Ausgabe Nr. 06 - 12.02.2012
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Liebe hat Geduld
Die Schrifttexte für Sonntag, den 12. September 2010, den 24. Sonntag im Jahreskreis.

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Ers­te Le­sung:
aus dem Buch Exo­dus 32,7-11.13-14

In je­nen Ta­gen sprach der Herr zu Mo­se: Geh, steig hi­nun­ter, denn dein Volk, das du aus Ägyp­ten he­rauf­ge­führt hast, läuft ins Ver­der­ben. Schnell sind sie von dem Weg ab­ge­wi­chen, den ich ih­nen vor­ge­schrie­ben ha­be. Sie ha­ben sich ein Kalb aus Me­tall ge­gos­sen und wer­fen sich vor ihm zu Bo­den. Sie brin­gen ihm Schlacht­op­fer dar und sa­gen: Das sind dei­ne Göt­ter, Is­ra­el, die dich aus Ägyp­ten he­rauf­ge­führt ha­ben.

Wei­ter sprach der Herr zu Mo­se: Ich ha­be die­ses Volk durch­schaut: Ein stör­ri­sches Volk ist es. Jetzt lass mich, da­mit mein Zorn ge­gen sie ent­brennt und sie ver­zehrt. Dich aber will ich zu ei­nem gro­ßen Volk ma­chen.

Da ver­such­te Mo­se, den Herrn, sei­nen Gott, zu be­sänf­ti­gen, und sag­te: Wa­rum, Herr, ist dein Zorn ge­gen dein Volk ent­brannt? Du hast es doch mit gro­ßer Macht und star­ker Hand aus Ägyp­ten he­raus­ge­führt. Denk an dei­ne Knech­te, an Ab­ra­ham, Isaak und Is­ra­el, de­nen du mit ei­nem Eid bei dei­nem ei­ge­nen Na­men zu­ge­si­chert und ge­sagt hast: Ich will eu­re Nach­kom­men zahl­reich ma­chen wie die Ster­ne am Him­mel, und: Die­ses gan­ze Land, von dem ich ge­spro­chen ha­be, will ich eu­ren Nach­kom­men ge­ben, und sie sol­len es für im­mer be­sit­zen.

Da ließ sich der Herr das Bö­se reu­en, das er sei­nem Volk an­ge­droht hat­te.

 

Ant­wort­psalm: 51 (50), 3-4.12-13.17 u. 19
Kehr­vers: Ich will zu mei­nem Va­ter ge­hen und mei­ne Schuld be­ken­nen.

 

Zwei­te Le­sung:
aus dem ers­ten Brief des Apos­tels Pau­lus an Ti­mo­theus 1,12-17

Ich dan­ke dem, der mir Kraft ge­ge­ben hat: Chris­tus Je­sus, un­se­rem Herrn. Er hat mich für treu ge­hal­ten und in sei­nen Dienst ge­nom­men, ob­wohl ich ihn frü­her läs­ter­te, ver­folg­te und ver­höhn­te.

Aber ich ha­be Er­bar­men ge­fun­den, denn ich wuss­te in mei­nem Un­glau­ben nicht, was ich tat. So über­groß war die Gna­de un­se­res Herrn, die mir in Chris­tus Je­sus den Glau­ben und die Lie­be schenk­te.

Das Wort ist glaub­wür­dig und wert, dass man es be­her­zigt: Chris­tus Je­sus ist in die Welt ge­kom­men, um die Sün­der zu ret­ten. Von ih­nen bin ich der ers­te. Aber ich ha­be Er­bar­men ge­fun­den, da­mit Chris­tus Je­sus an mir als er­stem sei­ne gan­ze Lang­mut be­wei­sen konn­te, zum Vor­bild für al­le, die in Zu­kunft an ihn glau­ben, um das ewi­ge Le­ben zu er­lan­gen.

Dem Kö­nig der Ewig­keit, dem un­ver­gäng­li­chen, un­sicht­ba­ren, ein­zi­gen Gott, sei Eh­re und Herr­lich­keit in al­le Ewig­keit. Amen.

 

Evan­ge­li­um nach Lu­kas 15,1-10

In je­ner Zeit ka­men al­le Zöll­ner und Sün­der zu Je­sus, um ihn zu hö­ren. Die Pha­ri­sä­er und die Schrift­ge­lehr­ten em­pör­ten sich da­rü­ber und sag­ten: Er gibt sich mit Sün­dern ab und isst so­gar mit ih­nen.

Da er­zähl­te er ih­nen ein Gleich­nis und sag­te: Wenn ei­ner von euch hun­dert Scha­fe hat und eins da­von ver­liert, lässt er dann nicht die neun­und­neun­zig in der Step­pe zu­rück und geht dem ver­lo­re­nen nach, bis er es fin­det? Und wenn er es ge­fun­den hat, nimmt er es voll Freu­de auf die Schul­tern, und wenn er nach Hau­se kommt, ruft er sei­ne Freun­de und Nach­barn zu­sam­men und sagt zu ih­nen: Freut euch mit mir; ich ha­be mein Schaf wie­der ge­fun­den, das ver­lo­ren war. Ich sa­ge euch: Eben­so wird auch im Him­mel mehr Freu­de herr­schen über ei­nen ein­zi­gen Sün­der, der um­kehrt, als über neun­und­neun­zig Ge­rech­te, die es nicht nö­tig ha­ben um­zu­keh­ren.

Oder wenn ei­ne Frau zehn Drach­men hat und ei­ne da­von ver­liert, zün­det sie dann nicht ei­ne Lam­pe an, fegt das gan­ze Haus und sucht un­er­müd­lich, bis sie das Geld­stück fin­det? Und wenn sie es ge­fun­den hat, ruft sie ih­re Freun­din­nen und Nach­ba­rin­nen zu­sam­men und sagt: Freut euch mit mir; ich ha­be die Drach­me wie­der ge­fun­den, die ich ver­lo­ren hat­te. Ich sa­ge euch: Eben­so herrscht auch bei den En­geln Got­tes Freu­de über ei­nen ein­zi­gen Sün­der, der um­kehrt.

Weiter sagte Jesus: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.

Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.

Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen und ich komme hier vor Hunger um.

Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. Dann brach er auf und ging zu seinem Vater.

Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.

Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.

Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz.

Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat.

Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.

Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

(red)

09.09.2010