Ein erhabener Moment: Spiritueller Höhepunkt pur, der sich da am Berg ereignet. Nahe am Himmel, der Alltag und seine Mühen weit weg. Und dann noch in illustrer Runde. Moses, Elias, Jesus. Man kann erahnen, wie sich dieser mystische Moment angefühlt haben muss.
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Die Textstelle möchte zeigen, welche Bedeutung Jesus hat – dass er sich einreiht in die jüdische Tradition und zugleich Gottes auserwählter Sohn ist. Die beiden großen Propheten des jüdischen Glaubens bezeugen die Authentizität Jesu und seine Gottesunmittelbarkeit. Eine Legitimationsgeschichte.
Was können wir daraus lernen? Das, was Petrus vielleicht mühselig verstehen lernen muss. Wieder einmal schläft er, aber immerhin: Er bekommt gerade noch rechtzeitig mit, was da vor sich geht. Und – wie immer liebenswert und in seiner impulsiven und treuherzigen Kindlichkeit – ist er so begeistert, dass er verweilen und den drei hohen Herren zur Ehre Hütten bauen will. Er will diesen Moment festhalten. „Er wusste nicht, was er sagte.”
Warum ist Petrus’ Wunsch unangemessen? Ist es falsch, sich spiritueller Höhepunkte zu erfreuen?
Gar nicht. Sie sind Geschenke und Nahrung für – ja, für das, was Petrus offenbar vergisst und nicht so gern sieht. Dass Moses, Elias, Jesus sich nicht selbst genügen, auch nicht zur Erbauung der Jünger gekommen sind, sondern einen Auftrag haben.
Sie alle müssen – und wollen – wieder hinunter vom Berg, in den Alltag der Menschen. Und dort warten nicht nur Freude und Glück, dort warten Verfolgung, Leiden, Tod. Kein Wunder, dass sich Angst wie der Schatten einer Wolke über die Situation legt.
Spirituelle Erfahrung – wie die auf dem Berg – beinhaltet (wenn sie sich christlich nennen möchte) beide Dimensionen. Höchstes Glück, Erfahrung beglückender Gottesnähe – und zugleich untrennbar mit ihr verbunden Angst und Erschrecken ob dieser Gottesnähe.
Gipfelerfahrungen heben aus dem Alltag heraus – und lassen so auch klarer dessen Abgründe sehen. Gottes Liebe tut weh, weil der Tod der größte Widerspruch zur Liebe ist. Solange wir den Tod noch vor uns haben, gehört beides untrennbar zusammen.
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(red)