Ausgabe Nr. 37 - 12.09.2010

Leserbriefe

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Thema: Wie soll ein Priester sein?

18.08.10

Mystagoge einer personalen Frömmigkeit zu sein, ist für die Priester in Zukunft ein wichtiger Aspekt.

Es wäre in der Spiritualität ein neues Stadium der Christus-Erkenntnis zu erreichen.

Dazu braucht man eine innere Ausformung, die Besitznahme der Wesensmitte. Der priesterliche Mensch sollte sozusagen zur Entfaltung des wahren "Ich bin" hinführen.

Irmgard Zehetner



Thema: Wie soll ein Priester sein?

18.08.10

Das wichtigste Kriterium für
einen guten Priester ist ganz einfach zu erfüllen: Er soll loyal sein gegenüber seinem Arbeitgeber - der Kirche bzw. seinem Bischof. Jeder Angestellte in der Privatwirtschaft versteht das.

Das zweite Kriterium: So wie jeder normale Mensch wird auch ein Priester sich bemühen, die Wahrheit zu finden in jeder Situation; was er vor sich sieht, klar beurteilen. Vorurteile und Albträume haben keinen Platz.

Drittens: Ich wünsche mir fröhliche Priester, ehrliche, mutige, die Freude am Leben haben.

Elisabeth Vondrous



Thema: Zum Tod von Msgr. Madinger

18.08.10

Ich lernte Dr.Madinger als Schüler des Realgymnasiums Diefenbachgasse 19 kennen. Und ihm danke ich (neben meiner Mutter) meinen christlichen Glauben. Er war ein phantastischer Lehrer, der sogar "kleine Pülcher" dazu brachte, zu den Herz-Jesu-Freitagen zu kommen.

Als Trauungspriester meiner Hochzeit und meiner Silber-Hochzeit gab er in seinen Predigten wegweisende Dinge für unser Leben mit.

Sein Engagement in der Legio Mariae und in der KGI brachte viele Menschen dazu, nachzudenken und sich selbst zu engagieren. Auch meine christliche Einstellung zur Politik hat er in wichtiger Weise geprägt.

Und als ich nach meiner Pensionierung in "ein tiefes schwarzes Loch" fiel, war er es, der mir da herausgeholfen hat.

Als ich von seinem Tod erfuhr, fiel mir als erstes "Santo Subito" ein.

Mag. Franz Karl



Thema: Pickerl fürs Baby?

18.08.10

Vielen herzlichen Dank für Ihren Bericht über das Beratungsangebot "Pickerl fürs Baby" (Nr. 32/2010, S. 18)! Der Vollständigkeit halber möchten wir ergänzen, dass an den Beratungsterminen auch "aktion leben"-Beraterinnen für alle Fragen rund um die Pränataldiagnostik zur
Verfügung stehen.

Mag. Martina Kronthaler



Thema: Apg 2010 - Bin enttäuscht über Ausladung von Betroffenen

18.08.10

Als Pfarrer von drei Pfarren bin ich enttäuscht über die Vorgangsweise der Verantwortlichen von Apg 2010.

Beim ersten Delegiertentag haben sich Dutzende Betroffene mit der schwierigen Situation der Pfarren, die sich einen Pfarrer teilen müssen, auseinandergesetzt.

Die Beschränkung der Teilnehmer am Studientag 18. September auf Dechanten und andere Funktionsträger hat die meisten von ihnen von diesem wichtigen Dialogvorgang ausgeschlossen. Sie dürfen sich dann einen ausführlichen Bericht darüber anhören.

Ich finde es schade, dass auf diesem Weg Apg 2010 von einem offenen Dialogprozess zu einer kommunikativen Einbahnstraße wird.

Helmut Ringhofer,
Pfarrer von Groß-Enzersdorf,
Franzensdorf und Raasdorf

Pfarrer Helmut Ringhofer



Thema: Wie soll ein Priester sein?

11.08.10

Der Priester muss die "Humanitas in persona" sein und sehr ausgeglichen und persönlich wirken. Ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit ausstrahlen, Vertrauen und Hoffnung vermitteln.

Er muss als Theologe und Seelsorger auf die Menschen zugehen, Sorgen und Nöte erkennen und die Botschaft aber auch den Sinn des christlichen Glaubens im Rahmen der Eucharistiefeier verkünden.

Der Priester müsste bei seiner Predigt imstande sein, die Heilige Schrift, das Evangelium, aus der Sicht der heutigen Lebensweise, mit anschaulichen Vergleichen, treffenden, einprägsamen und nachdenklichen Worten zu interpretieren. Er muss kein genialer Rhetoriker sein, aber er sollte mit einer sehr bildhaften Sprache und durch sein Charisma die Leute fesseln und überzeugen können. Die Predigt sollte zu einem Aha-Erlebnis werden. Als Gestalter der heiligen Messe muss er die Gläubigen für diese Feier begeistern können.

Vor allem muss sich der Priester auch als lächelnder Mensch mit seinen Fehlern und Schwächen zeigen. Nur so wirkt er wahrhaftig und kann das Ohr und die Herzen der Menschen für den Glauben und die Kirche erreichen.

StR. Johannes Thallinger



Thema: Wie soll ein Priester sein?

11.08.10

Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Wenn ich als Priesteraspirant die Rahner'schen Kriterien als Anforderung für die Priesterberufung lesen würde, wäre meine Laufbahn auch schon zu Ende.

Da wird kein irdischer Mensch eingeladen, die Frohbotschaft des Glaubens weiterzugeben, sondern ein Tausendsassa in Fragen der Lebensberatung, der Gruppenorganisation, der Kommunikation uva. und ausgestattet mit übermenschlicher Selbstverleugnung.

Mein persönliches Bild ist nicht leicht, aber vielleicht einfacher zu erfüllen. Auftrag ist die Verkündigung des Wissens über die Existenz Gottes und die Menschwerdung seines Sohnes, verbunden mit dem von dort kommenden Hauptgebot der Nächstenliebe.

Verkündigung lautet der Auftrag und nicht "Kampf um Gläubige" und "Menschen zu Christen machen", wie es in Kapitel Nr.1 zu lesen ist.

Kein Priester kann "werbend" (Kapitel Nr. 2 ) - warum eigentlich werben - hinter allen Menschen her laufen. Ich will nicht den Bibelfachmann vorgeben, aber hat nicht Jesus einfach zu denen gesprochen, die zu ihm kamen und ihn hören wollten? Er war nicht der Überseelsorger für alle Probleme der Welt.

Er hat auch nicht "die Fülle der Wirklichkeit" (Rahner Kapitel Nr.5 ) abgeschafft, sondern den Blick auf eine andere Wirklichkeit gelenkt.

Damit will ich aber keineswegs die Bedeutung und den Wert der Hilfe am Mitmenschen schmälern. Sie ist Ausfluss der gebotenen Nächstenliebe, aber hier war das Thema PRIESTER im engeren Sinn.

Die Nächstenhilfe muss auf einer viel breiteren Basis erfolgen als auf dem Berufstand der Priester.

Anders ausgedrückt, das Wirken der Priester sollte bei den Christen die Hilfe am Nächsten zur Folge haben.

Nur dem Kapitel Nr. 14 stimme ich voll zu: Verkündigung braucht ein frohes Gesicht!

Hier könnte die heutige Kirche wirklich an sich arbeiten. Lassen wir das ständige Reden von "Finsternis dieser Welt" (Kapitel Nr. 5) und von der sündigen Menschheit sprechen, sondern von dem, was uns Frohes berichtet wurde.

DI Hansjörg Hirn



Thema: Wie soll ein Priester sein?

11.08.10

Ihrer Aufforderung, unsere Meinung zum Priesterbild von heute Ihnen mitzuteilen, möchte ich gerne nachkommen, obwohl ich normalerweise keine Leserbriefe an Zeitungen schreibe.

Aber das Thema scheint mir doch durch die üblen Vorfälle, die in jüngerer Zeit leider erst publik geworden sind, zu wichtig.

Vielen Dank, dass Sie uns eine so wunderbare Vorlage zu diesem Thema von Karl Rahner wenigstens auszugsweise abgedruckt haben. Ein solcher Mensch, der darin geschildert wurde, ist ja eigentlich das Idealbild eines Christen, das heißt, dies sollte nicht nur die Vorlage für einen Priester sein, es sollte doch unsere aller Ziel sein, so zu werden.

Noch dazu, wo ja nicht nur die Priester priesterliche Aufgaben haben - wir alle sind durch das allgemeine Priestertum zu vielen Aufgaben verpflichtet, die man irrtümlicher Weise nur von Priestern erwartet.

Ich will jetzt nicht im einzelnen anführen, was da alles dazu gehört, das würde zu weit führen. Es könnte vielleicht ein Thema im "Sonntag" werden.

Wenn wir alle unsere Aufgaben wirklich ernst nähmen und sie zu erfüllen trachteten, wären unsere Priester vielleicht nicht mehr gar so überlastet und hätten auch mehr Zeit zur Arbeit an sich selbst.
Um so ein "Idealchrist" zu werden, bedingt alllerdings nicht unbedingt die Ehelosigkeit.

Gott selbst hat bei der Erschaffung des Menschen gedacht: "Es ist nicht gut, daß der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht." (Gen. 2, 18)

Eheleute können einander unglaublich viel stützen und tragen und die Kinder sind sicherlich auch kein Hindernis, um am Reich Gottes zu arbeiten. (Ich spreche aus eigener Erfahrung. Da fällt mir ein Volkslied ein, wo es unter anderem heißt: "Laßt sich all's viel leichter tragen, wenn das Herz ein Heimgehn hat." Hat einer eine Familie, so hat er auch ein "Heimgehen".)

Ein Priester muss aber alles allein bewältigen. Zwar mit Gotte Hilfe, aber ich glaube, wir alle wissen, daß Gott manchmal sehr hartnäckig schweigen kann.

Ich kann mir also sehr gut vorstellen, daß ein sehr guter Priester auch verheiratet sein kann. Nicht, daß er es sein müßte! Aber es sollte möglich sein.

Und bevor jetzt Verfechter der ehelosen Priesterschaft auf mich losgehen werden und mich verurteilen, möchte ich auf den Abschnitt Nr. 8 in Rahners Priesterbild verweisen: "Ein Priester soll einer sein, der auch die anderen Geister in der Kirche gelten lassen kann. ... Wenn er das nicht fertig bringt, ist er nicht Priester, so wie er heute sein soll."

Eleonore Engelke



Thema: Wie soll ein Priester sein?

11.08.10

Mir gefällt dieser Bericht sehr gut, besonders die Punkte 9 und 11. Zum letzteren Punkt gehört auch ein Verständnis für die innerkirchliche (katholische: für alle) Ökumene.

Leider wird wie zur Zeit Jesu stark zwischen verschiedenen Flügeln, Gruppierungen gestritten, nur die eigene als einzig richtige gesehen und die anderen schlecht gemacht. Wir sollten gemeinsam gegen den Einfluss Satans in der Welt kämpfen, alle nach ihren jeweiligen Aufträgen und der dazu erhaltenen Gnade. Wo bleibt sonst die Liebe und Barmherzigkeit?

Die Schwierigkeit für den Priester liegt nun darin, dass er gleichzeitig für jung und alt, für Taufscheinchristen und engagierte Jünger, für Heilige und Sünder, für Lehre und Caritas, für Sakramente und Pastoral zuständig ist. Diese Arbeit kann er nur mit einem guten Team von Laien bewältigen, die er wieder schult, führt, pastoral betreut.

Eine Utopie? Nur mit der Gnade des Heiligen Geistes kann diese Aufgabe bewältigt werden. Wenn wir diesbezüglich alle an einem Strang ziehen, wird sich etwas bessern.

Übrigens: zur Zeit jedes Heiligen heißt es in den Biographien: damals ging es der Kirche sehr schlecht. Es ist also Zeit für Heilige in unseren Tagen.

Dr. Hans Eisenhardt



Thema: Priesterstudie

11.08.10

Ein herzliches Dankeschön für den in "Der Sonntag" (Nr.28,S.3) gegebenen Buchtipp für "Wie geht's, Herr Pfarrer?" mit dem Umfrageergebnis, dass 79 % der befragten Pfarrer für die Weihe von in der Ehe bewährten Männern zum Priesterberuf sind!

Diese dankenswerte Werbung für ein lesenswertes Buch ist in keiner Weise eine Schwächung des römisch-katholischen Priesterberufs, sondern eine Bestätigung des Wortes von unserem Herrn Kardinal Dr. Christoph Schönborn, dass er stolz sei, in einer Kirche leben zu dürfen, in der man frei seine Meinung sagen darf - ebenso ein Bekenntnis zum ausdrücklichen Gebot Jesu für eine freie Standeswahl (Mt 19,12), das vom Apostel Paulus bestätigt wurde in 1 Kor 7,25, dass er bezüglich der Ehelosigkeit kein Gebot vom Herrn habe und der in 1 Kor 9,5 das Recht seiner Mitarbeiter verteidigt, wie die übrigen Apostel, die wohl alle außer ihm selbst verheiratet waren, eine gläubige Frau mitzunehmen.

In 1 Tim 4,1-3 wird ein Heiratsverbot "heuchlerischen Geistern und den Lehren von Dämonen" zugeschrieben.

Wenn von "Vorbildern der Priester" geschrieben wird , so sind das sehr wohl unser Herr Jesus Christus und sein Auswahlverhalten und seine hl. Apostel, die wohl alle verheiratet waren!

Pfarrer GR Gerhard Hackl



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