Treue zur Berufung trotz „Dunkelheit” © KNA

Als „Engel der Armen” wurde sie bekannt, kritisiert und schon zu Lebzeiten wie eine Heilige verehrt: Am 26. August wäre Mutter Teresa von Kalkutta 100 Jahre alt geworden.

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Sie strahlte Freude aus, obwohl sie über Jahrzehnte eine „spirituelle Nacht” durchlitt.

Wo an Straßenecken von Kalkutta grellbunte Poster von Göttern und Göttinnen des Hinduismus neben Fotos von Helden der indischen „Bollywood”-Filmindustrie hängen, fehlt selten ihr Bild. Der Devotionalienkult um die Ordensfrau hatte längst vor ihrem Tod begonnen.

Am 26. August 1910 als Agnes Gonxha Bojaxhiu im mazedonischen Skopje geboren, hatte sie – eingetreten in den Orden der Loretoschwestern – bereits 17 Jahre in der St. Mary’s School in Kalkutta unterrichtet, bevor sie mit 36 Jahren ihre eigentliche Berufung entdeckte.

Diese umstürzende Erfahrung der Begegnung mit Christus – am 10. September 1946 – veränderte ihr Leben nachhaltig: Jesus in den Ärmsten der Armen zu dienen, jenen in der Gosse, um die sich sonst niemand kümmerte.

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Mutter Teresa und Kardinal Ratzinger 1978 in Freiburg.

An dieser Berufung zweifelte sie nie, wie Martin Kämpchen in der Jesuitenzeitschrift „Stimmen der Zeit” (8/2010) festhält. Doch die Güte und geistliche Freude, die Mutter Teresa ausstrahlte, ließ nicht erahnen, welche spirituellen Krisen sie durchmachte, bis vor wenigen Jahren ihre Briefe an ihre geistlichen Begleiter bekannt wurden.

„Der Platz Gottes in meiner Seele ist leer – in mir ist kein Gott”, schrieb Mutter Teresa in einem Brief an den österreichischen Jesuitenpater Joseph Neuner, der in Indien lebte: „Der Schmerz des Verlangens ist groß – und dann fühle ich nur dies: Er will mich nicht!”

Diese innere Leere und Einsamkeit – sie selbst schrieb von „Dunkelheit” – begleitete sie offenbar fast 50 Jahre bis zu ihrem Tod. Mit eiserner Zielstrebigkeit hielt Mutter Teresa an ihrer Berufung fest: Sie war sich der Echtheit ihrer spirituellen Anfangserfahrung auch inmitten der geistlichen Trostlosigkeit absolut sicher.

Ihre priesterlichen Begleiter deuteten ihre innere Dunkelheit so: „Gott hielt Mutter Teresa im Dunkeln, damit sie das menschliche Leid vollkommen nachempfinden könne”, fasst Kämpchen zusammen.

Die erschütternde Erfahrung innerer Leere macht keineswegs die ganze Spiritualität Mutter Teresas aus. Doch sie steht im Kontrast zum emotional aufgeladenen Devotionalienkult um die Ordensfrau: „Sollte ich jemals eine Heilige werden”, schrieb Mutter Teresa, „dann höchstens eine der Dunkelheit. Mein Schicksal ist es, den Himmel für immer zu verlieren, um ein Licht zu sein für alle, die im Dunkeln leben.”

Buch vom Missio-Direktor

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Pünktlich zum Jubiläum ist das neue Mutter-Teresa-Buch erschienen.

Msgr. Leo-M. Maasburg konnte Mutter Teresa viele Jahre auf zahlreichen Reisen begleiten. Der heutige Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke war für Mutter Teresa Ratgeber, Übersetzer, Beichtvater und Begleiter – und manchmal auch ihr Sondergesandter in schwierigen Missionen.

In Rom und Kalkutta, in Moskau und New York, bei den Leprakranken und bei Staatspräsidenten war er an ihrer Seite.

In ihrer Nähe erlebte er kleine und große Wunder, die er in dem Buch „Mutter Teresa – Die wunderbaren Geschichten“ zusammengefasst hat.

Leo Maasburg: Mutter Teresa. Die wunderbaren Geschichten.
239 S., Pattloch 2010; € 20,60

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(red)

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