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Franz Jachym sei kein „Neuerer” gewesen, aber „er sah die jeweiligen Herausforderungen und hatte den Mut, sie anzupacken”. Mit diesen Worten hatte Weihbischof Krätzl den Erzbischof-Koadjutor zu dessen 25. Todestag im Vorjahr gewürdigt.
Nun, zum 100. Geburtstag, soll ein schon lange verfolgtes Projekt endlich verwirklicht werden: Am Vorplatz der Pfarrkirche am Laaer Berg („Zum Heiligen Kreuz”) wird im Oktober ein Jachym-Denkmal enthüllt werden. Noch in seinem Todesjahr 1984 hatte Jachym den Grundstein für die Pfarrkirche gelegt.
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Als „Bau-Bischof” prägte er die Erzdiözese sichtbar – viele Kirchenbauten besonders in den Wiener Randbezirken erinnern an Franz Jachym, der sich für die Errichtung von neuen Gotteshäusern in den Neubaugebieten der Stadt mit viel Energie und Klugheit einsetzte.
Mit der „Kirchlichen Aufbauanleihe” entwickelte Jachym in den 50er-Jahren auch ein bahnbrechendes Finanzierungssystem. Weihbischof Krätzl dazu: „Der Schritt war riskant, weil ohne Vorbild, die Lösung originell.”
Auch wenn die Probleme der Kirche heute ganz andere seien, so Krätzl: „Das Gedenken an Erzbischof Jachym könnte uns herausfordern, wie er die Nöte der Zeit realistisch zu erkennen, schöpferisch an sie heranzugehen, und auch bereit zu sein, Neues zu wagen.”
Doch Jachym war vor allem Seelsorger, der Kontakt mit Volk und Klerus suchte. In einem Nachwort zu einem Buch über Jachym schrieb Kardinal Franz König über den Erzbischof-
Koadjutor: „Oft war ich überrascht, wie sehr er Einblick in die seelsorglichen Verhältnisse der einzelnen Pfarreien hatte, wieviel persönliche Kontakte er mit einzelnen Seelsorgern hatte, besonders dann, wenn es Schwierigkeiten gab und solche möglichst persönlich gelöst werden sollten.”
Angesichts seiner vielen Verpflichtungen – in Rom und überdiözesan – erinnere sich er, Kardinal König, dankbar daran, wie sehr Jachyms Einsatz in der Diözese „die Bedeutung seines Amtes als Koadjutor in der Tat herausstellte und wirksam werden ließ”.
Jachym sah die pastorale Situation realistisch – und schrieb einmal über Pfarrvisitationen in der Wiener Kirchenzeitung: „Manche halten wenig von [...] angesagten bischöflichen Visitationen und schwärmen für die überfallsartige, ungemeldete. Aber das weiß der Bischof doch selbst, dass es außer dem Frühling mit seinem Blühen und Prangen auch noch andere Jahreszeiten gibt; dass also das Aufgebot der Pfarre beim bischöflichen Besuch doch eine besondere Anstrengung darstellt. Bald sieht man, was nur festliche Fassade für diesen Tag war und was Frucht unverdrossener Arbeit ist, die sich auch nach der Visitation fortsetzt.”
Eng verknüpft mit Franz Jachym ist auch die praktische Umsetzung der Konzilsbeschlüsse in der Erzdiözese Wien: Kardinal Franz König übertrug Jachym die Leitung der Diözesansynode von 1969/1971.
Die Ergebnisse der Synode sind bis heute für die Seelsorge in der Erzdiözese prägend. Bischof Krätzl: Jachym habe bei der Synode trotz wesentlicher Meinungsverschiedenheiten eine „von gegenseitigem Respekt getragene Streitkultur auf hohem Niveau” ermöglicht.
(red)