Glaube macht frei © EPA

Die Schrifttexte für Sonntag, den 5. September 2010, den 23. Sonntag im Jahreskreis.

© EPA

Ers­te Le­sung:
aus dem Buch der Weis­heit 9,13-19

Wel­cher Mensch kann Got­tes Plan er­ken­nen, oder wer be­greift, was der Herr will? Un­si­cher sind die Be­rech­nun­gen der Sterb­li­chen und hin­fäl­lig un­se­re Ge­dan­ken; denn der ver­gäng­li­che Leib be­schwert die See­le, und das ir­di­sche Zelt be­las­tet den um vie­les be­sorg­ten Geist.

Wir er­ra­ten kaum, was auf der Er­de vor­geht, und fin­den nur mit Mü­he, was doch auf der Hand liegt; wer kann dann er­grün­den, was im Him­mel ist? Wer hat je dei­nen Plan
er­kannt, wenn du ihm nicht Weis­heit ge­ge­ben und dei­nen hei­li­gen Geist aus der Hö­he ge­sandt hast?

So wur­den die Pfa­de der Er­den­be­woh­ner ge­ra­de ge­macht, und die Men­schen lern­ten, was dir ge­fällt; durch die Weis­heit wur­den sie ge­ret­tet.

 

Ant­wort­psalm: 90 (89), 3-4.5-6.12-13.14 u. 17
Kehr­vers: Herr, du bist un­se­re Zu­flucht von Ge­schlecht zu Ge­schlecht.

 

Zwei­te Le­sung:
aus dem Brief des Apos­tels Pau­lus an Phi­le­mon 9b-10.12-17

Lie­ber Bru­der! Ich, Pau­lus, ein al­ter Mann, der jetzt für Chris­tus im Ker­ker liegt, ich bit­te dich für mein Kind One­si­mus, dem ich im Ge­fäng­nis zum Va­ter ge­wor­den bin.

Ich schi­cke ihn zu dir zu­rück, ihn, das be­deu­tet, mein ei­ge­nes Herz. Ich wür­de ihn gern bei mir be­hal­ten, da­mit er mir an dei­ner Stel­le dient, so­lan­ge ich um des Evan­ge­li­ums wil­len im Ge­fäng­nis bin.

Aber oh­ne dei­ne Zu­stim­mung woll­te ich nichts tun. Dei­ne gu­te Tat soll nicht er­zwun­gen, son­dern frei­wil­lig sein. Denn viel­leicht wur­de er nur des­halb ei­ne Wei­le von dir ge­trennt, da­mit du ihn für ewig zu­rück­er­hältst, nicht mehr als Skla­ven, son­dern als weit mehr: als ge­lieb­ten Bru­der. Das ist er je­den­falls für mich, um wie­viel mehr dann für dich, als Mensch und auch vor dem Herrn.

Wenn du dich mir ver­bun­den fühlst, dann nimm ihn al­so auf wie mich selbst!

 

Evan­ge­li­um nach Lu­kas 14,25-33

In je­ner Zeit, als vie­le Men­schen Je­sus be­glei­te­ten, wand­te er sich an sie und
sag­te: Wenn je­mand zu mir kommt und nicht Va­ter und Mut­ter, Frau und Kin­der, Brü­der und Schwes­tern, ja so­gar sein Le­ben ge­ring ach­tet, dann kann er nicht mein Jün­ger sein. Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nach­folgt, der kann nicht mein Jün­ger sein.

Wenn ei­ner von euch ei­nen Turm bau­en will, setzt er sich dann nicht zu­erst hin und rech­net, ob sei­ne Mit­tel für das gan­ze Vor­ha­ben aus­rei­chen? Sonst könn­te es ge­sche­hen, dass er das Fun­da­ment ge­legt hat, dann aber den Bau nicht fer­tig­stel­len kann. Und al­le, die es se­hen, wür­den ihn ver­spot­ten und sa­gen: Der da hat ei­nen Bau be­gon­nen und konn­te ihn nicht zu En­de füh­ren.

Oder wenn ein Kö­nig ge­gen ei­nen an­de­ren in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zu­erst hin und über­legt, ob er sich mit sei­nen zehn­tau­send Mann dem ent­ge­gen­stel­len kann, der mit zwan­zig­tau­send ge­gen ihn an­rückt? Kann er es nicht, dann schickt er ei­ne Ge­sandt­schaft, so­lan­ge der an­de­re noch weit weg ist, und bit­tet um Frie­den.

Da­rum kann kei­ner von euch mein Jün­ger sein, wenn er nicht auf sei­nen gan­zen Be­sitz ver­zich­tet.

(red)

Drucken

Fenster schließen