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Frage: Was ist eigentlich aus dem Fleischverzicht am Freitag, insbesonders in der Fastenzeit, geworden?
Das Kirchenrecht ist da ganz klar: Abstinenz von Fleischspeisen … ist zu halten an allen Freitagen des Jahres, wenn nicht auf einen Freitag ein Hochfest fällt; Abstinenz aber und Fasten ist zu halten an Aschermittwoch und Karfreitag (vgl. Can. 1251 CIC).
 Dr. Franz Scharl ist Weihbischof von Wien.
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Die deutsche Bischofskonferenz etwa ergänzt, dass „das Freitagsopfer verschiedene Formen annehmen kann: Verzicht auf Fleischspeisen, der nach wie vor sinnvoll und angemessen ist, spürbare Einschränkung im Konsum, besonders bei Genussmitteln, Dienste und Hilfeleistungen für den Nächsten. Das so Ersparte sollte mit Menschen in Not geteilt werden. Auch eine andere spürbare Einschränkung im Konsumverhalten ist denkbar.” Ich vermute, dass der Fleischverzicht an den Freitagen im Gedenken an das Leiden und Sterben des Herrn, an denen der Christ zu einem Opfer verpflichtet ist, in den letzten Jahren vielerorts einfach vergessen oder übersehen worden ist, vielleicht auch von uns Geistlichen. Strenges Fasten am Aschermittwoch und Karfreitag ist wohl noch am ehesten in Übung.
Die Fastenzeit (= österliche Bußzeit) ist ein guter Anlass für mich, wahrscheinlich auch für Sie, das Fasten ernst(er) zu nehmen, und damit zuerst auch JESUS CHRISTUS. Wie lesen wir doch im Markus-Evangelium: „Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten.” (Mk 2, 19c-20).
Das Fasten kommt hier aus dem Vermissen JESU. Wer JESUS also näher sein will, fastet. Will ich das? Wollen wir das?
Fasten wird heißen (können): Fleischfasten, Gebet, Werke der Frömmigkeit und der konkreten Nächstenliebe (u. a. Gerechtigkeit und Barmherzigkeit einüben); zu denken ist auch an das Autofasten, das Fernseh- und Internetfasten,… Jeder und jede ist eingeladen, etwas „nach der freien Verantwortung des einzelnen Christen (LKÖ 16)” für sich zu finden.
Machen wir uns also auf den Weg in Seine Nähe und hinter Ihm her!
(red)
25.02.2010 |