Ausgabe Nr. 36 - 05.09.2010
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Leserbriefe

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Thema: Korruption

01.09.10

Wo bleibt die Seriosität?

Wer zeigt Format, Haltung und politische Empfindsamkeit? Wo ist das gute Beispiel, das vorgelebt und erlebt wird?

Die bewiesene Korruption und die vielen Verdachtsfälle in
Politik und Wirtschaft zeigen, wie sehr die Moral der Menschen mit hoher Verantwortlichkeit im Argen liegt.

Zählt redliche Arbeit und
Leistung nicht mehr, die
entsprechend bezahlt werden und ein Leben in Wohlstand garantieren?

Diese Fragen stellen sich viele, die Steuern zahlen und den
Sozialstaat Österreich hoch halten und hier gerne und gut leben wollen.

StR Johannes Thallinger



Thema: Kirche in China

01.09.10

Nach vier Wochen Aufenthalt privat in Shanghai kann ich von beeindruckenden Gottes-
diensten in einer Vorstadt-
pfarre von Shanghai berichten, die ich miterleben durfte -
darunter eine heilige Messe mit Taufe von 15 Personen (Alte und Jugendliche, Kinder und Säuglinge).

Beim Gesang - mit Probe eine halbe Stunde vor Beginn der Messe, zusammen mit dem Kirchenchor - konnte ich "heimatliche Melodien" wie "Jesu Herz, dich preist mein Glaube", "Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte", "Maria, sei gegrüßet" u.a. mitsummen.

Das Gotteshaus liegt in einer belebten Straße mit Straßenmarkt, hat einen Turm sowie ein Kreuz und eine große Christusstatue mit ausgebreiteten Armen an der Vorderfront.

Beim Gottesdienst war die Kirche bei allen Messen voll - gut an die 200 Gläubige -, sodass immer noch zusätzlich Sessel aufgestellt werden mussten. Alle gingen zur
Kommunion, viele vorher zur Beichte.

Eine schöne, vor allem zu
Maria Himmelfahrt über und über mit Blumen geschmückte
Marienstatue und zahlreiche Heiligenstatuen (kleine heilige Theresia, Antonius u.a.) in der Kirche sowie im Vorraum.

Und: Über dem Eingang in den Pfarrsaal, vor dem Aufgang in die Kirche im Obergeschoß, hängt für alle von der Straße Eintretenden und Kirchenbesucher sichtbar ein großes Bild von Papst Benedikt XVI.

Adolf Haider



Thema: Liebstes Volkslied

01.09.10

Ich habe Ihre Zeitung von
meiner Mutter, die 1955 starb, übernommen und schätze
sie sehr.

Nachdem Sie heute wieder vom Lieblingslied schreiben, habe ich mich entschlossen, das Lied - ich habe es schon gleich am Anfang niedergeschrieben - abzuschicken:

Im schönsten Wiesengrunde
ist meiner Heimat Haus,
da zog ich manche Stunde
zum Tal hinaus.
Dich, mein stilles Tal,
grüß ich tausendmal ...

Ich bin die jüngste Tochter
einer einfachen Bauernfamilie und noch die einzige Lebende davon, geboren im Erholungsdorf Klingfurth. Jetzt bin ich bald 40 Jahre in Pension und lebe mit Sohn und Schwiegertochter ehrlich in Frieden, samt den fünf Enkerln.

Elisabeth Schöberl, 94 Jahre



Thema: Wie soll ein Priester sein?

25.08.10

Egal welcher Beruf: Er soll mich herausfordern, soll mir Freude bereiten, er soll mir die
Möglichkeit bieten, meine
Fähigkeiten und Neigungen ausleben zu können - und nicht auf Prestige und soziale Absicherung ausgerichtet sein.

Nur dann wird er mich erfüllen und von Erfolg begleitet sein.

Das gilt im Besonderen für den Priesterberuf, der den christ-
lichen Glauben, den Geist Gottes für ein sinnerfülltes Leben vermitteln soll.

Auch hier darf und wird es nicht um Ansehen und Geld gehen, sondern um überzeugende Menschlichkeit und wirkliches Vertrauen, das der Priester durch verständliche, zeitgemäße Worte und Handlungen zeigen und durch die Offenheit seines Geistes und die Tiefe seiner Gottverbundenheit beweisen muss.

Eine nicht leichte Aufgabe, die eine große Berufung und die Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen, voraussetzt.

StR Johannes Thallinger



Thema: Verbitterung ist heilbar

25.08.10

Aus eigener, bitterer Efahrung kann ich sagen, wie verbittert man sein kann, wenn einem seelische Wunden geschlagen werden, wenn einem tiefes Unrecht widerfährt.

Es ist ganz richtig: Wenn man an Vergeltung denkt, verzehrt der Zorn unser Leben. Daher ist das sicher nicht die richtige Lösung.

In meinem Fall habe ich viel gebetet, viel mehr als sonst, sehr viel zur Gottesmutter.

Nach mehreren Aussprachen mit einem guten Geistlichen habe ich begonnen, meinen Feinden zu vergeben. Das ist gar nicht so leicht, denn die Mitmenschen machen einem das Vergeben nicht einfach.

Will man die Hand zur Vergebung reichen und wird diese nicht angenommen, dann ist man wieder enttäuscht.

Aber man lernt daraus, einfach in sich zu gehen und in Gedanken zu vergeben. Dadurch wird man frei, und Gott hilft uns dann schon weiter, auch wenn der andere mir nicht die Hand zum Frieden reichen will.

Freya Zwolanek



Thema: "Die Madonna der Spitzbuben"

22.08.10

Danke für die ausgezeichnete Bibelauslegung von Frau Dra. Polak in der Kirchenzeitung am 15. August.

Seit meinem fünften Lebensjahr war ich mit Ausnahme des Todesjahres meiner Mutter jedes Jahr mindestens einmal in Mariazell. Am 22. August fahre ich wieder nach Mariazell. Bei dieser Wallfahrt stehen neben Bitten und Danken auch die Reflexionen im Mittelpunkt, wie ich als Christ in dieser Konkurrenzgesellschaft überleben kann, ohne für meine Mitmenschen zum Wolf zu werden, und wie ich mich und wir uns alle besser für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einsetzen kann / können.

Dieser Text über das Magnificat, das Lied von der Gerechtigkeit auf der ganze Welt ist für mich eine wertvolle Grundlage für mein Nachdenken, meine Gespräche und auch mein Beten.

Alois Reisenbichler



Thema: Abtreibungsstop

18.08.10

Seit 1975 werden in Österreich jährlich zigtausend Kinder
bereits im Mutterleib getötet.

Erst jetzt - nach 35 Jahren - fällt unseren Politikern auf, dass unserem Staat zur weiteren Existenz Menschen fehlen.

Jeder, der logisch denkt, würde als erste Maßnahme diesen schrecklichen Kindermord sofort beenden.

Martha Zethofer



Thema: Wie soll ein Priester sein?

18.08.10

Die Kirche ist wieder in den Schlagzeilen. Die Schmutzkampagne gegen unsere Kirche ist nicht mehr auszuhalten.

Ich als praktizierende Christin möchte einmal allen treuen, guten Priestern danken, die ihr Amt mit Freude ausüben, die den Menschen täglich eine heilige Messe ermöglichen, die vielen in der Beichte Kraft geben, die sich um alte Menschen kümmern usw.

Das sind natürlich keine Schlagzeilen für die Medien. Gott und seine treuen, heiligen Priester wirken im Stillen.

Veronika Dürnbeck



Thema: Wie soll ein Priester sein?

18.08.10

Mystagoge einer personalen Frömmigkeit zu sein, ist für die Priester in Zukunft ein wichtiger Aspekt.

Es wäre in der Spiritualität ein neues Stadium der Christus-Erkenntnis zu erreichen.

Dazu braucht man eine innere Ausformung, die Besitznahme der Wesensmitte. Der priesterliche Mensch sollte sozusagen zur Entfaltung des wahren "Ich bin" hinführen.

Irmgard Zehetner



Thema: Wie soll ein Priester sein?

18.08.10

Das wichtigste Kriterium für
einen guten Priester ist ganz einfach zu erfüllen: Er soll loyal sein gegenüber seinem Arbeitgeber - der Kirche bzw. seinem Bischof. Jeder Angestellte in der Privatwirtschaft versteht das.

Das zweite Kriterium: So wie jeder normale Mensch wird auch ein Priester sich bemühen, die Wahrheit zu finden in jeder Situation; was er vor sich sieht, klar beurteilen. Vorurteile und Albträume haben keinen Platz.

Drittens: Ich wünsche mir fröhliche Priester, ehrliche, mutige, die Freude am Leben haben.

Elisabeth Vondrous



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