Ausgabe Nr. 05 - 05.02.2012
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„Wir brauchen keine Jammerer”
„Apostelgeschichte zweitausendzehn” (Apg2010): In vier Wochen, am 22. Oktober, beginnt die erste Diözesanversammlung. Bei ihr sollen die Sorgen und Freuden der Kirche in Wien zur Sprache kommen. Vier „Team-Mitglieder” erzählen ihre Erwartungen und Hoffnungen.

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Dr. Stephanie Groz gehört zum Team von „Apg 2010”.

„Ich habe die Hoffnung, dass mit dem Prozess Apg2010 eine Haltung, die sich konstruktiv um die innere Erneuerung der Kirche bemüht, eine breite Basis bekommt”, sagt Stephanie Groz vom „Erweiterten Team von Apg2010”.

Sie erwartet sich von der 1. Diözesanversammlung im Oktober, „dass bei vielen Menschen ein Gefühl der Betroffenheit und Berührtheit entsteht, das sie dazu ermutigt, im eigenen kirchlichen Umfeld Erneuerung zu wagen, ein Projekt zu gründen, oder sich an einem schon existierenden zu beteiligen.”





Der Optimismus

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P. Andreas Hiller CSsR ist Pfarrer in Wien.

„Die Apostelgeschichte ist ein wunderbares Beispiel, wie die ersten Christen den Glauben verkündet, wie sie den Glauben angenommen und wie sie den Glauben gelebt haben”, sagt „Apg2010-Team-Mitglied” Pfarrer P. Andreas Hiller CSsR (Marienpfarre, Wien 17). Die „Apostelgeschichte” berichte „von den Freuden der ersten Christen, aber auch von den enormen Schwierigkeiten, die sie erlebten, vom rauhen Wind,  der ihnen entgegenschlug, von den inneren Spannungen, die schon in der ersten Zeit auftraten”.

Hiller: „Wir hören von der tiefen Gemeinschaft, die sie verband, und von der Kraft, die sie aus dem gemeinsamen Gebet und der Feier der Eucharistie schöpften. Vor allem aber von dem unentwegten Optimismus, der sie durch Christus getragen hat und der sie mutig als Zeugen für ihren Glauben auftreten ließ”. Hiller weiter: „Genau diesen Geist erwarte ich mir auch in der heutigen  Zeit von Apg2010. Wir brauchen heute keine ständigen Jammerer, dass alles schlechter wird, dass alles den Bach hinunter geht. Die immer nur sagen, die Kirche müsste, die Kirche sollte, der Papst und die Bischöfe müssten das oder jenes tun, sondern wir brauchen heute Gläubige, die im Geist der Apostelgeschichte ihr Christsein als frohe Berufung erkennen, dafür Zeugnis ablegen und auch entsprechend leben.”

Die 1. Diözesanversammlung im Oktober soll nach Hiller „einerseits eine nüchterne Bestandsaufnahme liefern, wo die vielen positiven Bemühungen in der heutigen  Pastoral zur Sprache kommen, andererseits soll auch alles auf den Tisch gelegt werden, was uns heute große Sorgen und Probleme bereitet”. Hiller: „Ich erwarte mir erstens ein gutes Miteinander der vielen verschiedenen Teilnehmer, ein  Aufeinander-Hören und Zuhören, ein Achten der diversen Stellungnahmen, ein nüchternes und kritisches Überprüfen der derzeitigen Situation unserer Kirche. Aber auch ein gegenseitiges Mitteilen, was uns trägt, was uns Mut gibt, was uns auch für die Zukunft hoffen lässt.”

Eine Chance

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Dr. Veronika Prüller-Jagenteufel ist Pastoraltheologin.

„Ich sehe den Prozess Apg 2010 als eine Chance, dass sich viele miteinander darüber verständigen, was es in der Welt von heute heißt, Christ oder Christin zu sein bzw. Kirche zu leben”, sagt „Apg2010-Team-Mitglied” Veronika Prüller-Jagenteufel: „Es gibt darauf nicht EINE Antwort – aber es gibt in den vielfältigen Antworten den einen Geist. Apg 2010 ist eine Chance, auf diesen Geist zu hören in einer Zeit, in der es viele Fragen und auch viel Ratlosigkeit gibt in Bezug auf den weiteren Weg der Kirche.”

Sie hofft, „dass Apg 2010 an vielen Stellen dieser Diözese zu einem achtsamen Hinhören auf das Evangelium und auf die Zeichen der Zeit führt, auf das, was Gottes Anruf genau heute und hier an uns gemeinsam und an jede und jeden Einzelne/n ist”. Prüller-Jagenteufel: „Ich erhoffe mir, dass der Prozess vielen eine Vertiefung ihres Vertrauens auf Jesus Christus bringt und zur Erneuerung ihrer Bereitschaft beiträgt, diesem Jesus nachzufolgen. So kann Kirche (wieder) für viele zur Heimat werden – auch für solche, die sich in ihrer Kirche fremd vorkommen. Und so kann Kirche neu offen werden für die, die sich ihr gar nicht zugehörig fühlen.”

Was sie sich von der 1. Diözesanversammlung erwarte? Prüller-Jagenteufel: „Jede und jeder Einzelne und jede Pfarre, jede Gruppe, jede Bewegung, jeder Orden sucht und findet ihre bzw. seine eigene Antwort auf die Frage nach Christsein und Kirchesein heute und macht damit mehr oder weniger gute Erfahrungen. Diese Vielfalt soll miteinander ins Gespräch kommen – zur gegenseitigen Bereicherung. Ich hoffe, dass die positive Neugier auf die Versuche, Lösungen und Antworten der anderen das Misstrauen überwiegen wird und wir erkennen, dass uns mehr verbindet als trennt.”

Prüller-Jagenteufel erhofft sich, „dass wir einander zeigen und einander glauben, dass es jedem und jeder um eine ehrliche, authentische Beziehung zu Jesus Christus geht: Ich hoffe auf echte Begegnungen, die uns verändern, die uns bewusst machen, dass wir zusammengehören, und die uns Mut machen, die eigene Sendung zu leben.”

Das Gespräch

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Heinz Weinrad ist stv. PGR-Vorsitzender in 1020 Wien.

„Dass möglichst viele Menschen in der Erzdiözese Wien, mit unterschiedlichen Glaubens- und Lebensgeschichten, mit unterschiedlichen Aufgaben und Berufungen, miteinander ins Gespräch kommen”, das wünscht sich auch „Apg2010-Team-Mitglied” Heinz Weinrad
(Stv-PGR-Vorsitzender der Pfarre St. Johann Nepomuk, Wien 2) vom diözesanen Missionsprozess „Apostelgeschichte zweitausendzehn” (Apg2010).

Der  Inhalt dieses Gesprächs: „Der Glaube, wie er in der heutigen Zeit weitergegeben werden kann, welche Hindernisse es dabei gibt, wie sie überwunden werden können. Und was die Zeichen der Zeit sind, die wir als Kirche erkennen sollen.”

Weinrad über die erste Diözesanversammlung: „Sie wird und kann nicht alle Probleme der Kirche lösen. Wichtig wird es sein, dass Gelungenes zur Sprache kommt: Wo haben wir es ausprobiert und vielleicht auch geschafft, neue Wege der Verkündigung zu gehen. Wichtig wird es sein, dass Hindernisse zur Sprache kommen. Und wenn wir sie auch nicht alle gleich beiseiteräumen können, dann soll doch ein Fahrplan auf dem Weg dahin erstellt werden. Hier wird viel an der Kirchenleitung liegen, wie sie sich auf diesen Prozess einlässt.”

Weinrad ist zufrieden, „wenn die Diözesanversammlung der Beginn einer Ermutigung für die ist, die alles schrumpfen sehen, wenn sie der Beginn einer Ent-Ärgerung für die ist, für die schon zu lange nichts passiert, wenn sie der Beginn eines ernsthaften Dialoges miteinander ist über den Zustand und Weg der Kirche im 21. Jahrhundert und wenn davon die Kraft wächst, wieder neu mit der modernen Welt zu kommunizieren.”

(red)

17.09.2009
Informationen über „Apg2010”

Falls Sie noch Unterlagen benötigen, Auskünfte brauchen oder andere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an das Büro von „Apostelgeschichte 2010”:

APG 2010, Wollzeile 2, 1010 Wien,
Tel.: 01/51 552-3594,
Fax: 01/51 552-2555,
E-Mail: apg2010@edw.or.at
oder www.apg2010.at