Ausgabe Nr. 06 - 12.02.2012
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Rosa in der Fastenzeit
Andreas Redtenbacher erläutert die Hintergründe der liturgischen Farbe am 4. Fastensonntag.

Wie kommt der 4. Sonntag der Fastenzeit (Laetare) zur liturgischen Farbe rosa und zum Beinamen „Rosensonntag”?

Die Frage berührt mit Blick auf die großen Themen der Österlichen Bußzeit (Fastenzeit) nur Marginalien der Liturgie. Die geschichtlichen Wurzeln sind dunkel, wir sind hier auf Vermutungen angewiesen.

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Dr. habil. Andreas Redtenbacher CanReg ist Universitätsprofessor für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie in Klosterneuburg.

Erst im 16. Jahrhundert wird für diesen Tag anstelle des dunklen Violett das helle Rosa erwähnt. Viele deuten – ohne historischen Beweis – den frohen Charakter dieses Tages mit dem Erreichen der Mitte der Fastenzeit: ein zwischenzeitliches Aufatmen.

Andere führen es auf den zwar nachweisbaren, aber außerliturgischen  Brauch zurück, dass der Papst an diesem Tag Rosen (ab dem 11. Jahrhundert goldene Rosen) gesegnet und sie an Mitarbeiter, später auch an andere herausragende Persönlichkeiten verschenkt hat und damit den schon im 10. Jahrhundert in Rom nachweisbaren Volksbrauch weiterführte, den Sieg des Frühlings über den Winter zu feiern, indem man Blumenschmuck trug.

Fest steht, dass sich der 4. Fastensonntag zweifelsfrei durch freudigere liturgische Texte auszeichnet, als die übrige Quadragese: Das Tagesgebet spricht von „froher Hingabe”, in der das Volk „dem Osterfest entgegeneilt”, das Gabengebet erfolgt „in der Freude auf das Osterfest”.

Nicht zu vergessen: das Evangelium der Heilung des Blindgeborenen ist zugleich Taufscrutinium-Perikope (Lesejahr A). Christus wird an diesem Tag gefeiert als „das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet” (Schlussgebet). So steht die Tauffreude in der Mitte.

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(red)

11.03.2010