Ausgabe Nr. 06 - 12.02.2012
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"Noch schlauer"
© wikizIm Europarat müssen die Gegner des "Tötens auf Verlangen" weiter für das Leben kämpfen.

"Schlauer, aber nicht ungefährlicher", hatte der österreichische Europarat-Abgeordnete Karl Donabauer Anfang November zum neuerlichen Versuch des Schweizer Abgeordneten Dick Marty gesagt, der den Europarat zu einer Befürwortung der Euthanasie bewegen will. Es geht noch schlauer und noch gefährlicher: Bei der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses kam Marty mit einem wiederum überarbeiteten Vorschlag. Er klingt derart harmlos, dass die deutsche Katholische Nachrichtenagentur von einem "möglichen friedlichen Ende der Debatte" berichtete.Tatsächlich ist im noch nicht veröffentlichten, unserer Zeitung im Original vorliegenden Marty-Bericht vom 8. November keine Rede mehr von Martys ursprünglicher Aufforderung an die 46 Europarats-Mitgliedsländer, Straffreiheit für Töten auf Verlangen unter bestimmten Bedingungen zu gewähren.

Ziel: Euthanasie"

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Die Patientenverfügung könnte wie ein Testament verfasst sein, darf aber "keinen Tötungswunsch enthalten", sagt Moraltheologe Günter Virt.

Geschickte Strategie", sagt dazu der VP-Abgeordnete Donabauer, der im Europarat gemeinsam mit den österreichischen Sozialdemokraten eine Anti-Euthanasie-Linie durchzieht. Marty habe ein klares Ziel, "er will, dass Töten auf Verlangen in allen Ländern Europas straffrei gestellt wird". Der Vorschlag vom 8. November enthalte diese Forderung nicht mehr, doch "über den Weg der Abänderungsanträge wird Marty sein Ziel zu erreichen versuchen", ist Donabauer überzeugt. Der Hebel dazu sei die durchaus positiv zu sehende Forderung nach einer Patientenverfügung. Setzt sich Marty durch, würde die vom Europarat empfohlene Patientenverfügung auch "das Töten auf Verlangen unter möglichst geringer Kontrolle enthalten".Beabsichtigte TötungIm Marty-Vorschlag vom 8. November ist unter Punkt 5/II das "Recht eines jeden Patienten, der im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, die vorgeschlagene Behandlung abzulehnen", vermerkt.

Mehr darüber lesen Sie im Bericht von Gabriele Neuwirth in der aktuellen Ausgabe des "Sonntag" auf Seite 17.

(red)



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