
Die 1846 geweihte Pfarrkirche St. Johann Nepomuk.
|
|
Die u.a. wegen des Kreuzweges von Joseph von Führich weltbekannte
Pfarrkirche liegt an der Praterstraße in Wien 2 zwischen dem Riesenrad und
der Innenstadt. Hier in der Leopoldstadt ist die jüdische Bevölkerung stark
präsent; die Pfarre bemüht sich in den letzten Jahren verstärkt um Schritte
der Versöhnung ”mit unseren älteren Brüdern und Schwestern“. So sind z.B.
vor der Kirche zwei ”Steine der Erinnerung“ in den Gehsteig eingelassen, die
an die Vertriebenen während der Naziherrschaft erinnern. Am 19. November
steht ein Vortragsabend mit Zeitzeugen zum Thema ”Als Tempel und Synagogen
brannten“ auf dem Programm. Schließlich widmen sich zwei Bibelrundenreihen
dem ”Ersten Testament“.
In der Gemeinde mit ihrem sehr jungen Pfarrgemeinderat trifft sich
Tradition mit neuen frischen Ideen. Unter dem Dach der 160 Jahre alten,
kunsthistorisch wertvollen Kirche entfalten zahlreiche Gruppen ein buntes
und lebendiges Glaubensleben.
Vielfalt und neue Wege
Es gibt Angebote für jedes Lebensalter, von der ”Krabbelmesse“ über den
Pfarrkindergarten bis zu den Senioren. In der Jungschar sind 17 Jugendliche
als Gruppenleiter/innen tätig. Ein konsequentes Angebot an
Kinderwortgottesdiensten in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass in den
Messen am Sonntag Vormittag immer viele Familien zu finden sind. Der
Gottesdienstbesuch bleibt konstant.
Neben den geistlichen Bemühungen wird seit 8 Jahren viel Energie und Geld in
die Instandsetzung von Kirche und Pfarrhof investiert. Werbung ist aktuell
und wird ständig ausgebaut: neben Pfarrblatt und wöchentlichem Info-Blatt
steht eine umfangreiche Homepage zur Verfügung. Viele Angebote werden auch
in den Medien außerhalb der Pfarre publik gemacht. Ein wöchentlicher
Newsletter geht an über 200 Mail-Adressen.
Seit der Pfarrmission im Jahr 2001 ist St. Johann Nepomuk stetig auf der
Suche nach neuen Wegen zu den Menschen. ”Es ist wichtig, offen zu sein für
neue Menschen, die neue Wege brauchen, um zu uns zu finden“, betont Daniela
Bauer, ein junges Mitglied im Pfarrgemeinderat. Ob es ein ”Update“ für
Jugendliche (ein monatliches Treffen in der Kirche mit Gebet, Impulsreferat
und Gespräch) oder eine ”Spurensuche“ für Erwachsene (monatliche
Gesprächsrunde zu Fragen des Glaubens) ist – neben traditionellen Formen
gibt es stets auch Angebote für Suchende.
Die ”Offenen Kirche“ in St. Johann Nepomuk ist jede Woche eine Einladung an
alle. Musik und geschmückter Altar laden Vorbeikommende zum Bleiben ein, zum
Gebet, zum Gespräch mit Pfarrmitgliedern. Pfarrer Konstantin Spiegelfeld
begründet die Suche nach neuen Formen so: ”Unsere Umgebung ist weitestgehend
geprägt von der Säkularisierung, einem Bedeutungsverlust von Religion und
katholisch-kirchlichem Glauben. Andererseits kennt sie eine verstärkte Suche
nach Transzendenz, Halt und Sinn. Neue Wege müssen daher mit einer
persönlichen und gemeindlichen engagierten Wachsamkeit beginnen.“
Visionen werden zu Zielen konkretisiert
Immer nur ”neue Angebote“ reichen nicht. Neuzukommende müssen bemerkt,
begrüßt, begleitet werden. Deshalb ist eines der Ziele im kommenden Jahr
eine solche ”Achtsamkeit“ – ”Wir sind eine große Familie, die füreinander da
ist und sich bemüht, für alle, die zu uns kommen, offen zu sein“, betont
Gina Dietrich, Mitglied im PGR. Die Pfarrgemeinde lebt im Spannungsfeld
zwischen: ”Diese Pfarre ist meine Heimat, ich treffe mich mit Freunden und
guten Bekannten.“ und ”Wir sind offen für neu Dazukommende.“ Wenn diese
Spannung bewusst ist, werde man seine Aufmerksamkeit auch Neuankömmlingen
schenken.
Das Pfarrprofil mit allen Visionen und Zielen des PGR bis 2012 finden Sie
auf der Pfarrhomepage unter »www.pfarre-nepomuk.at«.
 In familiärer Atmosphäre wird die ”Krabbelmesse“ mit den Müttern und Vätern gefeiert.
|
|
Netzwerk Nächstenliebe Nepomuk
Ziel dieses ”Netzwerkes“ ist es, Hilfe vor Ort zu geben, in dem Rahmen, in
dem es einer Pfarre möglich ist. Eine kleine Gruppe übernimmt
Besuchsdienste, außerdem werden seit vielen Jahren Geburtstagsbriefe
verteilt.
Gezielte Projekte zur Notlinderung im Pfarrgebiet sind z.B. die Aktion
”Jobstart“, bei der 2008 gemeinsam mit St. Anton ein Langzeitarbeitsloser in
der Pfarre angestellt wurde. Weiters ist an einfache Nachbarschaftshilfe im
Pfarrgebiet über eine ”Suche-/Biete-Tafel“ gedacht.
Hoffnung 3. Welt
Der kleine Fachausschuss, der 2007 mit dem ”Florian Kuntner Preis“
ausgezeichnet wurde, führt schon seit Jahren Projekte mit
Partnerorganisationen in Pasacaballos in Kolumbien durch. Seit dem Vorjahr
gab es punktuelle Zusammenarbeit mit dem Verein ”Helfen Wir“.
Pfarre in StichwortenPfarrer: DI Mag. Konstantin Spiegelfeld,
Aushilfskaplan:
Peter Musonda, ED. Kasama
Pastoralassistentinnen:
Dipl.-Päd. Roswitha Feige
& Mag. Judith Zöhrer-Erdt
Stv. PGR-Vorsitzender:
Heinz Weinrad
Pfarrsekretärinnen: Maria Gutmayer & Margit Drechsler
Adresse: 1020, Nepomukgasse 1
Tel: 01-214 64 94, Fax-Kl: 99,
E-Mail: kanzlei@pfarre-nepomuk.at
Im Internet: www.pfarre-nepomuk.at oder: www.jugend-nepomuk.at
Pfarrbevölkerung: 11.775, davon 4.266 Katholiken.
Sakramente: 2007 gab es in der Pfarre 24 Taufen; es gab 49
Erstkommunionen, 19 Firmungen, 5 Hochzeiten, 47 kirchliche Begräbnisse, 52
Aus- u. vier Wiedereintritte.
Diesen Bericht lesen Sie auf Seite VIII der aktuellen Ausgabe von "Der
Sonntag" Nr. 42 vom 19. 10. 2008 (erhältlich in Ihrer Kirche).
|