag. Erhard Lesacher

Auf die bevorstehende Diözesanversammlung bin ich sehr gespannt.

Es gibt in der Erzdiözese Wien äußerst vielfältige und teilweise divergierende Ansätze, den Glauben zu leben und zu bezeugen.

Ich erwarte mir, dass diese Ansätze zur Sprache kommen, ”sichtbar werden“ und in ihrem positiven Anliegen gewürdigt werden.

Für den Prozess insgesamt sehe ich drei mögliche Szenarien:
(1) Ein sang- und klangloser Ablauf mit zurückhaltender Beteiligung und ohne greifbares Ergebnis
(2) Ein toller Prozess mit offenem Wort, mutige Ergebnisse – aber dann Dialog-für-Österreich-artige Ernüchterung
(3) Ehrliche und offene Auseinandersetzung, die von Respekt und Wertschätzung geprägt ist, die auch in der gemeinsamen Weiterarbeit erhalten bleiben und Frucht bringen.

Mag. Erhard Lesacher, Leiter der "Theologischen Kurse”.


© privat
Melitta Toth

Für die Diözesanversammlung erwarte ich mir, eine intensive, offene und ehrliche  Auseinandersetzung  mit den vielen Themen in den Gesprächsgruppen.

Wir nehmen uns in unserer Diözese viel Zeit für diesen Prozess, daher erwarte ich mir vor allem, dass wir mit den Ergebnissen ebenso ehrlich und offen umgehen, dass diese konstruktiv auf allen Ebenen einfließen und daran weiter gearbeitet wird.

Melitta Toth ist Diözesanvorsitzende der Katholischen Frauenbewegung.

© kathbild.at_rupprecht
P. Dr. Christian Marte SJ

Mission:
Dabei denke ich an die frühen Jesuitenmissionare. Sie haben die Sprache und Kultur der Menschen gelernt, um ihre Fragen und Nöte zu verstehen.

Das ist heute die Aufgabe der Bildung, besonders auch der katholischen Erwachsenenbildung.

Ich wünsche mir, dass dieses Anliegen bei der Diözesanversammlung aufgegriffen wird. Und dann erhoffe ich mir eine Stärkung nach innen, vor allem durch die gegenseitige Wertschätzung so vieler guter Initiativen in der Erzdiözese Wien und in den Orden.

P. Dr. Christian Marte SJ ist Direktor des Kardinal König Hauses.

© privat
Sr. Hemma Jaschke SSpS

Von der Diözesanversammlung wünsche/erwarte/erhoffe ich mir, die Ortskirche von Wien in ihrer ganzen Vielfalt und Buntheit zu erleben.

Dass die Kirchenbasis – damit meine ich die Frauen, Männer und Jugendlichen sowie die Ordensleute, die mit Leidenschaft die Pfarrgemeinden und kirchlichen Gruppierungen vor Ort mitgestalten – in einen dynamischen Dialog tritt und daraus neue Impulse für die Zukunft in unserer Diözese kommen.

Dass Kirche erfahrbar wird als Ort, wo Menschen geistig und geistlich Heimat und Orientierung finden und gleichzeitig Mut fassen, sich aus dem Glauben heraus gesellschaftlich, sozial, missionarisch und entwicklungspolitisch zu engagieren.

Sr. Hemma Jaschke SSpS, Gesprächsinsel Wien; Verantwortliche für den Steyler Freiwilligendienst "MissionarInnen auf Zeit” (MaZ) und die Berufungspastoral der Steyler Missionsschwestern in Österreich.

© kathbild.at_rupprecht
Dr. Christa Buzzi

Es fällt uns oft nicht leicht, in der Gesellschaft über Gott oder über unseren Glauben zu reden.

Dennoch sollen wir mit der Botschaft des Evangeliums als Grundlage für unser Denken und Handeln und einem daraus erwachsenden Auftrag für gesellschaftliche Verantwortung als Christen und Christinnen in der Welt von heute erkennbar sein.

So finde ich es gut, dass in dieser ersten  Diözesanversammlung ein großer Themenbogen gespannt wird, der von den persönlichen Lebensformen und Glaubenserfahrungen über Glaubens- und Lebensräume in den Pfarren bis zum gesellschaftlichen und sozialen Engagement reicht und Zeit für ausführliche Gespräche und Diskussionen geben wird.

Ich erwarte mir von der Versammlung ein ”Fitmachen“ für die Herausforderungen, die dieser Weg des Dialogs mit der ”Welt von heute“ an uns alle stellt.

Eine Herausforderung, die die Beziehung zwischen Gott und Mensch in den Blickpunkt nimmt und auch der Frage nachgehen muss, wie Verkündigung heute gelingen kann angesichts vieler menschlicher Sorgen und Probleme sowie der verschiedenen Facetten unserer modernen Lebenswelt.

Dr. Christa Buzzi ist Präsidentin der Katholischen Aktion (KA)

© privat
Mag. Helmut Schüller

Ich komme zur Diözesanversammlung mit der Frage: Wie können wir in den Pfarrgemeinden darin stärker werden, den Menschen nachzugehen, für sie offen zu sein, ihnen das Evangelium Jesu zeitgemäß weiterzusagen und vorzuleben?

Ich bringe aber auch eine große Sorge mit: Was aus der Alltags – Communio/Gemeinschaft in den immer größer werdenden Pfarrgemeinden werden wird.

Und ich hoffe auf eine offene Aussprache.

Mag. Helmut Schüller ist Universitätsseelsorger und Pfarrer in Probstdorf.

© stephanscom
Mag. Elena Holzhausen

Diese Diözesanversammlung ist eine wichtige Etappe auf dem Weg unserer  Glaubenssuche, aber auch unserer Standortsondierung in einer bekannt schwierigen Zeit.

Mir ist es wichtig, ehrlich und offen miteinander auf unsere Situation als Katholiken zu schauen und nach Wegen zu suchen.

Dieses Schauen muss auch von Demut geprägt sein. Dieses Suchen kann für mich nur im Miteinander des Gespräches, auch der Auseinandersetzung, immer aber vom gemeinsamen Gebet begleitet sein.

Meine Erwartungen und meine Anliegen sind daher ein und dasselbe: Offene Gespräche und ein gegenseitiges (Wieder)Entdecken der Freude und der Fülle, die wir durch die uneingeschränkte Annahme Gottes von Anbeginn an erhalten haben; quasi die Mission des eigenen Herzens durch das Gespräch und das Gebet in der Gemeinschaft.

Mag. Elena Holzhausen ist Diözesankonservatorin

© privat
P. Dr. Martin Leitgöb CSsR

Ich erhoffe mir von den Diözesanversammlungen, dass es uns gelingt, darauf zu hören, was der Heilige Geist uns für das kirchliche Heute und Morgen sagen will.

Damit verbunden ist die Hoffnung, dass die Diözesanversammlungen zunächst einmal geistliche Ereignisse werden und eine neue Freude am gemeinsamen Kirche-Sein wecken.

Optimal wäre es, wenn sich aus diesem Vorgang Erfahrungen ergäben, von denen wir nicht schweigen können. Schließlich erhoffe ich mir, dass es zu einem neuen Miteinander in unserer Erzdiözese kommt, vor allem zwischen den Ordensgemeinschaften, den Pfarren und den Bewegungen.

P. Dr. Martin Leitgöb CSsR

© kathbild.at_rupprecht
Mag. Hubert Petrasch

Eine Diözesanversammlungen mit rund 1.200 Delegierten hat es in dieser Dimension in der Erzdiözese Wien bisher noch nicht gegeben.

Schon die Größe zeigt für mich die Wichtigkeit. Kirche lebt und vollzieht sich immer in einer ganz konkreten gesellschaftlichen Wirklichkeit.

Wie heute, auf dem Hintergrund der konkreten gesellschaftlichen Gegebenheiten und Entwicklungen, das Evangelium leben und weitergeben – das ist für mich das wichtige Anliegen dieser Versammlung.

Ich erwarte mir einen vielfältigen Austausch in großer Offenheit, ein einander besser Kennenlernen und aufeinander Zugehen, gemeinsame spirituelle Erfahrungen und Impulse für die Bildungsarbeit.

Mag. Hubert Petrasch ist Direktor des Katholischen Bildungswerks Wien

(Stefan Kronthaler)

15.10.2009

Kurz notiert

Gold für CD der Mönche

Vorzeitige Weihnachtsfreude gab es bei den Heiligenkreuzer Mönchen: „Wir feiern, dass unsere CD ,Chant – Amor et Passio’ in nur fünf Wochen Goldstatus erreicht hat”, berichtete P. Karl Wallner, Leiter des neuen, klosterinternen Musiklabels „Obsculta-Music”.

Der Erfolg zeige, dass es eine Sehnsucht der Menschen nach geistlicher Musik gebe, so P. Karl: „Der gregorianische Choral hätte nicht so lange überlebt, wenn in ihm nicht etwas Zeitloses und Göttliches stecken würde.”

Weitere Infos: www.stift-heiligenkreuz.org