| 2012: Jahr der Entscheidungen? | ||
| In den Neujahrsansprachen von Bundespräsident und Kardinal wird deutlich: Der Ruf nach Ethik und Grundanständigkeit ist unüberhörbar. | ||
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„Verantwortungsbewusstsein”, „Gemeinschaftssinn” und „Maßhalten” hat Kardinal Schönborn den Österreicherinnen und Österreichern in seiner Silvesteransprache ans Herz gelegt. Ähnliche Haltungen hat der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer den Österreichern nahegelegt. Er sieht 2012 als „Jahr der Entscheidungen” und forderte Regierung und Opposition auf, bei der Verankerung der Schuldenbremse in der Verfassung „Verantwortungsbewusstsein” zu zeigen. Bei seinem Appell für das „magische Dreieck” – Sparsamkeit, sozialer Ausgleich sowie wachstumsfördernde Maßnahmen – trifft Fischer sich inhaltlich weitgehend mit der Katholischen Soziallehre. Auch mit der Kritik daran, dass zur internationalen Regulierung der Finanzmärkte nicht genug geschehen sei, befindet er sich in der guten Gesellschaft mehrerer Päpste. Fischer wünscht sich für 2012 eine Verbesserung des Stils und der Qualität politischer Debatten, um dem Ansehensverlust der Politik entgegenzusteuern. Schönborn kritisiert wiederum, dass es geradezu Mode geworden sei, in verächtlicher Weise über Politiker herzuziehen, statt konstruktiv Kritik zu üben. Der Ruf nach Ethik und Grundanständigkeit ist unüberhörbar. Detail am Rande zum übergreifenden Grundwertesystem: Dass Kardinal Schönborn in seiner Silvesteransprache den evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer zitiert, erfreut ebenso wie die Tatsache, dass Leopold Figl in die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten Eingang gefunden hat.
(eg) 05.01.2012 |
Kurz notiert
„Wunder” in Krems |
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Die Ausstellung „Wunder. Kunst, Wissenschaft und Religion” in der Kunsthalle Krems beschäftigt sich bis 1. Juli 2012 ausgehend von Werken der Gegenwartskunst „mit dem, was in unserer Welt aus dem Rahmen fällt: von der unerklärlichen Heilung, dem unglaublichen Naturschauspiel und dem wundersam Fremden über die unverhoffte technische Innovation, die künstlerische Idee bis hin zum bloßen Zufall”. Die Palette der Exponate reicht von Seligsprechungsakten, Heiligenskulpturen und Reliquien bis zu Goethes Zauberkasten u. a. Weitere Infos unter: www.kunsthalle.at |


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